Gebäude Neuer Trakt an Realschule Aurich – aber ein Wunsch bleibt
Mehr Platz und mehr Technik: Die Realschule Aurich feiert ihren neuen Trakt. Doch Schulleiterin Kathrin Peters mahnt, dass Qualität nicht nur eine Frage der Quadratmeter ist.
Aurich - Die Realschule Aurich hat am Mittwoch ihren neuen Gebäudetrakt eingeweiht – und damit ein Problem gelöst, das in den vergangenen Jahren immer drängender geworden war: Platzmangel. „Die Schule ist aus allen Nähten geplatzt“, erinnert sich der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann an die Zeit, als die Schülerzahlen Jahr für Jahr stiegen und die Container auf dem Schulhof zur Dauerlösung wurden. Die Zahl der Schüler je Klasse sei aber noch immer nicht optimal, sagt die Schulleiterin, Kathrin Peters. Mit kleineren Lerngruppen könne man die Qualität des Unterrichts spürbar steigern.
Das neue Gebäude bietet bereits bessere Voraussetzungen zum Lernen für die Kinder. Nun stehen der Schule zwei Technikräume, zwei PC-Räume, zwei Kunsträume, ein neuer Biologieraum und ein weiterer Raum für Naturwissenschaften zur Verfügung. Die Ausstattung wurde in enger Abstimmung mit den Fachlehrern geplant, berichtet Schulleiterin Kathrin Peters. „Es gibt ausreichend Lagerräume, einen Serverraum und einen Gruppenraum.“ Ein paar technische Details fehlen noch: Einige Computer müssen noch eingerichtet, Passwörter vergeben und das Netzwerk installiert werden. „In wenigen Tagen können wir aber starten“, ist Peters zuversichtlich.
Beliebtheit mit Nebenwirkungen
Die Realschule Aurich ist gefragt wie nie. Seit Peters die Leitung übernommen hat, sind die Schülerzahlen kontinuierlich gestiegen – von 621 im Jahr 2017 auf einen Höchststand von 980 im Jahr 2023. Erst eine Begrenzung des Einzugsbereichs brachte die Wende: Im Schuljahr 2024 lernten noch 895 Kinder und Jugendliche an der Schule. „Optimal wären 750 bis 800 Schüler“, sagt Peters. Das geht aber nicht ohne Weiteres. Denn die Realschule dürfe, anders als andere Schulformen, keine Schüler abweisen. Manche Kinder seien auf anderen Schulen jedoch besser aufgehoben, meint Peters. Sie appelliert an die Eltern, die Empfehlungen der Grundschulen ernst zu nehmen. Die Beratung in Aurich sei kompetent und gewissenhaft.
Mit dem neuen Gebäude entspannt sich die Raumsituation spürbar. Die provisorischen Container, in denen bislang fünf Klassen unterrichtet wurden, können nun nach und nach abgebaut werden. Doch Peters denkt schon weiter: „Wir würden uns fast noch weniger Schüler wünschen“, so Peters. Ihr Wunsch: kleinere Klassen mit maximal 25 statt 30 Kindern. „Das würde die Qualität des Unterrichts noch einmal deutlich steigern.
Digitalisierung statt Kreidephysik
Mit dem neuen Trakt macht die Realschule auch einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung. „Die Kreidephysik ist ab jetzt hoffentlich Geschichte“, sagt der stellvertretende Schulleiter Volker Bigalski augenzwinkernd. Statt Tafel und Schwamm gibt es große Bildschirme, moderne Experimentiermöglichkeiten, 3D-Drucker und sogar einen Lasercutter, der Muster in Materialien brennen oder sie durchtrennen kann.
Für den Fachraumtrakt veranschlagte die Stadt laut Beschlussvorlage ein Budget von 3,75 Millionen Euro. Im Endeffekt kostete der Bau aber lediglich knapp drei Millionen Euro, sagte Federmann. Das habe man den Handwerksbetrieben aus der Region zu verdanken, sagt Architekt Sven Bünting vom Büro 3ing aus Aurich. Die hätten die Arbeit kompetent und effizient erledigt. Das Gebäude sei nicht nur für die Digitalisierung bestens ausgerüstet, sondern auch energetisch auf dem neusten Stand. Solarstrom und Wärmepumpe sollen für eine effiziente Nutzung der Energie sorgen. „Man hat vorher gar nicht so eine richtige Vorstellung, wie das am Ende aussieht, aber wir sind von dem Ergebnis wirklich begeistert“, schilderte Kathrin Peters ihren Eindruck von dem neuen Fachtrakt an der Schule.