Bauland in Ihlow  So schafft Ihlow Platz für kleinere Wohnungen

| | 20.11.2025 12:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Blick auf die Fläche am Düsterweg, wo in naher Zukunft Wohnungen entstehen sollen. Foto: Christin Wetzel
Blick auf die Fläche am Düsterweg, wo in naher Zukunft Wohnungen entstehen sollen. Foto: Christin Wetzel
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Abseits von zentralen Neubaugebieten ebnet die Gemeinde Ihlow den Weg für neue Wohnprojekte. In welchen Orten das nun konkrete Züge annimmt.

Ihlow - Es tut sich was in Ihlow in Sachen Bauplätze. In gleich mehreren Ortschaften könnten bald neue Wohneinheiten entstehen. Dabei soll auch der Bau von kleineren Wohnungen möglich sein. Dafür hat der Ausschuss für Bau, Planung, Feuerschutz und Umwelt in dieser Woche an verschiedenen Stellen den Weg geebnet. Was geplant ist und wo bald gebaut werden kann – ein Überblick.

Westerende-Kirchloog

Am weitesten fortgeschritten sind die Planungen für das Baugebiet am Düsterweg/Kirchweg. Auf dem einst landwirtschaftlichen Grundstück, das die Gemeinde gekauft hat, sollen sowohl Plätze für vier Einfamilienhäuser als auch Flächen für Doppel- und Reihenhäuser entstehen. Auch Raum für Mehrfamilienhäuser ist angedacht. In dem ersten Planentwurf, der diese Woche vorgestellt wurde, ist vorgesehen, dass diese Mehrfamilienhäuser auch zweigeschossig gebaut werden können. Die Gemeindeverwaltung reizt die Vorgabe so aus, dass zumindest der Bau möglich ist. „Aber es müssen nicht zwangsläufig Mehrfamilienhäuser gebaut werden“, sagt Bürgermeister Arno Ulrichs gegenüber der Redaktion. Dennoch: Der Bedarf sei vor allem in Westerende-Kirchloog da. Vor allem ältere Einwohner und jüngere Ihlower, die noch nicht so weit seien, dass sie ihr Einfamilienhaus bauen können und wollen, würden vermehrt kleinere Wohneinheiten nachfragen. Das gilt nicht nur für diese Ortschaft, sondern auch in anderen Dörfern. Die Pläne für Westerende-Kirchloog sollen dann bald öffentlich ausgelegt werden. Bedenken von Anwohnern des Holzkampswegs, dass die Nachbarn aus dem Baugebiet von den zweigeschossigen Häusern in deren Gärten blicken, wurden mit aufgenommen, sagt Ulrichs. Hier sollen die vorhandenen Bäume ergänzt werden. Außerdem soll eine Leitung unter das Baugebiet verlegt werden, die die Entwässerung des gesamten Bereichs, auch am hinteren Teil des Düsterwegs, entlasten soll. Der Verkehr soll außerdem nach Möglichkeit so gelenkt werden, dass aus dem Baugebiet die Autos in Richtung Loogstraße fahren. Denn wegen der Kitas und der Arztpraxis sei die Verkehrssituation am angrenzenden Kirchweg ohnehin zu bestimmten Zeiten schon recht unübersichtlich.

Ludwigsdorf

Kleinere Wohneinheiten sollen auch in Ludwigsdorf gebaut werden. Hinter dem Neubau des Sanitätshauses sollen zwischen Plaggefelder Straße und Kirchdorfer Straße neue Wohneinheiten entstehen. Diese Pläne wurden das erste Mal öffentlich im Ausschuss besprochen. Da auf dem Gelände früher der Sportplatz von Eintracht Ihlow lag, musste der Bebauungsplan entsprechend angepasst werden. Mehrfamilienhäuser, unter anderem eine mögliche Senioren-WG, schweben dem Eigentümer der Fläche, zu dem auch das Sanitätshaus gehört, vor. Allerdings muss die Gemeinde noch ermitteln, ob der Bedarf an diesen Wohneinheiten da ist und nicht über etwaige Baulücken abgedeckt werden kann, bevor auch der Landkreis Aurich seinen Segen für neue Wohnungen in Ludwigsdorf gibt, heißt es in der Beschlussvorlage.

Hier kommt auch der dritte Punkt ins Spiel, der im Ausschuss vorgestellt wurde: das Baulückenkataster.

Baulücken

Wo gibt es unbebaute Grundstücke? Diese Frage kann die Gemeinde Ihlow nun schneller beantworten. Die Verwaltung hat laut Ulrichs ein Baulückenkataster erstellt. Über dieses könne das Bauamt in jeder Ortschaft schnell ermitteln, wo freie Grundstücke sind. 340 Baulücken in der gesamten Gemeinde seien so ermittelt worden. Aus Datenschutzgründen könne die Verwaltung dieses Kataster nicht öffentlich stellen. Denn die Baulücken sind oft Grundstücke in privater Hand. Aber die Ortsbürgermeister sollen die Übersicht erhalten. Laut Ulrichs seien nämlich die Ortsbürger oftmals die Ersten, die bei Bedarf nach Bauland angesprochen würden. Und wenn das Wissen über diese Lücken da ist, könnten sie oft auch schneller beseitigt werden. Ulrichs führt an, dass in seinen zehn Jahren als Ortsbürgermeister in Simonswolde auf diese Weise allein 50 Baulücken im Dorf gefüllt werden konnten.

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