Delmenhorst Riss in der Huntebrücke belastet Pendler in Delmenhorst und umzu: Pro Bahn übt Kritik
Seit ein Riss in der Huntebrücke aufgetreten ist, gibt es Einschränkungen bei den Zugverbindungen von Bremen über Delmenhorst Richtung Norden. Wie lange die Reparatur andauert und was der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert.
Am 4. November ist ein Riss in der Huntebrücke festgestellt worden. Seitdem ist die Brücke in Oldenburg nur noch eingleisig befahrbar – das hat deutliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Es kommt zu Zugausfällen und veränderten Abfahrzeiten, zu Schienenersatzverkehr und Verspätungen, die sich bis nach Delmenhorst und Bremen auswirken. Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert die Situation und hat eine klare Forderung hinsichtlich der Huntebrücke.
Noch voraussichtlich bis zum zweiten Advent sollen die Fernverkehrszüge, die sonst bis Norddeich Mole fahren, in Bremen oder Hannover enden. Das teilte die Deutsche Bahn rund eine Woche nach der Feststellung des Risses an der rund 70 Jahre alten Eisenbahnklappbrücke mit. Zudem sind die von Pendlern in Delmenhorst und umzu beliebten Züge der Linie RS30 von den Einschränkungen betroffen. Sie fahren von Bremen kommend nur bis Hude, ab dann verkehren Ersatzbusse. Die Linie RS3 fährt zwischen Bremen, Delmenhorst und Oldenburg mit Verspätungen. Während der Instandsetzungsarbeiten ist die Brücke nur eingleisig befahrbar, was sich auch auf die anderen Linien von Bremen und Delmenhorst über Oldenburg in den weiteren Nordwesten auswirkt.
Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert den Notfahrplan als unzureichend. Zudem bemängelt der Regionalverband Oldenburger Land/Bremen, dass bis heute kein verlässlicher Zeitplan vorläge, bis wann die Reparatur abgeschlossen sein wird. „DB InfraGo hatte anfangs drei bis vier Wochen genannt. Die Hälfte dieser Zeit ist bereits verstrichen, ohne dass man einen Zieltermin vorgelegt hat. Hier muss endlich ein Datum her“, so Malte Diehl, Regionalvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn.
Weitere Kritik lautet, dass das Ammerland derzeit praktisch abgehängt sei. „50 bis 75 Prozent der Züge im Ammerland fallen ersatzlos aus“, so Diehl. Der Fahrgastverband fragt, wieso es nicht möglich sei, zur Not kurzfristig ein anderes Unternehmen, wie die Nordwestbahn als Ersatz zu gewinnen. Ebenso müsse dafür gesorgt werden, dass die verbleibenden Züge zwischen Oldenburg und Bremen verstärkt werden. „Wir wissen insbesondere in den Hauptverkehrszeiten von Fällen, in denen Fahrgäste nicht mehr mitgenommen werden konnten“, so der Vorsitzende. Die Züge der RS3, die nach wie vor stündlich von Bremen über Delmenhorst nach Oldenburg und teilweise weiter bis Wilhelmshaven fahren, müssen laut Pro Bahn für die Dauer der Störung in Doppeltraktion fahren.
Besonders für Pendler von und nach Hude spielt dies eine Rolle, wo in Richtung Oldenburg die RS30 durch Schienenersatzverkehr bedient wird. Hinzu komme, dass ab Montag, 17. November, die Züge der Linie RS4, die Nordenham und Bremen verbindet, in Hude enden. Wie die Nordwestbahn informiert, wird zwischen dem 17. November und dem 1. Dezember ein Großteil der Zugverbindungen zwischen Bremen und Hude durch Busse bedient. Grund sind diverse Baumaßnahmen, unter anderem Gleiserneuerungen, Bahnübergangs- und Weichenarbeiten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn erneuert in der derzeitigen Situation seine Forderung, den Ersatzneubau der Oldenburger Hunteklappbrücke anzugehen, so Diehl. „Die Brücke ist schlicht marode“, sagt er, der Ersatzbau müsse als feste Querung ohne Klappe und dreigleisig ausgelegt werden. Die Dreigleisigkeit sei deshalb nötig, weil die Huntebrücke mit der höhengleichen Verzweigung dahinter einen Engpass darstellt.
Laut Pro Bahn benutzen sie bereits heute täglich circa 160 Personenzüge und gut 50 Güterzüge auf den Stecken nach Bremen und Osnabrück. Künftig sind weitere 20 Personenzüge sowie bis zu 80 zusätzliche Güterzüge möglich, so der Fahrgastverband. Die Bahn spricht in einer Mitteilung von derzeit mehr als 100 Zügen – davon etwa 90 Reise- und mehr als 30 Güterzüge. Man sei sich der Bedeutung der Hunteklappbrücke für die Region bewusst, heißt es.