WM-Helden in Großefehn  Mühlenstadion wird zur Fußballbühne für Altstars

| 28.11.2025 19:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Das neue WM-Orgateam (Ü70/Ü75) mit Klaus Panzer (von links), Detlev Schoone und Franz Krieger hat erste Kontakte mit den Verantwortlichen in Australien aufgenommen. Dort findet 2026 das nächste World-Cup-Turnier statt. Foto: privat
Das neue WM-Orgateam (Ü70/Ü75) mit Klaus Panzer (von links), Detlev Schoone und Franz Krieger hat erste Kontakte mit den Verantwortlichen in Australien aufgenommen. Dort findet 2026 das nächste World-Cup-Turnier statt. Foto: privat
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Die deutsche Ü75-Weltmeistermannschaft aus Japan trifft auf eine ostfriesische Auswahl. Neues Orgateam blickt kritisch auf WM in Japan zurück

Großefehn – Das neue Orgateam (Ü70/Ü75) mit Franz Krieger, Klaus Panzer und Detlev Schoone plant für den 6. Dezember ein Fußballspiel in der Gemeinde Großefehn und freut sich, dass die in Japan erfolgreiche Ü75-Fußballmannschaft mit Trainer Marek Wanik zugesagt hat. Sie wird gegen eine ostfriesische Ü70-Auswahl-Mannschaft im Mühlenstadion des SV Großefehn antreten, heißt es in einer Pressemitteilung von Orgateammitglied Detlev Schoone. Der Großefehntjer blickte noch einmal auf die vorherigen Turniere zurück und nahm Stellung zu einigen Äußerungen von Günter Christmann, der in einem ON-Interview Schoone kritisiert hatte.

Dieses Team hatte 2022 bereits das WM-Turnier in Dänemark vorbereitet und durchgeführt, wo die Ü 70-Mannschaft einen hervorragenden dritten Platz und somit die Bronzemedaille gewann. Mit dem Cheforganisator Franz Krieger, Trainer Klaus Panzer und Kassenwart Detlev Schoone ging es 2024 nach Wales. Hier wäre wahrscheinlich die sehr starke deutsche Ü75-Mannschaft ins Finale gekommen, wenn Spielertrainer Günter Christmann die richtigen Entscheidungen getroffen hätte.

Verärgerte Spieler

Doch statt die „Besten“ Spieler einzusetzen, war er von sich und seinen spielerischen Fähigkeiten überzeugt. Viele waren darüber so sehr verärgert, dass die Spieler aus Ostfriesland an einer WM in Japan zusammen mit Christmann nicht mehr teilnehmen wollten. Spieler Johann de Wall und Franz Krieger, SV Großefehn, sagten: „Christmann ist nicht teamfähig und somit auch kein Teamplayer“. Für das Turnier in Japan musste ein neues Orgateam gefunden werden, da Franz Krieger und auch Klaus Panzer eine weitere Zusammenarbeit mit ihm ablehnten. Gerd Meyer, Geschäftsführer von Jeddeloh II, hatte sich bereit erklärt, Sponsoren zu suchen. Es sollten die Vorbereitungen für die WM in Tokio eingeleitet werden. Doch nach wenigen Wochen zog sich auch Meyer zurück, der bis dato bereits einige Sponsoren für den Asientrip gefunden und begeistert hatte.

Mit dem polnischen lizenzierten Trainer Marek Wanik, der auch viele Jahre in Barsinghausen in der Sportakademie Trainer ausgebildet hatte, wurde auf einer Empfehlung von Eddy Detels der richtige Mann für das Traineramt der Ü75-Mannschaft gefunden. Detels war es auch, der Stefan Stuckenberg als Trainer für die Ü70-Mannschaft vorgeschlagen hatte. Er war bereits seit vielen Jahren bei höherklassigen spielenden Mannschaften als Trainer erfolgreich tätig. Er nahm mit Spielern unter anderem aus Rostock, Berlin und vom Mittelrhein Kontakt auf, die bereit waren, Training und auch Testspiele trotz der weiten Anreise auf sich zu nehmen. Nach dem „Länderspiel“ gegen England in Jeddeloh sollte dann zum Abschluss der Kader durch den Trainer benannt werden. Eine schwierige Entscheidung für einen Trainer, wenn 30 Spieler sich Hoffnungen machen und gerne in Japan spielen möchten.

