Osnabrück  So kommt der Ausweichstandort für den Osnabrücker Ostbunker bei Jugendlichen an

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 18.11.2025 10:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein „neues Zuhause“ haben Maksim Maksimov, Heinz Eli Max Wallenstein und Erol Erol im Kleinen Bunker an der Rappstraße in Osnabrück gefunden. Foto: Thomas Wübker
Ein „neues Zuhause“ haben Maksim Maksimov, Heinz Eli Max Wallenstein und Erol Erol im Kleinen Bunker an der Rappstraße in Osnabrück gefunden. Foto: Thomas Wübker
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Im April 2024 musste das Jugendzentrum Ostbunker von einem Tag auf den anderen schließen. Für die Jugendlichen im Schinkel wurde der sogenannte Kleine Bunker in der Rappstraße eingerichtet. Wir haben ihn besucht und mit ihnen über den Ostbunker geredet. Sie alle vermissen ihn.

In ehemaligen Büroräumen an der Rappstraße haben die Jugendlichen aus dem Schinkel „Asyl“ für die Zeit gefunden, in der der Ostbunker wegen den Umbaumaßnahmen geschlossen ist. Drei Tage in der Woche, von Dienstag bis Donnerstag, hat der offene Jugendtreff geöffnet. Dort können Jugendliche Tischtennis spielen, kickern oder kochen.

Das wird auch an diesem Dienstagabend gemacht. Im Durchschnitt kommen 15 bis 20 Jugendliche pro Tag in den Kleinen Bunker, sagt Sozialarbeiterin Franziska Menkhaus. Früher im Ostbunker waren es 20 bis 30 Jugendliche pro Tag, sagt sie.

Heinz Eli Max Wallenstein ist 18 Jahre alt. Er wird von allen Max genannt und ist am Tag des NOZ-Besuchs Chef-Koch im Kleinen Bunker. Der wird übrigens nicht so genannt, weil er wie ein Bunker aussieht, sondern wesentlich kleiner ist als das Original an der Oststraße. In dem Raum stehen ein Computer, Spielgeräte, eine Sitzecke und eine Küche sind vorhanden. Im Gegensatz zum Ostbunker mit seinen vier Etagen ist der Treff an der Rappstraße karg.

Max ist einer der Jugendlichen, die sich seit Juni 2025 im Kleinen Bunker treffen. Er übernimmt nicht nur die Rolle als Chef-Koch, er ist aktiv im Jugendparlament, dadurch auch im Jugendhilfeausschuss, ist Mitglied im Kirchenvorstand der Pauluskirche und spielt Rugby. Vieles davon hängt mit dem Ostbunker zusammen, genauer gesagt mit den Sozialarbeitern, die dort gearbeitet haben. „Sie haben meine soziale Ader geweckt“, sagt Max.

„Ich fand die Mitarbeiter im Ostbunker immer gut“, sagt der 17-jährige Erol, und sein zwei Jahre jüngerer Kumpel Maksim Maksimov nickt zustimmend. Die beiden haben sich beim Billard im Ostbunker kennengelernt und verbringen seitdem ihre freie Zeit miteinander. Aber auf die Frage, was sie zur Schließung des Bunkers wegen Brandschutzmängeln meinen, ist ihre Antwort eindeutig. „Wir waren sehr traurig.“

Der Ostbunker sei ein zweites Zuhause für sie gewesen, sagen beide weiter. Sie waren früher jeden Tag dort, sagt Maksim. Jetzt ist der Kleine Bunker nur am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Auch seine älteren Brüder seien in den Ostbunker gegangen.

Schon als kleiner Junge wollte er dort hin. Zum ersten Mal war er als Elfjähriger dort. „Ich bin froh, dass es den Kleinen Bunker gibt. Aber ich freue mich darauf, wenn mein zweites Zuhause wieder aufmacht.“ Ihr neues Zuhause sei in Ordnung, sagen sie. „Man kann hier viel machen und es ist offen“, sagt Maksim angesichts der langen Fensterfront. Aber der Ostbunker biete viel mehr Möglichkeiten, sagt Erol.

Der Ostbunker soll im Februar 2027 nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit wieder eröffnen. So ist der Plan. Max ist dann 20 Jahre alt, Maksim 16 und Erol 18. Wollen sie dann noch in den Ostbunker gehen?

„Ich werde den Ostbunker nicht mehr als Jugendlicher nutzen, aber mich ehrenamtlich einbringen“, sagt Max. Allerdings weiß er nicht, ob er 2027 noch in Osnabrück ist. Er möchte studieren und bei der Polizei im Bereich Prävention arbeiten.

Maksim sagt, er gehe davon aus, dass er mit 17 eine Ausbildung absolviert. „Aber in den Ostbunker werde ich trotzdem gehen.“ Das will auch sein Kumpel Erol. Er kann sich vorstellen, einen Mini-Job im Ostbunker zu übernehmen.

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