Osnabrück  VfL Osnabrück trauert um „Sigi“ Müller: Aus dem legendären Team leben nur noch sieben

Harald Pistorius
|
Von Harald Pistorius
| 29.11.2025 07:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bis zuletzt gute Freunde: „Sigi“ Müller (links), der vier Monate nach seinem 80. Geburtstag verstarb, war mit dem legendären Torjäger Wolfgang Kaniber eng befreundet. Foto: Privatarchiv Müller
Bis zuletzt gute Freunde: „Sigi“ Müller (links), der vier Monate nach seinem 80. Geburtstag verstarb, war mit dem legendären Torjäger Wolfgang Kaniber eng befreundet. Foto: Privatarchiv Müller
Artikel teilen:

Zu seinem 70. Geburtstag holte er noch mal die alten Meister zusammen: „Sigi“ (Siegfried) Müller pflegte Kontakte zu Mitspielern und die Erinnerungen an eine Saison der Superlative. Jetzt ist der gebürtige Hammer im Alter von 80 Jahren verstorben – aus der legendären Mannschaft von 1968/69 leben noch sieben.

Einen Tag nach seinem 20. Geburtstag trat er der vielseitige Mittelfeldspieler seinen Dienst beim VfL an; beim westfälischen Regionalliga-Aufsteiger Spvg. Hamm hatten die Osnabrücker den lauf- und spielstarken Müller entdeckt. Oft wird die Bedeutung der Saison 1967/68 für den ein Jahr später einsetzenden Höhenflug unterschätzt.

„Sigi“ Müller war einer von den sieben Zugängen, die der junge Trainer Hans-Wilhelm Lossmann 1967 nach Osnabrück holte – und die im Jahr danach dabei waren, als der VfL mit dem vielfach besungenen 8:0 gegen Göttingen 05 am 18. August 1968 aufbrach in die Ära der Goldenen Jahre. Müller war am sensationellen Torreigen mit einem Schuss in den Winkel zum 4:0 beteiligt; der Grundstein war unter Lossmann in der Saison zuvor gelegt worden.

Es war einer von zwei Treffern von historischem Wert, die Müller in seiner Zeit beim VfL gelangen. Eine Woche zuvor hatte Müller beim 4:1-Pokalsieg des VfL im Meppener Hindenburgstadion das 1:0 erzielt. „Und das war das erste Osnabrücker Tor in einem Pflichtspiel gegen den SV Meppen“, erzählte er gern, wenn das Derby näherrückte.

Dank seines guten Gedächtnisses und seines Fußball-Archivs konnte er viele Erinnerungen aufschreiben und mit einer eigenen Website beginnen. Bis 1972 blieb er beim VfL, verließ die Bremer Brücke als dreifacher Nordmeister. Seine Klasse und seine Routine waren noch beim SV Meppen und TuS Haste gefragt; später trainierte er Spvg. Gaste-Hasbergen, FCR Bramsche, VfL Kloster Oesede und BW Schinkel. Osnabrück wurde seine Heimat, der VfL blieb sein Verein. Er war Stammgast auf der Nordtribüne und schaut oft bei Testspielen vorbei.

Nun starb Sigi Müller als elftes Mitglied eines unvergesslichen Teams; ihre Namen können viele Osnabrücker besser aufsagen als jedes Gedicht aus der Schulzeit. Vor ihm gingen Andreas Burose (†1999), Herbert Schröder (†2000), Hannes Schaaf (†2001), Kapitän Karl-Heinz („Zorro“) Wöbker (†2003), Gerd Krapka (†2004), Walter Bulik (†2007), Helmut Bensmann (†2016), „Kalla“ Diehl (†2020), Friedhelm Holtgrave (†2021) und Wolfgang Kaniber (†2021), mit dem Müller eng befreundet war; Trainer Radoslav Momirski (†2007) wurde 87 Jahre alt. Es leben noch „Charly“ Tripp, Klaus-Peter Timm, Dieter Feßke, Günter Müller, Carsten Baumann, Willi Mumme und Walter Wiethe.

Ähnliche Artikel