Osnabrück Siegtorschütze Badjie vom VfL Osnabrück: Ich mag diese Eins-gegen-Eins-Duelle
Lange sah es nach einem eigentlich gerechten Remis aus zwischen dem VfL Osnabrück und dem FC Ingolstadt - doch dann machte eine Einzelaktion von Ismail Badjie doch noch den Unterschied beim 1:0-Sieg der Lila-Weißen, die sich in der Spitzengruppe der 3. Liga festsetzen. Die Stimmen zum Spiel.
Sabrina Wittmann, Trainerin des FC Ingolstadt 04: Herzlichen Glückwunsch an den VfL. Zu Anfang des Spiels haben wir uns schwergetan. Vor allem in den ersten 30 Minuten haben wir uns immer wieder vertendelt, haben die Verlagerung nicht gefunden. Aber ab der 30. Minute bis zum Ende hin hatte ich das Gefühl, dass wir das Spiel kontrolliert haben. In der ersten Halbzeit haben wir eine dicke Chance zugelassen, hatten aber auch eine dicke auf unserer Seite. In der zweiten Halbzeit hatten wir viel Druck und Power aufs gegnerische Tor, standen gut gestaffelt. Die Niederlage fühlt sich ein bisschen ungerecht an. Es hätte ein Unentschieden sein können, ist aber durch den abgefälschten Schuss eine unglückliche Niederlage.
Timo Schultz, Trainer des VfL Osnabrück: Ich sehe das alles in allem genau so. Wir hatten einen guten Start, ab der 30. Minute war das Spiel aber extrem ausgeglichen. Auch Ingolstadt hatte wirklich guten Ballbesitz, ist immer wieder ins letzte Drittel reingekommen. Dass wir da unsere Stärken haben, ist mittlerweile bekannt. Wir hatten unseren eigenen Matchplan, aber dann kommt der Gegner und hat auch eine Idee. Dementsprechend war das heute ein Spiel auf Augenhöhe. Wir können nicht den Anspruch haben, eine wirklich gute Mannschaft aus Ingolstadt mit 4:0 aus dem Stadion zu fegen. Wäre das ein 0:0-Spiel gewesen, dann wäre das auch verdient gewesen. Das Tor von Isi ist für uns sehr glücklich. Er macht es im Training einfach richtig gut, hat uns gegen Cottbus schon die drei Punkte gesichert und heute wieder. Dementsprechend sind wir sehr zufrieden.
Robin Meißner, Stürmer des VfL: Ich bin sehr erleichtert, dass wir das Spiel hintenraus gezogen haben. Das macht uns stark, das wir diese Qualität hintenraus ausspielen können und Isi als Joker dann zuschlagen kann. Wir sind eigentlich gut ins Spiel reingekommen, haben dann aber im Lauf der ersten Halbzeit die Kontrolle ein wenig abgegeben und sind etwas zu passiv geworden. Auf dem Feld hat es sich aber nicht so angefühlt, dass uns hinten wirklich etwas passieren kann. Die zweite Halbzeit war sehr ausgeglichen - am Ende haben wir halt das Glück, dass Isi das eins-gegen-eins gewinnt und sein Ball abgefälscht reinfällt. Siege müssen ja nicht immer schön sein. Basis für alles ist unsere Arbeit gegen den Ball, die macht uns stark. Bei jedem ist inzwischen im Kopf drin, dass er mithelfen muss, das eigene Tor zu beschützen - und wenn man sieht, wie alle zehn Feldspieler bei uns gegen den Ball arbeiten, ist das einfach eine große Qualität. Jetzt sind wir als schöne Momentaufnahme oben dabei, freuen uns über die drei Punkte, aber wir tun gut daran, weiter von Spiel zu Spiel zu denken.
Ismail Badjie, Schütze des goldenen Tores: Bei meinem Tor habe ich gesehen, dass ich ins Eins-gegen-Eins gehen und dann mit rechts abschließen kann. Ich habe schon gemerkt, dass ich ihn eigentlich ganz gut getroffen habe - und dann ist auch bisschen Glück dabei, dass er abgefälscht reingeht. Beim Jubeln habe ich in die Kurve geschaut und gar nicht gesehen, dass die ganze Bank auf mich zugerannt gekommen ist - Lars Kehl war dann von dort der Erste bei mir in dem Moment, wo ich das realisiert habe. Ich fühle mich eben auch auf dem Flügel sehr wohl und mag diese Eins-gegen-Eins-Duelle. Wenn man sich draußen warm läuft und es noch 0:0 steht, weiß man natürlich, dass eine Situation alles entscheiden kann - und da hofft man natürlich drauf. Das Spiel war sehr umkämpft, hektisch, ich habe ein bisschen gebraucht, um reinzufinden, was ich dann über ein, zwei gelungene Aktionen und Zuspiele geschafft habe. Generell war unsere Defensive heute ausschlaggebend für den Erfolg, wir mussten gut gegenhalten gegen eine gute Mannschaft. Aber wenn man solche Spiele gewinnt, in denen man so lange gegen Widerstände ankämpft, dann ist vieles möglich in einer Saison.