Osnabrück Evakuierungshelfer und Poller: Das ist neu beim Sicherheitskonzept auf dem Weihnachtsmarkt
Vielleicht sind Sie Ihnen beim Gang über den Weihnachtsmarkt in Osnabrück schon aufgefallen: In schwarz gekleidete uniformierte Männer, auf deren Rücken das Wort „Evakuierungshelfer“ zu lesen ist. Welche Aufgabe haben sie?
Das Wort „Evakuierungshelfer“ weckt Erinnerungen und Assoziationen. Am 20. Dezember 2024 verübte ein Mann einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Sechs Menschen wurden dabei getötet, 300 weitere verletzt. Seit November muss er sich für seine Taten vor Gericht verantworten.
Für Osnabrücker hat das Wort „Evakuierung“ noch eine anderes eine Bedeutung: Allein in diesem Jahr gab es sieben Evakuierungen, bei denen mehrere Tausend Menschen ihre Wohnungen und Häuser rund um das Lokviertel verlassen mussten, weil dort Bomben geräumt wurden.
Einen Evakuierungsplan gibt es auch bei allen städtischen Großveranstaltungen, erklärt Stephan Gerecht von der Marketing Osnabrück (MO): Stadt, MO, Polizei und Feuerwehr stimmen ein gemeinsames Sicherheitskonzept ab. „Und damit der Evakuierungsplan auch im Ernstfall funktioniert, braucht es Menschen, die wissen, was zu tun ist und Besucherinnen und Besucher gezielt ansprechen und leiten“, sagt Gerecht. „Genau dafür sind die Evakuierungshelfer da.“
Die Evakuierungshelfer sind also keine „Spezialkräfte im Hintergrund“, sondern bewusst sichtbar gekennzeichnete Ansprechpersonen. „Ihre Aufgabe ist es, im Notfall Ruhe reinzubringen, Wege zu zeigen, besonders auf Familien, Ältere oder mobilitätseingeschränkte Personen zu achten und die Einsatzkräfte zu unterstützen“, so Stephan Gerecht.
Dass die Männer in den schwarzen Uniformen in diesem Jahr auch als solche erkennbar sind, sei ein Service- und Sicherheitsplus für die Gäste – und entspreche dem, was heute in der Veranstaltungssicherheit als Standard gilt, so Gerecht. Er betont: „Es ist also nicht die Reaktion auf eine konkrete neue Bedrohung.“
Das gilt auch für die Sperren, die in diesem Jahr in der Fußgängerzone und in der Hasestraße aufgestellt wurden. Damit wurde die Sicherheitszone um den Weihnachtsmarkt noch einmal erweitert. „Wir arbeiten mit einem Sperrkonzept, das wir gemeinsam mit Stadt und Sicherheitsbehörden regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln“, sagt Gerecht dazu.
In das Konzept fließen Erfahrungen aus früheren Veranstaltungen, neue technische Entwicklungen und die Rahmenbedingungen vor Ort ein, sagt Gerecht. Dass sich das Equipment und seine Anordnung im Laufe der Zeit verändern, sei Teil dieses Prozesses. „Details zur konkreten Ausgestaltung und Positionierung kommentieren wir aber bewusst nicht öffentlich“, sagt Gerecht. Entscheidend beim Sicherheitskonzept sei: „Überfahrtsperren, Poller und die Evakuierungshelfer sind Bausteine, damit sich die Menschen auf dem Weihnachtsmarkt sicher fühlen können.“