Osnabrück Kann man mit Karte auf dem Weihnachtsmarkt in Osnabrück zahlen? Ja, aber…
Kartenzahlung wird immer beliebter, Bargeld immer weniger im Portemonnaie. Auch auf dem Weihnachtsmarkt in Osnabrück wollen immer mehr Menschen mit der Karte zahlen. Aber da gibt es Tücken. Kleiner Tipp: Nehmen Sie lieber Geld mit.
Beim Rundgang über den Weihnachtsmarkt in Osnabrück stellt man schnell fest: Die moderne Welt ist noch nicht überall präsent. Aber genau das macht ja auch den Reiz des Weihnachtsmarkts aus. Das ist zwar nicht unbedingt am Bratwurststand ersichtlich, wo an der Preistafel der Hinweis angebracht ist: „Cash only – No Credticards accepted“ (Deutsch: Nur Bargeld – Kreditkarten werden nicht akzeptiert).
Aber am historischen Karussell von Telsemeyer vor dem Rathaus wäre es wohl eine Art Stilbruch, wenn man dort mit Karte oder dem Handy zahlen will. Dementsprechend sagt Betreiberin Annika Segelke, dass das bargeldlose Zahlen nicht passend sei. Vor allem in Stoßzeiten käme es auch zu Zeitverzögerungen. „Meistens kaufen die Leute vier Chips auf einmal und werfen schnell einen Zehner auf die Theke der Kasse.“ Und dann geht es auch schon rund.
An der Glühweinbude von Fredi und Aileen Welte vor dem Dom wird ersichtlich, was Annika Segelke meint. Er tippt auf dem Kartenlesegerät einen kleinen Betrag ein, der abgebucht werden soll. Dann erscheint auf dem Display die Aufforderung „Bitte warten“. Also wartet man. Und wartet. Nach zwei bis drei Minuten erfolgt der nächste Schritt. Das Display möchte nun, dass die EC- oder Kreditkarte aufgelegt wird. Dann dauert es wieder einige Zeit, bis die Zahlung endlich über die Bühne gegangen ist.
In der Corona-Zeit habe man die Kartenzahlung eingeführt, sagt Fredi Welte. „Aber es funktioniert nicht – je mehr Leute unterwegs sind, desto weniger.“ Er empfiehlt den Leuten, Bargeld mitzunehmen. Das Mobilfunknetz ist einfach nicht ausreichend, um einen schnellen und reibungslosen Ablauf der Kartenzahlung zu gewährleisten, sagt seine Frau Aileen. Eine Leitung von der Telekom legen zu lassen, bedeute höhere Kosten.
Für die Schausteller, die Glühwein anbieten, kommt erschwerend hinzu, dass das Pfand für die Becher zwar bargeldlos bezahlt werden kann, aber mit Hartgeld zurückgezahlt wird. „Das landet dann bei mir“, sagt Gunda Schmidt, die Kräuterbonbons neben dem Rathaus verkauft, und lacht. An ihrem Stand werde die Kartenzahlung aber auch nicht so häufig nachgefragt, sagt sie weiter. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute erst ab großen Beträgen mit Karte zahlen.“ Bei ihr kostet eine Tüte Bonbons 3,50 Euro.
Bernhard Kracke verkauft Glühwein, Feuerzangenbowle und mehr am Eingang des Weihnachtsmarkts auf dem Marktplatz. Er sagt, bei ihm funktioniere die Kartenzahlung gut. Gerade an den Wochenenden, wenn einige Reisebusse aus den Niederlanden Menschen in die Osnabrücker Altstadt spülen, sei die bargeldlose Zahlung die bessere und schnellere Variante, so Kracke. „Die Holländer zahlen zu 99 Prozent mit Karte. Dort gibt es fast kein Bargeld mehr.“ Das, so Kracke, gebe es auch kaum noch in den Osnabrücker Geldautomaten an einem Samstagabend.