Osnabrück Präsidentin vor Wechsel: Was hat die Universität Münster, was die Uni Osnabrück nicht hat?
Von Osnabrück nach Münster: Uni-Präsidentin Susanne Menzel-Riedl steht vor einem gewaltigen Karrieresprung. Ein kurzer Vergleich der beiden Universitäten offenbart die Dimensionen ihres möglichen Wechsels.
Am Freitag, 28. November 2025, hat die Universität Münster eine neue Spitze gewählt. Der amtierende Rektor Johannes Wessels – so hat es eine Findungskommission entschieden – muss Ende des Sommersemesters 2026 gehen. Ablösen wird ihn Susanne Menzel-Riedl. Sie ist seit 2019 Präsidentin der Universität Osnabrück.
Für die 49-Jährige, die mit ihrer Familie in Münster wohnt, geht es damit auf der Karriereleiter wieder einen großen Schritt nach oben. Warum, verdeutlichen ein paar Zahlen, Daten und Fakten.
Zuerst der schnelle Blick auf die Uni Osnabrück: Gegründet 1974, zählt sie heute knapp 13.500 Studierende (Wintersemester 2024/25), außerdem rund 1000 Professoren, Dozenten und wissenschaftliche Mitarbeiter. Das Studienangebot der Uni umfasst 185 Studiengänge in acht Fachbereichen.
Ihre Forschungsstärke beweist sie vor allem in den Bereichen Membranbiologie, vergleichende Rechtswissenschaft, Künstliche Intelligenz, Kognitionswissenschaft und Migrationsforschung. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Ausbildung von Lehrkräften dar. Mit etwa 1800 Beschäftigten und einem jährlichen Finanzvolumen von rund 180 Millionen Euro (2023) ist die Universität Osnabrück eine der größten Arbeitgeberinnen der Stadt.
Die Anfänge der Uni Münster liegen 250 Jahre zurück. Eine Vorläuferin nahm 1773 ihren Lehrbetrieb auf. 1818 wurde sie unter preußischer Herrschaft zurückgestuft und 1902 durch Kaiser Wilhelm II. wiedereröffnet – daher auch ihr früherer Name „Westfälische Wilhelms-Universität“. Aus politischen Gründen tilgte sie den früheren Monarchen im Oktober 2023 aus dem Namen. Seitdem heißt sie schlicht „Universität Münster“.
Mit 42.000 Studierenden im Wintersemester 2024/25 (davon 9000 Erstsemester) ist die Uni Münster die siebtgrößte Hochschule Deutschlands. Sie zählt fast 8000 Beschäftigte, darunter 650 Professoren sowie über 5100 wissenschaftliche Mitarbeiter. Ihr jährliches Gesamtbudget beträgt 850 Millionen Euro (2024). Einnahmen aus Drittmitteln: 195 Millionen Euro (2023).
Mit über 120 Studienfächern und mehr als 280 Studiengängen in 15 Fachbereichen bietet Münster ein breites Fächerspektrum – von Anglistik bis Zahnmedizin. Sie betreibt unter anderem eine eigene Uniklinik. Im Prüfungsjahr 2023 wurden mehr als 7600 Abschlüsse erzielt, was im nationalen Vergleich Platz fünf bedeutet. Zudem ist die Universität deutschlandweit die größte Ausbildungsstätte für Lehrkräfte.
In der Forschung engagiert sie sich besonders stark. Die Uni Münster koordiniert oder beteiligt sich an 13 Sonderforschungsbereichen. Darüber hinaus verfügt sie über zwei herausragende Forschungsfelder, sogenannte Exzellenzcluster, die vom Staat jährlich mit Millionensummen gefördert werden: „Religion und Politik“ (2007 bis 2027) sowie „Mathematik Münster: Dynamik – Geometrie – Struktur“ (2019 bis mindestens 2032). Im Wettbewerb um den Titel „Exzellenzuniversität“ schied Münster allerdings im Frühjahr 2025 aus.