Einige Spieler, die von Günter Christmann ins Ü70er-Team geholt wurden, konnten leider nicht berücksichtigt werden und forderten Christmann nun auf, sein Versprechen einzuhalten. Er hatte nämlich versprochen, dass jeder, der für die Reise bezahlt hatte, eine „Spielgarantie“ bekommen würde.

Mehr als nur Kassenwart

Über diese Zusage war aber der Trainer und auch Schoone als Mitglied im Orgateam im Vorfeld nicht informiert worden. „Wir waren auch nicht bereit, dieses mitzutragen. Stuckenberg forderte, dass nur eine schlagfertige und technisch versierte Mannschaft Erfolg in Japan hätte“, erinnert sich Schoone. Daraufhin teilte Christmann mit, dass er mit ihm als Trainer nicht weiter zusammenarbeiten will. Die Konsequenz aus dieser Entscheidung: Die Ü70-Mannschaft belegte in Japan den vorletzten Platz.

„Auch dass ich ausschließlich als Kassenwart bis zur Abreise nach Japan zuständig war, entspricht nicht den Tatsachen“, so Schoone. Bei den Trainingseinheiten in Papenburg, Bad Zwischenahn, Osnabrück und beim Länderspiel gegen England sei er bei den Mannschaften gewesen und habe sich mit den Spielern ausgetauscht.

Auf Einladung von Trainer Marek Wanik hat Schoone Anfang September das Trainingslager in Barsinghausen besucht und dort die Spieler und Trainer entsprechend ausgestattet. Die Aussage von Christmann: „Der Deutsche Fußballbund hat uns in Japan nicht hinreichend unterstützt“, stimmt nicht. Der ehemalige DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg hat sich für eine Unterstützung seitens des DFB eingesetzt und somit erreicht, dass alle Spieler, Trainer und Betreuer mit dem Deutschland-Trikot, Trainingsanzug und Poloshirts entsprechend eingekleidet wurden. Schoone wurde die Aufgabe vom Deutschen Fußballbund übertragen, die Übergabe in der Sportakademie zu übernehmen.

„Auch die Kasse wurde mir nicht entzogen“, stellt Schoone klar. Alle Spieler hätten den fälligen Betrag bei ihm eingezahlt. Ein- und Ausgaben wurden sorgfältig und gewissenhaft geführt und festgehalten. Da er aus privaten Gründen die Reise nicht antreten konnte, habe er kurz vor der Abreise nach Japan den Restbetrag überwiesen, stellt Schoone klar.

Steuerberater im Einsatz

Anschließend habe er einen ansässigen Steuerberater angewiesen, die von ihm geführte „Japan-Kasse“ zu prüfen. Der Steuerberater empfahl, Schoone für die Kassenführung Entlastung zu erteilen. Eine Kassenprüfung hinsichtlich der Ausgaben, die ausschließlich Günter Christmann vorgenommen hat, steht noch aus. Mehrere Spieler haben sich bereits bei ihm gemeldet und fordern zum Teil hohe Beträge zurück. Im Oktober nächsten Jahres findet nun das nächste World Cup Turnier in Brisbane/Australien statt. Das neue Orgateam hat erste Kontakte mit den Verantwortlichen in Australien aufgenommen.

Der Trainer der erfolgreichen Ü75-Mannschaft Marek Wanik hat Schoone bereits mitgeteilt, dass sie gerne zusammen mit dem neuen Orga-Team dort den Titel verteidigen möchten. Das Trainergespann mit Wanik, Stuckenberg und Klaus Panzer ist bereits dabei, sich bei der Spielersuche abzustimmen.

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