Osnabrück Lufthansa bestätigt: München-Flüge ab FMO werden 2026 fortgeführt
Die Lufthansa reagiert – und hält die FMO–München-Verbindung auch 2026 aufrecht. Nach massivem Druck aus Politik und Wirtschaft ist die Freude am Flughafen groß. Auch Landrätin und Oberbürgermeisterin hatten sich zuvor eingeschaltet – mit Erfolg.
Die Entscheidung ist gefallen: Die Lufthansa wird die Verbindung vom Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) nach München auch im kommenden Jahr fortführen. Das bestätigte der Flughafen am Samstagmorgen – und spricht damit von einer wichtigen Weichenstellung für die Region. Seit Wochen wurde die Strecke öffentlich infrage gestellt, nun gibt es erstmals Planungssicherheit.
Die Lufthansa-Entscheidung ist eine direkte Folge der politischen und wirtschaftlichen Anstrengungen der vergangenen Wochen. Nachdem die Bundesregierung im Koalitionsausschuss die Rücknahme der Luftverkehrsteuer-Erhöhung von 2024 beschloss und Entlastungen von insgesamt 350 Millionen Euro ankündigte, hatte der Osnabrücker CDU-Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg von „maximal kräftigem Rückenwind“ gesprochen. Nun sieht er seine Worte bestätigt. „Super Nachricht für unsere Region. Unser Einsatz hat sich gelohnt“, sagte Middelberg unserer Redaktion am Samstagmorgen. Die Fortführung der Strecke sei „ein wichtiges Signal für die heimische Wirtschaft und ihre internationale Anbindung“.
Insbesondere der stellvertretende Fraktionschef der Union im Bundestag hatte sein politisches Gewicht eingesetzt. Er war einer der zentralen Initiatoren des Brandbriefs an Bundeskanzler Friedrich Merz und Vizekanzler Lars Klingbeil. Gemeinsam mit Lutz Brinkmann und fünf weiteren CDU-Abgeordneten aus Westniedersachsen und dem Münsterland hatte er das Thema in Berlin platziert.
Auch aus Greven kommt eine eindeutige Reaktion. Der FMO-Sprecher und designierte Geschäftsführer ab 2026, Andrés Heinemann, sagte unserer Redaktion, der Flughafen habe nun Klarheit: Lufthansa werde die München-Strecke auch 2026 bedienen. In einer gemeinsamen schriftlichen Mitteilung bedankte sich der aktuelle FMO-Chef Rainer Schwarz zusammen mit Heinemann ausdrücklich für das Engagement aus der Region: „Politik, Wirtschaft und deren Verbände haben maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere Wirtschaftsregion weiter über das Drehkreuz München mit der Welt verbunden bleibt.“
Der Druck der vergangenen Wochen habe gezeigt, wie groß die Bedeutung des FMO für die Region sei. „Nun ist es natürlich umso wichtiger, dass die Strecke weiter intensiv genutzt wird.“
Bereits seit über 40 Jahren besteht am Grevener Airport die Flugverbindung in die bayerische Metropole. Heinemann fliegt am Montag nach München, um mit der Lufthansa finale Details zum kommenden Flugplan zu besprechen.
Aktuell fliegt die Airline aus Greven viermal täglich mit einem Airbus A319/320 nach München. Heinemann kündigte an: „Dieser Umfang wird auch im Sommerflugplan unverändert weitergeführt. Parallel bemühen wir uns noch um eine Optimierung der Flugzeiten – insbesondere für Fluggäste, die ab München internationale Verbindungen nutzen möchten.“
In diesem Jahr werden nach Angaben des Flughafens voraussichtlich rund 230.000 Passagiere die Strecke nutzen – das entspricht etwa jedem fünften Flug vom Grevener Airport.
Auch von der Lufthansa selbst kommt ein klares Signal. „Wir wollen die Rücknahme der Steuererhöhung in den Erhalt von Verbindungsqualität in Deutschland investieren", sagte Lufthansa-Airlines-Chef Jens Ritter den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Nach seinen Worten können mehrere innerdeutsche Strecken, die zuletzt wegen hoher Standortkosten bedroht waren, nun erhalten bleiben. Ritter betonte: „Das betrifft etwa die Verbindung von München nach Münster/Osnabrück.“
Auch auf weitere Standorte blickt die Lufthansa nun optimistischer. Für Dresden sehe es gut aus, und auch Bremen sowie Hannover könnten profitieren, weil man dort das bestehende Angebotsniveau halten könne. Ähnliche Effekte seien – so Ritter – bei Eurowings für Stuttgart und Hamburg zu erwarten.
Die Lufthansa hatte im Oktober betont, rund 100 innerdeutsche Strecken stünden „auf dem Prüfstand“. Als Hauptgrund nannte Konzernchef Carsten Spohr die im europäischen Vergleich zu hohen Standortkosten in Deutschland.
In der Region war der Druck zuvor kontinuierlich gewachsen. Industrie- und Handelskammern, Unternehmen und Forschungseinrichtungen warnten bereits Anfang Oktober vor einem Verlust internationaler Erreichbarkeit. Nach dem Ende der Frankfurt-Verbindung im Jahr 2024 hätte ein Aus für München die letzte Lufthansa-Anbindung des Flughafens bedroht. Danach hatten sich auch Landrätin Anna Kebschull (Grüne) und die Osnabrücker Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) in einem Appell klar positioniert und gemeinsam vor den Folgen eines Wegfalls gewarnt.
Ende Oktober hatten die CDU-Bundestagsabgeordnete aus Westniedersachsen und dem Münsterland hatten das Thema mit ihrem Brandbrief an Kanzler Merz und Vizekanzler Klingbeil endgültig zur Chefsache gemacht. Der Schulterschluss zwischen Stadt, Landkreis und Wirtschaft gilt als entscheidender Faktor, den Wegfall der Lufthansa-Verbindung vom FMO nach München doch noch abzuwenden.
Die Osnabrücker Oberbürgermeisterin Pötter zeigte sich am Samstag „sehr erleichtert“. Der Erhalt der Verbindung nach München sei „eine sehr gute Nachricht für unsere regionalen Unternehmen, für die die Anbindung des Wirtschaftsstandorts Osnabrück von größter Bedeutung ist“.
Sie dankte der Bundesregierung, die mit der angekündigten Senkung staatlich beeinflussbarer Kosten für die Luftfahrt ein wichtiges Signal gesetzt und damit zur Entscheidung der Lufthansa beigetragen habe. Ebenso dankte sie den CDU-Bundestagsabgeordneten aus der Region, die sich mit großem Engagement für den Erhalt der Verbindung starkgemacht hatten: „Diese gemeinsame Kraftanstrengung mit den Unternehmen der Region hat deutlich gemacht, wie wichtig der FMO für uns ist.“
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, Marco Graf, betonte, dass die Unternehmen der Region damit Zugang zu ihren Kunden und Lieferanten in aller Welt behalten: „Hierfür haben wir intensiv gearbeitet: Das enge Miteinander zwischen den Unternehmen, dem FMO und den beiden IHKs in Münster und Osnabrück war am Ende Voraussetzung für diesen Erfolg.“
Ob die Entscheidung der Lufthansa auch langfristig Bestand haben wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Doch die Vorzeichen dafür stehen nach der angekündigten Senkung der Luftverkehrsteuer zum 1. Juli 2026 sehr gut.