Baustellenparty? Emden richtet 40. Tag der Niedersachsen aus
Emden hat den Zuschlag bekommen: Die Stadt richtet 2028 den Tag der Niedersachsen aus. Nicht alle sind davon begeistert.
Emden - Emden wird im Sommer 2028 Gastgeber des 40. Tags der Niedersachsen. Das hat die niedersächsische Landesregierung am Dienstag, 2. Dezember 2025, beschlossen. Die Stadt setzte sich mit ihrer Bewerbung durch und wird damit nach 1993 zum zweiten Mal das große Landesfest ausrichten. Das genaue Datum steht noch nicht fest.
Innenministerin Daniela Behrens (SPD) lobte das Engagement der Stadt und betonte, dass Emden mit seinem maritimen Flair und dem starken Ehrenamt eine ideale Bühne für das Jubiläumsfest biete. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sprach laut einer Pressemitteilung der Staatskanzlei von einer „einmaligen Chance“, die Transformation Emdens sichtbar zu machen und das bürgerschaftliche Engagement zu würdigen: „Wir wollen zeigen, was Emden ausmacht – eine weltoffene Hafenstadt im Wandel, geprägt von maritimer Tradition, Zukunftsenergie, Innovationskraft und großem bürgerschaftlichem Engagement.“ Das Fest, das alle zwei Jahre gefeiert wird, soll Vereinen, Initiativen und der Wirtschaft eine besondere Plattform bieten.
Bewerbung der Stadt Emden war im Rat umstritten
Die Entscheidung für Emden war im Stadtrat jedoch umstritten. Die Bewerbung wurde Ende September 2025 erst nach einer kontroversen Debatte mit knapper Mehrheit beschlossen. Kritiker, darunter Vertreter von Grünen und FDP, bemängelten vor allem den Zeitpunkt: 2028 befindet sich die Innenstadt noch mitten in einer groß angelegten Umgestaltung.
Die Unsicherheit über den Baufortschritt und die Sperrung der Neutorstraße, einer zentralen Verkehrsader, sorgte im Rat für Skepsis. Kämmerer Horst Jahnke verwies zudem auf die finanziellen Belastungen und das Haushaltsdefizit der Stadt. Die Kosten für das Fest teilen sich Land und Stadt mit jeweils bis zu 720.000 Euro. Hinzu kommen Personalkosten für die Organisation.
Befürworter wie Oberbürgermeister Kruithoff sehen im Tag der Niedersachsen dennoch eine große Chance, die Stadt und ihre Entwicklung ins Rampenlicht zu rücken. Das Fest könne auch als „nette Baustellenparty“ dienen und die Transformation Emdens positiv begleiten.