Osnabrück Trainer Timo Schultz vom VfL Osnabrück: Nach diesem 1:4 müssen wir uns schütteln
Der VfL Osnabrück hat im Topspiel der 3. Fußball-Liga eine deftige 1:4-Pleite beim SC Verl kassiert. Die Punkte blieben verdientermaßen aus Ostwestfalen, wie die Protagonisten nach der Partie unisono analysierten.
Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Glückwunsch an den SC Verl zum über die 90 Minuten verdienten 4:1-Sieg. Wir sind eigentlich ganz gut ins Spiel gekommen, hatten die Kopfballchance von Lars Kehl und noch eine weitere kleine Chance - aber dann hat der Gegner unsere Fehler eiskalt ausgenutzt. Nach der Pause hatten wir wieder eine gute Phase und machen das Anschlusstor - aber dann waren wir zu gierig und haben dem Gegner zu viele Räume gegeben. Bei uns ist klar: Immer, wenn wir nicht kompakt sind, kriegen wir Probleme. Als wir das letzte Mal vier Tore kassiert hatten gegen Hoffenheim II, haben wir die Spiele danach eine gute Reaktion gezeigt. Das wollen wir diesmal wieder machen - aber jetzt müssen wir uns erstmal kurz schütteln.
Tobias Strobl, Trainer SC Verl: Ich fand unsere erste Halbzeit ehrlicherweise gar nicht so gut am Ball - aber trotzdem haben wir 2:0 geführt, weil wir eine überragende Mentalität hatten, füreinander da waren und in den Zweikämpfen gut gearbeitet haben. Das zeichnet die Mannschaft momentan aus. Stark war außerdem, wie wir nach dem Tor der Osnabrücker ruhig geblieben sind und volles Vertrauen in unsere Abläufe hatten. Insgesamt kann man nicht so viel falsch gemacht haben, wenn man gegen Osnabrück 4:1 gewinnt. Wir freuen uns sehr über diesen Sieg und genießen den Moment.
Niko Kijewski, Kapitän des SC Verl, aus der Jugend des VfL Osnabrück: Natürlich war das ein besonderes Spiel für mich gegen den Klub, für den ich neun Jahre gespielt habe und wo ich aufgewachsen bin. Die Atmosphäre im Stadion war toll heute mit unseren Heimfans, aber auch den vielen Osnabrückern, die mitgekommen sind und richtig gut Stimmung gemacht haben. Wir haben extrem von der glücklichen Entstehung des 1:0 profitiert und am Ende vielleicht etwas zu hoch, aber sicher auch verdient gewonnen. Wir spielen einen guten Ball und haben aktuell auch das Selbstvertrauen - natürlich ist dann das Ziel, möglichst lange oben um die Aufstiegsplätze mitzuspielen. Mit meinem Nachbarn Patrick Kammerbauer verstehe ich mich super, auch unsere Frauen haben guten Kontakt - aber in den nächsten Tagen dürfte meine Stimmung ein wenig besser sein als seine.
Patrick Kammerbauer, Schienenspieler des VfL, in der letzten Saison für den SC Verl aktiv: Meine Rückkehr hierhin habe ich mir natürlich ein wenig anders vorgestellt. Wir kommen eigentlich gut ins Spiel, machen aber aus unseren Chancen in der ersten Halbzeit zu wenig. Dann kriegen wir ein Gegentor, dass so nicht fallen darf, weil ich ihn schießen lasse und Lukas den Ball, den er sonst hat, nicht zu packen kriegt - kein Vorwurf, er hat uns schon so viele Punkte gerettet. Danach war es klar, dass es schwierig wird, wenn Verl führt und sie ihre Ballsicherheit ausspielen können. Wir kommen zwar nochmal gut ran auf 2:1, kriegen dann aber recht schnell das Gegentor zum 3:1 - heute ist einfach extrem viel gegen uns gelaufen.