Osnabrück  Warum passiert nichts? Nahner fordern erneut Zebrastreifen bei Marktkauf

Anke Herbers-Gehrs
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Von Anke Herbers-Gehrs
| 28.11.2025 13:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Anwohner wünschen sich scheinbar einfache Lösungen, doch die Realität ist meist komplizierter. Das wurde in einem Bürgerforum in Osnabrück an einem konkreten Fall sichtbar. Es geht um einen (nicht vorhandenen) Zebrastreifen beim Marktkauf in Nahne.

Seit Jahren Dauerthema im Bürgerforum: Die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern beim Überqueren der Straße „Im Nahner Feld“ zwischen Iburger Straße und Marktkauf Nahne. Auch im jüngsten Bürgerforum wurde wieder die Frage gestellt, warum sich hier nichts tut.

Konkret geht um die Stelle an der Einmündung der Querstraße von Norden, die schon hier den Namen „Im Nahner Feld“ trägt. „Hier geht es zum Kinderhospital, zu den Evangelischen Fachschulen, zur Jugendherberge“, so Ortrun Niethammer, die das Thema einmal wieder ins Bürgerforum gebracht hat.

Die Kreuzung sei kaum zu queren, meinte sie. Wenn Fußgänger oder Radfahrer zu den Geschäften auf der anderen Straßenseite wollen oder Radfahrer nach links Richtung Marktkauf abbiegen wollen, gibt es weder Querungshilfe noch Zebrastreifen. Man kann nur auf der Mittelfläche zwischen den Fahrbahnen den Gegenverkehr abwarten.

Can Ziegler vom Fachbereich Geodaten und Verkehr bei der Stadt Osnabrück gab dazu die Einschätzung der Verwaltung wieder. Auch im Rathaus sei man der Meinung, dass es Defizite in der Rad- und Fußgängerführung gebe, vor allem da hier auch die Veloroute 7 verlaufe, die von der Innenstadt über Nahne in den südlichen Landkreis führt.

Doch verweist die Verwaltung auf die Ampel an der Iburger Straße, circa 80 Meter entfernt. Außerdem stehe in 100 Meter Entfernung Richtung Marktkauf beziehungsweise Einmündung Klaus-Strick-Weg die Querungshilfe an der Bushaltestelle zur Verfügung. „Ansonsten wären größere bauliche Veränderungen nötig – eine einfache Lösung gibt es nicht“, so Ziegler.

Kerstin Kritzler vom Bürgerverein Nahne kommentierte dazu, dass sie sich die Mühe gemacht habe, die Protokolle der Bürgerforen der letzten vier Jahre zu lesen: „Einmal im Jahr ist das Thema auf der Tagesordnung.“ Sie erinnerte an das Neubaugebiet „Auf dem Stadtfelde“, wo circa 60 Familien wohnen, deren Kinder über die Straße „Am Nahner Feld“ zur Schule gingen. Die Situation an der Straße sei seit Jahren prekär, die Anwohner würden seit Jahren vertröstet werden. „Ich wundere mich, dass wir da kein Stück vorankommen.“

Bereits im Protokoll vom 28. Juni 2022 ist zu lesen, dass man sich bei dem Thema im Kreis dreht. Verkehrszählungen nach diesem Bürgerforum ergaben, dass „keine weiteren (baulichen) Maßnahmen, z.B. die Anlage eines Fußgängerüberweges oder einer Fußgänger-Lichtsignalanlage“ empfohlen werden, wie im Protokoll des Bürgerforums vom 23. Juni 2023 steht.

Die Verwaltung betonte auf unsere Anfrage im Hinblick auf die inzwischen vereinfachte Einrichtung von Zebrastreifen durch die Novelle des Straßenverkehrsgesetzes, dass ein Fußgängerüberweg auf Grundlage der bislang erhobenen Zahlen nicht gerechtfertigt wäre. Als Richtschnur dafür dienten die Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA).

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