Osnabrück  Annette Frier zu Wechseljahren: „Über solche Dinge wurde nicht gesprochen“

Tilmann P. Gangloff
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Von Tilmann P. Gangloff
| 24.11.2025 06:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zum Start der Serie „Frier und Fünfzig“ äußerst sich Annette Frier über die Tabuisierung der Wechseljahre und die Altersdiskriminierung von Frauen in der TV-Branche. Foto: IMAGO/Future Image
Zum Start der Serie „Frier und Fünfzig“ äußerst sich Annette Frier über die Tabuisierung der Wechseljahre und die Altersdiskriminierung von Frauen in der TV-Branche. Foto: IMAGO/Future Image
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In ihrer neuen Serie „Frier und Fünfzig“ hadert Annette Frier mit den Wechseljahren. Ihr Serienprojekt glänzt mit pointiertem Humor und prominenter Unterstützung. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt sie, warum das Thema so lange tabu war.

Mit ihrer neuen Serie „Frier und Fünfzig“ rückt Schauspielerin Annette Frier ein Thema ins Rampenlicht, das Millionen Frauen betrifft und dennoch lange weitgehend unsichtbar blieb: die Wechseljahre. In dem selbstironischen Format setzt sich Frier humorvoll, aber offen mit körperlichen und emotionalen Veränderungen auseinander – und trifft damit einen Nerv.

Frier erinnert im Gespräch mit unserer Redaktion daran, wie sehr sich der gesellschaftliche Umgang mit dem Thema gewandelt hat. „Als meine Mutter in dieses Alter kam, wurde über solche Dinge nicht gesprochen, schon gar nicht in der Öffentlichkeit“, sagt sie.

Heute gebe es zwar zunehmend Artikel, Bücher und Podcasts über die Wechseljahre, doch wirklich angekommen sei das Thema erst langsam. „Heute sind wir zum Glück weiter“, so Frier. Sie betont jedoch, dass ausgerechnet im Comedy-Bereich das Thema bislang so gut wie keine Rolle gespielt habe.

Neben dem Tabu rund um die Wechseljahre thematisiert die Serie auch den Umgang mit dem Älterwerden, auch in der Film- und Fernsehbranche. Während männliche Schauspieler jenseits der 50 – so heißt es oft – als besonders interessant gelten, verschwänden Frauen im gleichen Alter häufig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. „Daran hat sich nichts geändert“, stellt Frier fest.

Viele ältere Kolleginnen hätten kaum noch Rollenangebote – ein Zustand, den sie auf das weitverbreitete Ideal der ewigen Jugendlichkeit zurückführt. Selbst öffentlich-rechtliche Sender wollten „so jung, schick und hip wie möglich“ auftreten, statt den Mut aufzubringen, Themen aufzugreifen, die ihre eigentliche Zielgruppe bewegen.

Für Frier selbst gab es in den vergangenen Jahren dennoch einige positive Ausnahmen, etwa die Erfolgsserien „Merz gegen Merz“ und „Ella Schön“. Doch sie betont, wie selten gute Rollenangebote tatsächlich sind und dass viele ältere Kolleginnen oft „so gut wie gar keine Arbeit“ hätten. Mit „Frier und Fünfzig“ setzt sie nun bewusst ein Zeichen – und zeigt, dass Humor und gesellschaftlich relevante Themen sich keineswegs ausschließen. Sat.1 zeigt „Frier und Fünfzig“ ab dem 24. November montags um 22.15 Uhr in Doppelfolgen, bei Joyn ist die Serie bereits kostenlos verfügbar.

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