Millioneninvestition Leinerstift plant großes Therapiezentrum in Norden
In Norden soll ein innovatives Zentrum für Therapie und Teilhabe entstehen. Der Bau soll im Sommer 2026 starten. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht gesichert.
Norden - Das Leinerstift Großefehn plant eine Großinvestition in Norden. Entstehen soll ein Zentrum für Therapie, Teilhabe und Begegnung (ZeTT) sowie ein „Meilenstein in der Teilhabe- und Assistenzarbeit“, wie das Leinerstift jetzt mitteilte.
Das Zentrum soll auf einem 1600 Quadratmeter großen Grundstück am Norder Tief 22 entstehen – zwischen zwei Mehrfamilienhäusern und dem neuen Verteilzentrum der Deutschen Post. Das Grundstück gehört dem Leinerstift und sollte nicht länger brach liegen, sagte eine Sprecherin des Leinerstifts. Das Zentrum soll zahlreiche Angebote für Menschen mit Unterstützungs- und Therapiebedarf an einem Ort bündeln. Ziel des Projekts ist es, die rund 400 Menschen sowie deren Familien im Kreis Aurich/Norden, die das Zentrum nutzen werden, durch eine enge Vernetzung und kürzere Wege besser und schneller unterstützen zu können. Geplant sind zwei Gebäude auf dem Grundstück, ein Gebäude für Therapie und Büros, ein weiteres Gebäude mit Appartements für Menschen nach Klinikaufenthalten.
Zentrum wird mehrere Angebote bündeln
Den Angaben nach wird das neue Zentrum bestehende Angebote des Leinerstifts integrieren und um ein „innovatives Wohnangebot“ ergänzen. Das ZeTT soll zu einem zentralen Anlaufpunkt für Betroffene, Angehörige sowie Fachkräfte aus den Bereichen Schule, Therapie und Medizin werden, heißt es vom Leinerstift.
Folgende Angebote sind für das Zentrum geplant:
- Das Zentrum für Autismuskompetenz Norden (ZAK): Ein moderner Ort der Therapie, Beratung und Fortbildung für Menschen aus dem Autismus-Spektrum.
- Ambulant betreutes Wohnen: Unterstützung für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Alltag und in sozialen Gruppen.
- Sozialpädagogische Familienhilfe: Begleitung von Familien in herausfordernden Lebenslagen.
- Familienunterstützender Dienst (FuD): Unterstützung für Familien mit besonderen Anforderungen
- Besondere Wohnform: sieben barrierefreie Appartements für Menschen nach Klinikaufenthalten, mit gezielter Unterstützung für einen Neubeginn.
Drei Millionen Investition
„Das Projekt ZeTT ist das Erste seiner Art in der Region und steht für eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit und einen innovativen Ansatz, um barrierefreie Teilhabe und individuelle Unterstützung zu fördern“, so Leinerstift-Vorstand Wolfgang Vorwerk.
Die Gesamtinvestition für den Neubau beträgt etwa drei Millionen Euro. Der Baubeginn ist für den Sommer 2026 geplant. Die Finanzierung des Projektes ist allerdings noch nicht gesichert. Damit das Leinerstift das Projekt realisieren kann, braucht es Spenden, heißt es in der Mitteilung. Neben finanziellen Spenden werden auch materielle Spenden für die Innenausstattung des neuen Zentrums dringend benötigt – insbesondere für Küchen, Wohn - und Therapieräume. Laut Pressestelle versucht das Leinerstift derzeit Fördermittel für das Projekt zu generieren. „Klar ist aber: Um das Projekt wie geplant umsetzen zu können, ist das Leinerstift auf externe Spenden angewiesen“, so die Sprecherin. Das heißt, die kompletten Pläne werden nur dann umgesetzt, wenn es entsprechende Spenden gibt. Welche Summe das Leinerstift selbst investiert, stand am Mittwoch noch nicht fest. Das Leinerstift will sich aber in großem Maße beteiligen, um das Projekt umzusetzen.
Unternehmen aus der Region hätten hier die Möglichkeit, sichtbar in die Zukunft zu investieren und ein Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung zu setzen, so Vorwerk. „Mit ihrer Unterstützung tragen sie nicht nur zur Realisierung des ZeTT bei, sondern leisten einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Unterstützungsbedarf“, so der Spendenaufruf des Leinerstifts.