Arbeitsmarkt in Ostfriesland  Arbeitslosigkeit trifft besonders ältere Menschen

| 28.11.2025 17:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Agentur für Arbeit in Aurich. Foto: Romuald Banik
Die Agentur für Arbeit in Aurich. Foto: Romuald Banik
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Die Agentur für Arbeit vermeldet mehr Arbeitslose für Ostfriesland. Das ist im November eher nicht ungewöhnlich. Aber das Alter der Betroffenen bereitet den Experten Sorge.

Aurich/Ostfriesland - Die Arbeitslosigkeit in Ostfriesland ist im November gestiegen. Laut der Agentur für Arbeit Emden-Leer waren insgesamt 15.981 Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 440 Personen im Vergleich zum Oktober entspricht. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,2 Prozent.

Auch im Landkreis Aurich stiegen die Zahlen im Vergleich zum November 2024. Die Arbeitslosenquote beträgt hier ebenfalls 6,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,1 Prozent. 6523 Menschen im Kreis gelten als arbeitslos, das sind 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung dagegen sank im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent auf 8010 Personen.

Anstieg bei älteren Menschen „überproportional“

Besonders stark betroffen sind dabei ältere Menschen. Hier steigt die Arbeitslosigkeit den Angaben zufolge „überproportional“. Im November waren 35,7 Prozent aller Arbeitslosen in Ostfriesland 50 Jahre oder älter. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 4,2 Prozent. 26,9 Prozent waren sogar 55 Jahre und älter (plus 7,0 Prozent.

Daniela Ringenaldus, Leiterin der Agentur für Arbeit Emden-Leer, sagt: „Der Anstieg bei den älteren Arbeitslosen ist ein Signal, das wir ernst nehmen.“ Viele Menschen über 50 würden über enorme Erfahrung und hohe Motivation verfügen. Dennoch hätten sie es momentan besonders schwer, wieder Fuß zu fassen. Wer sich im Laufe seines Berufslebens weiterqualifiziert habe, habe auch jenseits der 50 sehr gute Chancen – „das zeigen unsere erfolgreichen Vermittlungen“, sagt Ringenaldus. Ihr Appell an die Betriebe lautet: „Nutzen Sie die Potenziale älterer Bewerberinnen und Bewerber – sie sind für viele Unternehmen ein Gewinn.“

Mehr freie Stellen als noch vor einem Jahr

Generell ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit für die Jahreszeit nicht ungewöhnlich, sagt Ringenaldus weiter. Die Region sei vom Tourismus geprägt – im Winter sinke die Nachfrage in vielen Betrieben spürbar. Der Arbeitsmarkt bleibe aufnahmefähig, auch wenn er etwas an Tempo verliere.

Im November meldeten die Arbeitgeber in Ostfriesland der Agentur für Arbeit 549 neue Stellen - 83 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich laut der Mitteilung „ein deutlich positiver Trend“: Die Zahl der neu gemeldeten Stellen liegt 17,3 Prozent höher als im November des vergangenen Jahres. Insgesamt stünden damit aktuell 2567 offene Stellen zur Verfügung – mit 10,1 Prozent mehr sei das ein deutliches Plus.

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