Georgsmarienhütte Neues Walzwerk für Stahl in Georgsmarienhütte: GMH Gruppe investiert 26 Millionen Euro
Mit einem neuen Walzwerk – den sogenannten Kocks-Blöcken – setzt die GMH Gruppe in der Stahlbranche ein weiteres Ausrufezeichen. Der Ausbau im Werk in Georgsmarienhütte hat 26 Millionen Euro gekostet. Wozu dient er?
Drei Mitglieder der Geschäftsführung, der Werksdirektor und die Bürgermeisterin der Stadt hatten sich um das kleine Pult versammelt – und drückten zusammen auf den grünen Knopf. Die neue Walzstraße im Stahlwerk in Georgsmarienhütte war damit nun auch offiziell eröffnet.
Für das 186 Tonnen schwere Drei-Scheiben-Walzgerüst – auch Kocks-Blöcke genannt – hat die Unternehmensgruppe noch einmal stolze 26 Millionen Euro in die Hand genommen. Es gilt in dieser Form als europaweit einzigartig und wird in einer schriftlichen Mitteilung der GMH Gruppe als „weiterer Meilenstein in der Modernisierungsstrategie“ beschrieben.
Die Manager Alexander Becker, Anne-Marie Großmann und Mathias Hölscher strahlten dann auch mit Werksleiter Marc-Oliver Arnold und Stadtoberhaupt Dagmar Bahlo um die Wette. Hinter ihnen erhob sich das neue, mächtige Walzwerk in Blau und Rot. Es soll unter anderem für noch mehr Präzision während der Produktion und eine schnellere Fertigung sorgen. Hergestellt worden sind die beiden Blöcke in enger Zusammenarbeit mit der Friedrich Kocks GmbH aus Bremen.
„Unser neues Walzwerk bietet den Kunden genau das, was sie brauchen: Flexibilität, Präzision und Zuverlässigkeit“, erklärt dann auch Werksdirektor Arnold. Das Unternehmen könne jetzt schneller auf sich ändernde Marktanforderungen reagieren und eine größere Bandbreite an Größen und Güten produzieren. Auftraggeber aus ganz unterschiedlichen Branchen könnten davon profitieren, so Arnold.
Auch der ranghöchste Manager der Geschäftsführung der GMH Gruppe, Alexander Becker, zeigte sich beim Vor-Ort-Termin auf der „Hütte“ zufrieden. Die Position des Unternehmens als europäischer Marktführer für hochwertige Spezialstähle werde durch die Maßnahme und die Investition gestärkt.
Zur GMH Gruppe gehören aktuell mehr als 20 mittelständische Standorte der Stahl-, Schmiede- und Gussindustrie. Sie bedienen Kunden in über 50 Ländern und erwirtschaften einen Jahresumsatz, der oberhalb von zwei Milliarden Euro liegt, heißt es in einer Presseerklärung der Firma. Mehr als 6000 Menschen finden unter dem Dach der Unternehmensgruppe Arbeit.
Durch eine Wiederverwertung von Metallschrott und eine Kreislaufwirtschaft stellt die GMH Gruppe bereits seit geraumer Zeit grünen Stahl her. Sie habe sich zum Ziel gesetzt, „bis 2039 vollständig klimaneutral zu sein“, wird in der Firmenmitteilung abschließend betont.