Osnabrück Razzia bei Dachdecker-Firma: Zollfahnder durchsuchen elf Objekte im Großraum Osnabrück
Mehr als 120 Zollfahnder, elf Objekte im Großraum Osnabrück, Vernehmungen von Verdächtigen: Mit einer Razzia sind Staatsanwaltschaft Osnabrück und Hauptzollamt Osnabrück am Samstag einer Dachdeckerfirma zu Leibe gerückt. Der Vorwurf: gewerbsmäßiger Betrug zulasten des Jobcenters.
Bei einer Razzia haben Staatsanwaltschaft Osnabrück und Hauptzollamt Osnabrück in den frühen Morgenstunden des Samstags elf Objekte im Großraum Osnabrück durchsuchen lassen. Umfangreiche Ermittlungsverfahren richten sich laut einer gemeinsamen Pressemitteilung gegen zwei Verantwortliche einer Firma aus der Dachdeckerbranche.
Mehr als 120 Zollbeamte durchkämmten demnach zeitgleich Geschäftsräume und Wohnungen im Großraum Osnabrück. Dabei sei eine große Menge an Beweismaterial sichergestellt worden, darunter Computer und Mobiltelefone. Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik sollen sie auswerten.
In den Fokus der Zollfahnder waren zwei Beschuldigte aus dem Dachdeckerhandwerk geraten. Sie sollen nach Ermittlungen des Zolls gemeinsam eine Dachdeckerfirma geführt haben, wobei laut Gewerberegisterauskunft nur einer der beiden Männer als Inhaber gelistet war.
Den beiden Verdächtigen wird vorgeworfen, Arbeitslohn vorenthalten und veruntreut zu haben. Beide Beschuldigte sollen durch Aufträge an den Büchern vorbei schwarz Gewinne erwirtschaftet und unter sich aufgeteilt haben.
Der gemeldete Geschäftsinhaber soll parallel Bürgergeld bezogen und die Einnahmen aus den Gewinnen nicht dem Jobcenter gemeldet haben. Gegen ihn bestehe der Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges zu Lasten des Jobcenters, teilten Staatsanwaltschaft und Hauptzollamt mit.
Mit den Hausdurchsuchungen erhofften sich die Zollfahnder Hinweise darauf, wie viele Aufträge die Firma tatsächlich annahm und wie viel Personal sie dafür einsetzen musste, erklärte Christian Heyer, Sprecher des Hauptzollamts Osnabrück auf Anfrage. Es stehe der Vorwurf im Raum, dass nicht gemeldete Kräfte für die Firma arbeiteten.
Die beiden Verdächtigen und mögliche Beteiligte seien während der Maßnahme vernommen worden. Ein Großteil der durchsuchten Räume liegt laut Heyer im Stadtgebiet, einige in „umliegenden Ortschaften“. Bei der Razzia sei Bargeld konfisziert worden. Zur Höhe machte der Sprecher keine Angabe. Das Geld sei als Vermögenswert zur möglichen „Schadenswiedergutmachung der geschädigten Sozialkassen“ gesichert worden.
Die Ermittlungen würden unter Leitung der Staatsanwaltschaft Osnabrück von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Osnabrück weitergeführt.