Korruptionsermittlungen N-Ports in Emden kündigt Mitarbeitern
Jetzt doch – der Hafenbetreiber N-Ports in Emden geht gegen Mitarbeiter vor und hat Kündigungen ausgesprochen. Der Grund sind Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Osnabrück.
Emden - Nachdem die Stadt Emden und die Stadtwerke schon wegen Korruptionsermittlungen gegen Mitarbeiter vorgegangen sind, zieht jetzt auch der landeseigene Hafenbetreiber N-Ports nach. Sprecherin Dörte Schmitz bestätigt auf Nachfrage für den Emder Standort, dass Beschäftigte „mit sofortiger Wirkung von ihren Aufgaben freigestellt und Kündigungen“ ausgesprochen worden seien. Um wie viele Personen es sich handelt, schreibt sie nicht und beantwortet sie auch im Gespräch mit dieser Redaktion nicht.
Am Freitag, 7. November 2025, hatte die Stadt Emden mitgeteilt, gegen vier Mitarbeiter vorzugehen. Mittlerweile wurden drei freigestellt und einem wurde gekündigt, der die Tat eingeräumt hat. Bei den Stadtwerken wurden sechs Mitarbeiter freigestellt, wie kurz danach bekannt wurde. Sie sind bis zur abschließenden Klärung der Sache von ihrem Dienst entbunden, hieß es von Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Gieselmann. N-Ports hatte auf Nachfrage zuletzt Mitte November mitgeteilt, dass man intern vor rund einem Jahr in dem Moment, als man von den Anschuldigungen Kenntnis bekommen habe, arbeitsrechtliche Schritte unternommen habe. „Seither ist alles so vorbereitet, dass wir unverzüglich handeln können, wenn die strafrechtlichen Ermittlungsergebnisse dies erfordern“, schrieb Dörte Schmitz damals.
Auch gegen Baufirma aus Emden wird ermittelt
Auf Nachfrage, warum jetzt gehandelt wird, erklärt sie: „Angesichts der uns nun vorliegenden Aktenlage und nach Einsicht in die Unterlagen der Staatsanwaltschaft hat sich ergeben, dass Beschäftigte unseres Unternehmens massiv gegen bestehende Compliance-Regeln verstoßen haben.“ Man nehme diese Vorgänge sehr ernst, betont sie. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück ermittelt seit Frühjahr 2024 gegen Mitarbeiter der Stadt Emden, des städtischen Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE), der Stadtwerke und eben N-Ports. Ihnen wird vorgeworfen, für die Vergabe von Aufträgen Sachleistungen unentgeltlich angenommen zu haben. Die Höhe der Schadenssumme ist noch nicht bekannt.
Von Anfang an habe man auch gegen Mitarbeiter einer Baufirma mit Sitz in Emden ermittelt – wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung. Christian Bagung, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sprach insbesondere von einer Person, die in der Sache verantwortlich sein soll. Das Verfahren sei hier aber – genau wie bei den mehr als zehn Mitarbeitern von Stadt, Stadtwerken und N-Ports – noch nicht ganz abgeschlossen. Mehr Details nennt er daher nicht.
Nach Information dieser Redaktion wird noch darauf gewartet, dass Strafbefehle bei den betroffenen Personen angekommen sind. Wir haben aktuell bei der Staatsanwaltschaft nachgehakt, ob das Verfahren jetzt beendet ist und Details genannt werden können. Wir warten auf Rückmeldung aus Osnabrück.