Osnabrück Pläne für gemeinschaftliches Wohnen auf dem Hof Hanesch in Osnabrück
Zwei Architekten aus Hannover haben Pläne für den alten Hof Hanesch im Osnabrücker Stadtteil Dodesheide: Jan-Gerrit Schäfer und Herwig Krause wollen dort ein gemeinschaftliches Wohnprojekt realisieren. Noch stehen sie ganz am Anfang und starten mit einer Infoveranstaltung.
In Osnabrück gibt es so einige Menschen, die sich eine gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnform wünschen. Und in Hannover gibt es zwei Architekten, die diese Menschen einladen wollen, so ein Wohnprojekt auf dem Hof Hanesch an der Vehrter Landstraße in der Dodesheide zu verwirklichen.
Jan-Gerrit Schäfer und Herwig Kruse vom Architekturbüro Schäfer, Krause, Schulz (SKS) sehen in der alten Hofstelle viel Potenzial dafür. Der Hof Hanesch besteht aus einem denkmalgeschützten Hauptgebäude und vier Nebengebäuden: zwei Scheunen, einem ehemaligen Stall und einem ehemaligen Hühnerstall.
„Ich bin jetzt 60, und das Ding verfällt“, sagt Eigentümer Norbert Hanesch, der zurzeit noch auf dem Hof mit seiner jahrhundertealten Geschichte lebt. Angeblich sei der Hof im Jahr 1240 erstmals erwähnt worden, sagt er.
Durch Zufall erfuhr Architekt Jan-Gerrit Schäfer, dass Hanesch verkaufsbereit ist. Schäfer ist gebürtiger Osnabrücker. Der Kontakt zu Norbert Hanesch kam über Schäfers Mutter zustande, die 2023 verstorbene Osnabrücker Künstlerin Hiltrud Schäfer.
Jan-Gerrit Schäfer und sein Kollege Herwig Krause nahmen die Hofstelle im Sommer genauer unter die Lupe, im September führten sie erste Gespräche mit der Stadtplanung und der Denkmalpflege. Und jetzt suchen sie Menschen, die mitmachen wollen.
Sie haben sich schon verschiedene grundsätzliche Grundrisskonzepte überlegt, wollen aber die künftigen Nutzer in die Planung früh einbeziehen und bieten an, den gesamten Prozess zu steuern. „Oft ist es so“, sagt Krause: „Es gibt Baugemeinschaften, die ein Grundstück suchen. Wir haben ein Baugrundstück und suchen eine Baugemeinschaft.“
Am Freitag, 28. November, werden sie ab 15.30 Uhr ihre Projektidee bei einer öffentlichen Infoveranstaltung vorstellen (Adresse des Hofs Hanesch: Vehrter Landstraße 62).
Beide Architekten haben Erfahrungen mit der Planung und Realisierung gemeinschaftlicher Wohnprojekte, Krause lebt sogar selbst in einem. Sie wissen auch um die vielen möglichen Fallstricke bei der Finanzierung, denn mit der steht und fällt das Projekt. Die künftigen Nutzer werden Kapital einbringen müssen – ob nun als Genossenschaft oder vielleicht auch als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), auch das ist alles noch offen.
Ein paar Vorstellungen bringen die Architekten mit: Nachhaltig solle das Projekt sein, mit ökologischen Materialien. 25 Wohneinheiten wären denkbar, zum Beispiel in einem Gebäude mit kleinen Seniorenwohnungen und weiteren Gebäuden mit größeren Wohnungen für Familien. „Es soll einen dörflichen Charakter haben“, sagt Schäfer. Und dieses kleine Dorf, in dem 60 bis 80 Menschen leben könnten, möchten er und sein Kollege autofrei planen, gerne mit Gemeinschaftsflächen und Gemeinschaftsgarten.
Die genaue Ausgestaltung ist noch völlig offen. Wahrscheinlich ist nur, dass die alten Ställe und das Scheunengebäude aus Kostengründen abgerissen werden müssen. Und sicher ist, dass das denkmalgeschützte Hauptgebäude saniert werden muss.
Erste Gespräche mit Interessierten haben sie bereits geführt, nun sind sie gespannt darauf, wer zur Infoveranstaltung kommt. Kontakte vermittelt hat ihnen bislang die städtische Kontaktstelle Wohnraum. Leiterin Sabine Steinkamp sagt, dass sie und ihr Team eine Excel-Liste führen: Rund 70 Namen von Menschen stünden zurzeit darauf, die auf der Suche nach einer gemeinschaftlichen Wohnform sind.
Steinkamp ist sehr gespannt, wie die Projektidee aufgenommen wird. „Hier passt viel zusammen“, meint sie mit Blick auf die Lage an der Vehrter Landstraße: Es gibt Verbrauchermärkte ringsum, eine gute Anbindung an aktive Kirchengemeinden und Gruppen. „Ich glaube, es bringt sehr gute Voraussetzungen mit“, sagt Steinkamp.