Halbzeitfazit in der Ostfrieslandliga  Gemeinde Ihlow träumt vom Doppelaufstieg

| | 25.11.2025 16:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eintracht Trainer Jannik Swieter kann mit seiner Mannschaft eine eindrucksvolle Bilanz im Kalenderjahr vorweisen. Von 90 möglichen Punkten holte Ihlow satte 73. Foto: Helmut Vortanz
Eintracht Trainer Jannik Swieter kann mit seiner Mannschaft eine eindrucksvolle Bilanz im Kalenderjahr vorweisen. Von 90 möglichen Punkten holte Ihlow satte 73. Foto: Helmut Vortanz
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Mit der Eintracht und dem TSV Riepe können zwei Ihlower Mannschaften in die Bezirksliga aufrücken. Was steckt hinter dem Höhenflug? In Moordorf hat ein Trainerwechsel funktioniert.

Aurich - Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die Auricher Mannschaften in der Ostfrieslandliga sind schon jetzt in der wohlverdienten Winterpause und ganz oben in der Tabelle stehen mit Eintracht Ihlow und dem TSV Riepe zwei Teams aus der Gemeinde Ihlow. Ostfrisia Moordorf hat sich nach dem Trainerwechsel stabilisiert und noch vor der Pause die ärgsten Abstiegssorgen vertrieben. Wie steht es um die Aufstiegschancen der beiden Ihlower Mannschaften und was will Moordorf in der Rückrunde noch erreichen? Die ON haben mit den Trainern gesprochen.

Bei Eintracht Ihlow ist das Staunen groß über das Kalenderjahr 2025. Erst gewannen die Ihlower die Meisterschaft in der Ostfrieslandklasse A, um dann als Aufsteiger vom ersten Spieltag an vorneweg zu marschieren. „Wir haben in 30 Spielen in diesem Jahr 73 von 90 möglichen Punkten geholt. Das ist schon herausragend“, sagt Trainer Jannik Swieter. Von der Qualität seiner Spieler war der ehemalige Spieler des SV Großefehn immer überzeugt. Die Konsequenz, wie die Ihlower nach dem 8:0-Auftaktsieg gegen Bunde immer wieder die Tabellenführung verteidigt haben, hat auch Swieter überrascht. „Aber es ist auch schön zu sehen, dass die Arbeit Früchte trägt“, sagt er.

Der Riepster Trainer Sören Tomljanovic (rechts) mit seinem Trainerteam während des Derbys. Foto: Wilfried Gronewold
Der Riepster Trainer Sören Tomljanovic (rechts) mit seinem Trainerteam während des Derbys. Foto: Wilfried Gronewold

Ihlow geht ohne Druck an die Sache heran

Zur Tabellenwahrheit gehört laut Swieter aber auch, dass einige Mannschaften auf den Verfolgerplätzen noch einige Spiele mehr absolvieren müssen, als die Ihlower. „Und wir sind gut durchgekommen mit nur einer schweren Verletzung. Das ist sicherlich auch der Verdienst unserer Physioabteilung“, lobt der Ihlower Trainer.

Die Ihlower werden als Tabellenführer in die Rückrunde gehen. Eine Meisterschaft und ein möglicher Aufstieg in die Bezirksliga liegen für Swieter aber noch in weiter Ferne. „Wir sagen nicht, dass wir Meister werden wollen. Die Jungs sollen ohne Druck an die Sache herangehen. Wir haben uns alle zehn Spiele kleine Etappenziele gesetzt und sind damit bislang gut gefahren“, so Swieter. Das Ihlower Umfeld wäre für einen Aufstieg bereit und ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. „Aber es gibt auch noch genügend zu tun. Unser Rasenplatz ist zum Beispiel in einem katastrophalen Zustand“, so Swieter. Anfang Januar beginnen die Ihlower mit der Vorbereitung auf die Rückrunde, eine Woche geht es dann in ein Trainingslager.

„Gemeinde kann stolz sein

Der TSV Riepe benötigte ein paar Spieltage, um in die Gänge zu kommen. Die Spieler hatten lange an der Relegationsniederlage gegen den FC Norden zu knabbern. „Mir war schon bewusst, dass der Start schwer werden würde. Die Spieler hatten die Köpfe noch nicht frei“, sagt Trainer Sören Tomljanovic. Nach der Niederlage gegen Leerhafe am fünften Spieltag nahm Tomljanovic ein paar Korrekturen vor und der TSV-Zug nahm Fahrt auf. Zehn Siege aus zwölf Spielen folgten, mit 61 Toren ist der TSV-Sturm die treffsicherste Offensive der Liga.

Riepe möchte das Kunststück aus der letzten Saison wiederholen und wieder unter den drei besten Teams landen. Tomljanovic hat ein gutes Gefühl. „Wir haben mehr Punkte zur Pause als noch in der letzten Saison. Und wir spielen traditionell eine gute Rückrunde.“ Im Idealfall könnten dann am Saisonende mit Riepe und Ihlow gleich zwei Mannschaften aus der Gemeinde in die Bezirksliga aufsteigen. Die gute Jugendarbeit mit der JSG WIR trägt erste Früchte. In den Herrenmannschaften weht ein frischer Wind. „Die Gemeinde kann schon stolz sein. Im Jugendbereich wird vernünftig gearbeitet. Das zahlt sich langsam aus“, sagt der TSV-Trainer.

Andreas Ysker hat Ostfrisia Moordorf wieder auf Kurs gebracht. Aus vier Spielen holte das Team zehn Punkte. Foto: Helmut Vortanz
Andreas Ysker hat Ostfrisia Moordorf wieder auf Kurs gebracht. Aus vier Spielen holte das Team zehn Punkte. Foto: Helmut Vortanz

Mit geballter Offensivpower möchte Riepe dann im März in die Rückrunde starten. Für Trainer Tomljanovic sind besonders die ersten Spiele richtungsweisend für das Unternehmen Aufstieg. Gleich zu Beginn geht es gegen die Konkurrenz aus Leerhafe und Uplengen. „Danach wissen wir mehr“, so Tomljanovic.

Ostfrisia Moordorf hat eine turbulente Hinserie hingelegt. Nach einem misslungenen Saisonstart trennte sich der Verein von Trainer Alwin Tierok-Heddinga. Nach dem kurzen Intermezzo mit den Spielern André Kanthak und Mirco Schütte, hat in der Schlussphase Andreas Ysker die Mannschaft übernommen – mit Erfolg. Unter seiner Regie holte die Mannschaft aus vier Spielen zehn Punkte.

Was ist geschehen bei der Ostfrisia? „Wir haben die Probleme erkannt und angesprochen. Wir haben zuvor ohne System und Absicherung gespielt und deshalb viel zu viele Gegentore bekommen“, sagt Ysker. Die taktischen Handgriffe fruchteten, die Ostfrisia kassiert mit Ysker an der Seitenlinie nur noch vier Gegentore.

Trotz der kurzfristigen Erfolge ist es aber noch nicht sicher, ob Ysker auch in der Rückrunde auf der Trainerbank sitzen wird. In seiner Doppelrolle trainiert er zeitgleich auch noch die erste Frauenmannschaft des TuS Hinte in der Bezirksliga. Bei Moordorf hatte er zunächst nur bis zur Winterpause zugesagt. In der zweiten Dezemberwoche sollen Gespräche in Moordorf stattfinden. Doch Ysker beruhigt. „Mir gefällt die Mannschaft. Ich würde gerne weitermachen“, so Ysker.

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