Osnabrück Sport vernetzt: Neues Projekt soll Menschen im Schinkel durch Bewegung zusammenbringen
Im Schinkel schlägt das Herz des Osnabrücker Sports. Nicht nur, wenn der VfL spielt: Im Stadion Bremer Brücke treffen sich am 24. November Akteure aus dem Stadtteil, um ein nachhaltiges Sport- und Bewegungsangebot zu schaffen.
Übermäßige Nutzung von Smartphones kann zu Depressionen führen, wie Werner Terhaar, Chefarzt der Kinderpsychiatrie im Kinderhospital Osnabrück, im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert. Das Handy ist aber auch oft der Grund dafür, dass sich Menschen nicht oder zu wenig bewegen. Das Projekt „Sport vernetzt“, das vom Basketballverein Alba Berlin ins Leben gerufen wurde, soll Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten geben, sich sportlich zu betätigen. Dieses Projekt wird seit Anfang 2024 auch im Schinkel in Osnabrück umgesetzt.
Miriam Dannemann ist Koordinatorin der Bewegungswerkstatt im Schinkel. Sie bringt Akteure zusammen, arbeitet mit Kindertagesstätten und Schulen, um Zugänge zu Bewegung zu schaffen, wie sie sagt. „Im Schinkel ist die Besonderheit, dass es wenige Sportstätten gibt. Sie liegen eher am Rande des Stadtteils.“ Oft würden diese Bewegungsstätten wie der Spielplatz an der Schützenstraße auch nicht für körperliche Aktivitäten, sondern für Picknicks genutzt, beobachtet sie.
Die Osnabrücker Ballschule, wo Miriam Dannemann als Koordinatorin arbeitet, biete jetzt schon Aktivitäten in Kitas, Schulen und Seniorenheimen an. Sie wolle nun über die verschiedenen Institutionen im Stadtteil erfahren, wo Bedarf besteht. Und sie möchte die Akteure miteinander vernetzen. Dafür dient das Treffen am 24. November.
„Man merkt in Gesprächen mit Schulen, dass Übergewicht oder Bewegungsfreiheit für Mädchen Probleme im Schinkel sind“, so Miriam Dannemann. Kinder würden oft zu Hause sitzen, eine Straßen-Spielkultur gebe es nicht mehr. Zwei Stunden Schulsport in der Woche seien zu wenig, so Dannemann. „Wir müssen zum Beispiel in Ganztagsschulen mehr Möglichkeiten für Bewegung schaffen.“ Empfohlen werde eine Stunde Bewegung pro Tag.
Gemeinsame Sportaktivitäten würden auch vor Einsamkeit und damit auch vor Depressionen schützen. „Und wenn ein Ball ins Spiel kommt, braucht es keine Wörter mehr. So überwindet man auch Sprachbarrieren.“ Der soziale Aspekt ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts „Sport vernetzt“.
Für den Stadtteil ist eine Schinkel-Tour in Planung, um Sport- und Bewegungsstätten bekannter und sichtbar zu machen. Geplant ist die Umsetzung des Projekts „Sport vernetzt“ auch im Stadtteil Eversburg.