Zusammenschluss zweier Löschteams Feuerwehr Brookmerland startet am neuen Stützpunkt
Die Samtgemeinde Brookmerland hat den Feuerwehrneubau in Osteel übergeben. Warum das in mehrfacher Hinsicht ein denkwürdiges Ereignis war.
Osteel - Brookmerlands neuer Feuerwehrstützpunkt ist jetzt auch offiziell einsatzbereit: Am vergangenen Freitag wurde das neue Feuerwehrgerätehaus in Osteel seiner Bestimmung übergeben. An der Eröffnungsfeier nahmen Gäste aus Feuerwehr, Politik und Verwaltung teil. Medienvertreter waren unerwünscht. Wie schon bei der Grundsteinlegung für das Gebäude im Juni 2024 hatte die Samtgemeinde erneut keine Pressevertreter eingeladen. Stattdessen veröffentlichte die Verwaltung eine Pressemitteilung mit ausgewählten Fotos und Informationen.
Eine weitere Mitteilung kam von Osteels Bürgermeisterin Ida Bienhoff-Topp (BfB) im Namen der Gemeinderäte Osteel und Leezdorf, die den Chefs der neuen Feuerwehr eine Glückwunschurkunde überreichten, im offiziellen Programmablauf aber nicht berücksichtigt worden waren.
Wie mehrfach berichtet, verschmelzen am sogenannten Feuerwehrstandort Nord am Adeweg in Osteel die bisher eigenständigen Feuerwehren Osteel und Leezdorf zur neuen Ortsfeuerwehr Nord. Damit setze die Samtgemeinde Brookmerland einen „wichtigen strategischen Schritt für einen leistungsfähigen Brand- und Bevölkerungsschutz“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung.
Die Fahrzeughalle habe den stimmungsvollen Rahmen für eine Veranstaltung geboten, die von Kameradschaft, Stolz und einem partnerschaftlichen Miteinander geprägt gewesen sei, teilte die Verwaltung mit. Demnach hatte der Festausschuss der Ortswehr Nord die Halle mit Bühne, Bestuhlung und Dekoration vorbereitet.
In der Mitteilung wird erneut daran erinnert, dass der Neubau in Holzrahmenbauweise, energieeffizient und mit modernster digitaler Infrastruktur errichtet worden sei. Photovoltaikanlage und Batteriespeicher ermöglichen einen weitgehend autarken Betrieb, WLAN ist bis in die Fahrzeughalle verfügbar. Die Räumlichkeiten umfassen Umkleiden, moderne Schulungs- und Büroräume sowie eine Fahrzeughalle für drei Fahrzeuge.
2020 war der Neubau im Feuerwehrbedarfsplan festgelegt worden. Zwischen Grundsteinlegung und Inbetriebnahme lagen 17 Monate. „Für ein Projekt dieser Größe ist das eine bemerkenswert kurze Bauzeit“, so die Verwaltung in ihrer Mitteilung.
Auf die Bedürfnisse der Feuerwehr zugeschnitten
Architekt Marten Ulpts betonte laut den Angaben die langjährige, verlässliche Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Brookmerland. Die enge Abstimmung mit den Kameraden habe dazu beigetragen, dass ein Gebäude entstanden ist, das exakt auf die Abläufe und Bedürfnisse einer modernen Feuerwehr zugeschnitten ist.
Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels blickte auf die Entwicklung des Projekts zurück und ordnete es in die Geschichte der Feuerwehren ein: „Aus zwei bislang guten Wehren wird jetzt eine starke – mit neuester Ausstattung und Technik“, wird er zitiert. Ihmels erinnerte daran, dass die Wehren Osteel und Leezdorf bereits 1935 als Feuerlöschverband gemeinsam auftraten: Damals seien es 66 Männer mit einer Motorspritze und viel Mut gewesen. Heute seien es mehr als 100 Mitglieder aller Abteilungen, und die Ausrüstung sei etwas moderner.
Mit einem Augenzwinkern kommentierte Ihmels laut Mitteilung den technischen Fortschritt in den Feuerwehren: „Früher wurde gesagt: Der Schlauch darf keinen Knick haben. Heute heißt es: Das WLAN darf nicht ausfallen.“
Eines der von der Samtgemeinde veröffentlichten Fotos zeigt, dass Ortsbrandmeister Erhard Tammen und sein Stellvertreter Tobias Dirks einen symbolischen Schlüssel überreicht bekamen.
Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens hob die Bedeutung des Neubaus für die Sicherheit der Bevölkerung hervor. „Heute und in Zukunft seid ihr bestens ausgerüstet, um gut und sicher auszurücken“, wird er zitiert. Cassens dankte demnach Verwaltung und Politik für die konstruktive Zusammenarbeit. Er beförderte Erhard Tammen zum Oberbrandmeister und Dirks zum Brandmeister.
Kreisbrandmeister Uwe Behrends ging der Mitteilung zufolge auf die Wirkung moderner Infrastruktur ein. Ein neues Gebäude schaffe Motivation, besonders für die Jugend. Wenn eine Gemeinde wachse, müsse die Feuerwehr mitwachsen. Es sei wichtig, ein Umfeld zu schaffen, das Engagement fördere und das notwendige Rüstzeug bereitstelle.
Landtagsabgeordneter spricht von Meilenstein
Der SPD-Landtagsabgeordnete Wiard Siebels würdigte den Zusammenschluss als „richtigen Meilenstein“. „In der Samtgemeinde Brookmerland bewegt sich etwas. Kooperationen wie diese sind nicht selbstverständlich, aber sie sind ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit“, wird Siebels zitiert.
Der Auricher Landrat Olaf Meinen stellte die Bedeutung des Tages in einen breiteren Rahmen. „Es ist ein historischer Tag für die Feuerwehrgeschichte und die Gemeinden“, wird er zitiert. Meinen lobte die Ehrenamtlichen: „365 Tage, 24 Stunden, sieben Tage – ihr seid da, wenn andere Hilfe brauchen.“
Brookmerlands Ordnungsamtsleiter Guido Feldmann verwies auf die 26 Mitglieder der Kinderfeuerwehr. Sie seien „ein klarer Beweis für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit“.
Ortsbrandmeister Tammen dankte der Jugendabteilung, die künftig ihre Freizeit für die Hilfe am Nächsten einsetze, der Ehrenabteilung, die jahrzehntelang Risiken getragen habe, und der Einsatzabteilung, die jederzeit bereitstehe.