Osnabrück DRK Osnabrück stellt Geschäftsführer Mike Reil mit sofortiger Wirkung frei
Das Präsidium des DRK-Kreisverbandes Osnabrück-Stadt hat dessen Geschäftsführer Mike Reil mit sofortiger Wirkung freigestellt. Die Gründe blieben zunächst unbekannt. Reil hatte seit seinem Amtsantritt verschiedentlich für Aufsehen gesorgt.
Mike Reil ist von allen Aufgaben als Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes im Kreisverband Osnabrück-Stadt entbunden. Eine entsprechende Entscheidung fällte das Präsidium des Verbandes am Dienstagabend.
Paul Schneiderle aus dem Präsidium des Osnabrücker DRK-Verbandes bestätigte, dass Reil mit sofortiger Wirkung freigestellt worden sei. Zu den näheren Gründen wolle der Verband vorerst noch keine Angaben machen. Derzeit liefen interne Prüfungen. Schneiderle kündigte an, dass dem DRK an einer transparenten Aufarbeitung gelegen sei.
Reil war seit 2022 Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes in der Stadt. Schon länger ist er zudem beim DRK-Kreisverband in Melle als Buchhalter engagiert. Ob er dort weiterhin seinen Aufgaben nachgeht, blieb am Donnerstag (27. November 2025) zunächst unklar. Beim Meller Verband war für unsere Redaktion niemand erreichbar.
Seit seiner Amtsübernahme in Osnabrück war es im DRK Osnabrück zu einigen Personalveränderungen gekommen. So steht dem Präsidium mittlerweile Michael Schneider vor, der über eine Investmentgesellschaft an einer privaten Immobiliengesellschaft von Reil beteiligt ist.
Reil kündigte zudem einigen langjährigen Mitarbeitern des DRK-Ladens in der Osnabrücker Innenstadt. Folge waren mehrere Verfahren vor dem Arbeitsgericht: Die Gekündigten erhoben unter anderem Mobbingvorwürfe gegen Reil. Der hatte die Entlassungen damit begründet, den Laden wirtschaftlich erfolgreicher machen zu wollen. Infolge der Entlassungen kehrten auch mehrere ehrenamtliche Mitarbeiter dem Laden den Rücken.
An ihrer Stelle installierte Reil Mitarbeiter aus seinem persönlichen Umfeld. Etwa die Mutter seiner Lebensgefährtin, die er im März 2024 einstellte. Damals habe er händeringend neues Personal für den DRK-Laden gesucht. Die Frau sei als gelernte Verkäuferin gewissermaßen ein Glücksfall gewesen und habe mitgeholfen, das Geschäft neu zu strukturieren, erklärte Reil unserer Redaktion gegenüber.
Auch für den Vater seiner Lebensgefährtin fand Reil einen Job beim DRK: Er sammelte Altpapier für den Verband, erhielt dazu eigens auch eine neue Presse. Reil erklärte, so CO₂-Emmissionen reduzieren zu können: Gepresste Pappe lasse sich besser lagern, müsse also seltener abtransportiert werden.
Im Zuge der gerichtlichen Auseinandersetzungen waren immer wieder Vorwürfe gegen Reil erhoben worden. Auf das Präsidium des Verbandes dürfte in den kommenden Tagen und Wochen einiges an Arbeit zukommen.