Hamburg  „Spiegel“: Im „White Tiger“-Umfeld soll es mindestens sechs Todesfälle gegeben haben

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Von afp
| 27.11.2025 14:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Fall „White Tiger“ zieht weitere Kreise. Nicht nur in Hamburg wurde ermittelt. Foto: dpa/ Julian Stratenschulte
Der Fall „White Tiger“ zieht weitere Kreise. Nicht nur in Hamburg wurde ermittelt. Foto: dpa/ Julian Stratenschulte
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Der „White Tiger“-Fall zieht weitere Kreise: Laut einer aktuellen „Spiegel“-Untersuchung ist die Zahl der Todesfälle in dieser sadistischen Online-Szene höher als angenommen.

In der durch den „White Tiger“-Fall bekannt gewordenen Szene von Online-Sadisten hat es nach einer Recherche des Magazins „Spiegel“ mehr Fälle von in den Tod getriebenen Menschen gegeben als bisher bekannt. Wie der „Spiegel“ am Donnerstag berichtete, gab es neben den durch Hamburger Ermittlungen bekannt gewordenen Fall in den vergangenen Jahren mindestens sechs weitere Todesfälle. Verantwortlich seien das pädokriminelle Onlinenetzwerk „Com“ und die dazugehörige Gruppierung „764“.

Dem Bericht zufolge begingen die Opfer in den meisten Fällen Suizid im Livestream. In einem Fall in Leipzig würden die Behörden dem Verdacht nachgehen, dass ein „764“-Mitglied eine 13-Jährige durch verstörende Messenger-Nachrichten dazu gebracht habe, ihre jüngere Schwester zu töten. In einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Kleinzschocher soll das Mädchen im Oktober 2024 die Siebenjährige erstochen haben, als die Eltern nicht zu Hause waren.

Im „White Tiger“-Komplex hatte die Generalstaatsanwaltschaft Hamburg im Oktober Anklage gegen einen 21-Jährigen wegen Mordes und fünffachen versuchten Mordes erhoben. Er soll psychisch labile Jugendliche über das Internet zu Gewalttaten gegen sich selbst gedrängt haben, ein 13-Jähriger soll in den USA Suizid begangen haben.

Die Eltern des US-Schülers sagten dem „Spiegel“, sie wollten andere Familien warnen. Die Welt müsse wissen, wie gefährlich die Onlinegruppierung „764“ sei, sagte die Mutter des Jungen dem Magazin. Die Familie habe alles für den Jungen getan, „wir hatten die besten Voraussetzungen, und trotzdem konnten wir ihn nicht retten.“

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