Osnabrück Bestatter erklärt: Diese alternativen Bestattungen gibt es – und das müssen Sie dabei beachten
Viele Menschen präferieren heute eine alternative Beerdigung zum klassischen Erdgrab. Doch bei See-, Luft- oder auch Baumbestattungen gibt es einiges zu beachten. Ein Bestatter klärt auf.
Nach dem Tod bei den Fischen ruhen oder in den Bergen die letzte Reise erleben: Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Alternative zum traditionellen Begräbnis. „Ein Trend zu alternativen Grabformen ist im Vergleich zum klassischen Erdgrab erkennbar. Das zeigt sich daran, dass sich die Friedhofskultur verändert und vielfältige Möglichkeiten anbietet“, berichtet Daniel Niemeyer, Geschäftsführer des Bestattungshauses Niemeyer in Nordhorn. In Deutschland ist dies jedoch nicht in jedem Bundesland ohne Weiteres möglich.
Wer häufig Urlaub am Meer macht, seine Freizeit mit Wassersport verbringt oder sich dem blauen Nass nahe fühlt, möchte seine letzte Ruhe vielleicht unter der Wasseroberfläche verbringen. Auch für die Angehörigen kann eine Seebestattung zu einer schönen letzten Reise mit dem Verstorbenen werden. „Vor der eigentlichen Beisetzung kann eine Trauerfeier am Wohnort stattfinden. Anschließend wird die Asche mit einem Schiff zur Beisetzungsstelle gebracht“, erklärt Daniel Niemeyer den Ablauf.
Möglich ist eine Seebestattung beispielsweise in der Nord- oder Ostsee und in einigen Bundesländern auch in Flüssen, weiß der Bestatter. „Die genaue Region wird in Abstimmung mit einer Seebestattungsreederei festgelegt. Angehörige entscheiden dabei auch über die Größe des Schiffes und die Anzahl der Teilnehmer.“
Die Asche des Verstorbenen wird nicht etwa lose ins Meer verstreut, sondern sinkt in einer wasserlöslichen Urne auf den Meeresgrund. „Der Kapitän kann auf Wunsch eine Traueransprache halten. Traditionell wird die Beisetzungsstelle nach dem Übergeben der Urne umfahren, begleitet vom Läuten der Schiffsglocke, dem sogenannten Glasen“, berichtet Niemeyer. Anschließend erhalten die Angehörigen einen Auszug aus dem Logbuch mit den exakten Koordinaten der Beisetzungsstelle.
Naturverbundene Menschen haben die Möglichkeit, ihren Körper nach dem Tod der Natur zurückzuführen, zum Beispiel in Form einer Baumbestattung. Hierbei wird die Asche in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes begraben. Weitere Möglichkeiten für den Verstorbenen, zur Natur zurückzukehren, sind Luft- oder Bergbestattungen. Bei einer Luftbestattung wird die Asche des Verstorbenen auf einer Wiese verstreut.
„In Niedersachsen ist diese Bestattungsform aufgrund des geltenden Bestattungsgesetzes nicht erlaubt. In den Niederlanden hingegen besteht diese Möglichkeit“, erklärt Bestatter Daniel Niemeyer. Wer sich zu seinen Lebzeiten in den Bergen wohlgefühlt hat, kann seine Asche alternativ auch in der Schweiz auf einer Almwiese verstreuen lassen in Form einer Bergbestattung, oder von einem Berghang aus in den Wind. Auch, seine Asche in einen Gebirgsbach streuen zu lassen, ist hier möglich.
Oftmals beeinflusst der Wunsch, keine aufwändige Grabpflege betreiben zu müssen, die Wahl der Bestattungsform. „Diese Überlegungen führen dazu, dass sich Menschen für eine pflegeleichte Alternative entscheiden. Eine Baumbestattung muss nicht in einem Wald erfolgen. Viele Friedhöfe bieten die Möglichkeit, an einem Baum auf dem Gelände beigesetzt zu werden“, sagt Niemeyer, und ergänzt: „Ziel ist es, Angehörigen die Grabpflege abzunehmen und individuelle Formen der Erinnerung zu ermöglichen.“
Eine pauschale Aussage zu den Kosten ist nicht möglich. „Der Preis hängt von den individuellen Wünschen und der gewählten Bestattungsform ab. Jede Variante bringt eigene Kosten mit sich, sei es für die Grabstelle am Baum oder bei einer Seebestattung die Gebühren für die Reederei.“ Alternative Bestattungsformen seien daher nicht grundsätzlich günstiger. Er rät, sich bei einem Bestatter zu informieren, sei es im Todesfall oder im Rahmen einer Bestattungsvorsorge.
Dieser Artikel erschien zuerst in den „Grafschafter Nachrichten.“