Prozess in Aurich  Angeklagter wollte Mann durch Bremsen von Motorhaube ruckeln

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 27.11.2025 14:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine Bake vor einer Baustelle. Foto: Pixabay
Eine Bake vor einer Baustelle. Foto: Pixabay
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In Aurich wurde die Berufung eines Mannes verhandelt, der mit einem Auto eine Absperrung durchbrochen und einen Security-Mann angefahren hatte. Nicht nur der Angeklagte hatte Berufung eingelegt.

Aurich - Es bleibt dabei: Das Landgericht Aurich bestätigte am Mittwoch das Urteil des Amtsgerichts in Emden, mit dem ein 65-Jähriger aus dem Landkreis Lüneburg im November 2024 wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und Unfallflucht zu einem Jahr und zwei Monaten Haft verurteilt worden war. Die Berufung der Staatsanwaltschaft sowie die des Angeklagten wurden verworfen. Der Angeklagte hatte das Urteil aus erster Instanz angefochten, weil er sich keiner Schuld bewusst ist und über seine Verteidigerin einen Freispruch forderte, die Staatsanwaltschaft, weil sie das Urteil als zu gering erachtet hatte.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte im September 2023 die Sperrung einer Straße in der Krummhörn nicht akzeptieren wollen und mit seinem Auto einen Security-Mitarbeiter auf die Motorhaube genommen. Der Mann war dabei am Rücken verletzt worden und hatte Schürfungen und blaue Flecken davongetragen. Er war über mehrere Tage arbeitsunfähig.

So schildert der Angeklagte den Vorfall

Der Angeklagte räumte die unerfreuliche Begegnung durchaus ein. In der Verhandlung erklärte er, er habe zusammen mit Frau und Tochter von Emden aus einen Ausflug nach Greetsiel unternommen und sei vom Navi zu der abgesperrten Baustelle geführt worden. Der Security-Mann habe ihm die Durchfahrt verweigert und erklärt, nur Anwohner dürften passieren. Zunächst sei er seiner Anweisung gefolgt und habe gewendet. Als er im Rückspiegel jedoch gesehen habe, dass andere Autos „durchgewedelt“ worden waren, sei er zurückgekehrt und habe nochmals vergeblich um Durchlass gebeten. Schließlich habe er versucht, sich hinter einem Linienbus durchzumogeln. Der Security-Mann habe sich daraufhin auf seine Motorhaube gesetzt. Ganz langsam habe er durch Anfahren und Bremsen versucht, ihn abzuschütteln. Dabei sei der Mann abgerutscht. Dass er ihn schwer verletzt haben sollte, habe er nicht bemerkt. Er sei „richtig in Panik“ gewesen angesichts des Verkehrs, der sich inzwischen aufgestaut hatte. Schließlich habe der Mann mit der Polizei gedroht und er sei davongefahren. Frau und Tochter des Angeklagten bestätigten seine Angaben.

So erlebte es der Geschädigte

Der Geschädigte berichtete, der Angeklagte habe versucht, mit seinem Wagen die Absperrbake wegzuschieben. Er habe sich deshalb vor das Auto gestellt, woraufhin der Angeklagte ihn angefahren habe und er auf die Motorhaube gefallen sei. Eine Zeugin hatte im Vorbeifahren gesehen, wie der Mann auf der Haube gelegen und nicht gesessen habe.

Die Verteidigerin verwies auf die unpräzisen Angaben des Geschädigten sowie die fehlenden Beweise für seine schweren Verletzungen und forderte, ihren Mandanten freizusprechen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sah die Vorwürfe der Anklage indes bestätigt. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden solle.

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