Osnabrück  Arbeitsgericht: Schlussstrich unter Mobbing-Streit beim DRK Osnabrück

Markus Pöhlking
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Von Markus Pöhlking
| 26.11.2025 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schauplatz der streitgegenständlichen Vorgänge: Der DRK-Laden nahe dem Hauptbahnhof in der Osnabrücker Innenstadt. Foto: André Havergo
Schauplatz der streitgegenständlichen Vorgänge: Der DRK-Laden nahe dem Hauptbahnhof in der Osnabrücker Innenstadt. Foto: André Havergo
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Seit Monaten schwelt eine Mobbing-Affäre um den DRK-Markt in Osnabrück. Darin ist nun ein Kapitel wohl an sein Ende gekommen: Die entlassene Marktleiterin und der Verband einigten sich vor dem Arbeitsgericht.

Eigentlich schien der Streit schon im Dezember 2024 beendet: Damals erzielten der DRK-Kreisverband Osnabrück und die vormalige Leiterin des Osnabrücker DRK-Marktes nach Mobbingvorwürfen und Kündigung eine Einigung vor dem Arbeitsgericht. Die widerrief der Kreisverband im letzten Moment. Nun landete die Sache erneut vor dem Richter.

Erneut vereinbarten beide Seiten einen Vergleich – diesmal dürfte er wohl endgültig sein. Das zumindest erklärt die Klägerin, Ex-Marktleiterin Daniela Palma Revez, unserer Redaktion gegenüber. Sie wolle einen Schlussstrich unter die Sache ziehen und abschließen.

Der Vergleich, den beide Parteien vor dem Osnabrücker Arbeitsgericht schlossen, sieht unter anderem eine Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes in Höhe von 5000 Euro vor. Dazu erhält die Klägerin unter anderem ein gutes Arbeitszeugnis und ein noch ausstehendes Weihnachtsgeld aus dem Jahr 2024.

Ursprünglich hatte der DRK-Verband, vertreten durch Geschäftsführer Mike Reil, Palma Revez gegenüber eine Kündigung zum 31. Dezember 2024 ausgesprochen. Sie ist mit dem Vergleich unwirksam. Vielmehr wurde als Datum der Kündigung nun der 5. November 2025 festgelegt, das Arbeitsverhältnis endet damit zum 30. Juni 2026. Entsprechend hat die vormalige Marktleiterin Anspruch auf Urlaub, den Rest der Zeit wird sie freigestellt sein.

Sie verpflichtet sich im Gegenzug, keine Mobbingvorwürfe mehr gegen DRK-Geschäftsführer Reil zu erheben.

Der Streit zwischen Reil und Palma Revez war nicht der erste Fall, dessentwegen vor dem Arbeitsgericht Mobbingvorwürfe gegen Reil zur Sprache kamen. Anfang Januar 2024 hatte Reil etwa einer anderen Mitarbeiterin des Marktes außerordentlich gekündigt. Es folgte ein Rechtsstreit, der im Juni 2024 ebenfalls mit einem Vergleich endete: Das DRK sprach eine fristgerechte Kündigung aus und zahlte der vormaligen Mitarbeiterin eine Entschädigung von ebenfalls 5000 Euro.

Ein weiterer Mitarbeiter, den Reil ebenfalls entließ, verzichtete auf einen Rechtsstreit. Allerdings ließ er Reil über einen Anwalt eine sogenannte „Strafbewehrte Unterlassungserklärung“ zukommen. Darin solle sich Reil verpflichten, den Mitarbeiter nicht „zu diskriminieren, herabzuwürdigen, zu schikanieren oder anzufeinden.“

In allen drei Fällen hieß es zwischenzeitlich, Reil habe die teils langjährigen Mitarbeiter des DRK-Marktes regelrecht rausgemobbt. Eine Darstellung, die Reil in unserer Berichterstattung klar von sich wies.

Reil ist seit August 2022 Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Schon länger ist er zudem beim DRK-Kreisverband in Melle als Buchhalter engagiert Seit seiner Amtsübernahme in Osnabrück ist es im Kreisverband zu einigen Personalveränderungen gekommen. So steht dem Präsidium mittlerweile Michael Schneider vor, der über eine Investmentgesellschaft an einer Immobiliengesellschaft von Reil beteiligt ist.

Seinen Kurs beim DRK Osnabrück begründete Reil in der Vergangenheit mit notwendigen Neuausrichtungen etwa des Marktes. Dessen Umsätze etwa hätten sich unter Reils Führung verbessert, nachdem sie zuvor über mehrere Jahre defizitär gewesen seien. „Dinge dann zu ändern, gefällt leider nicht jedem“, erklärte er im September 2024 unserer Redaktion gegenüber.

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