Engter  Tom Bartels: In Melle als „Pizza“ bekannt und nun Grünkohlkönig des NFV-Kreises Osnabrück

Moritz Büscher
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Von Moritz Büscher
| 15.11.2025 11:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
„Hoch lebe der Grünkohl“: Vorgängerin Ulla Middendorf (v. li.) freut sich für die zwei neuen Grünkohlkönige Tom Bartels und Hans Dresmann. Foto: Helmut Kemme
„Hoch lebe der Grünkohl“: Vorgängerin Ulla Middendorf (v. li.) freut sich für die zwei neuen Grünkohlkönige Tom Bartels und Hans Dresmann. Foto: Helmut Kemme
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Der NFV-Fußballkreis Osnabrück hat im Gasthaus Rothert in Engter zwei neue Grünkohlkönige ausgezeichnet: der Meller Sport-Kommentator Tom Bartels und der langjährige Vorsitzende des SV Grafeld Hans Dresmann. Ein Abend voller Anekdoten, bei dem nicht nur das Gemüse, sondern auch Pizza eine Hauptrolle spielte.

Noch bevor Tom Bartels sein neues Amt als Grünkohlkönig des NFV-Fußballkreises Osnabrück im gut gefüllten Saal des Gasthauses Rothert in Bramsche-Engter entgegennehmen konnte, hatte er seinem Vorgänger und selbsternannten „Wurstfan“ Marcos Álvarez bereits etwas voraus: Er isst das Gemüse gerne und das nicht nur am Freitagabend in geselliger Runde mit knapp 300 Gästen. „Grünkohl mit Pinkel gibt es regelmäßig bei uns zu Hause, für mich ist es ein echter Titel“, betonte der Sport-Kommentator aus Melle.

Die symbolische Übergabe des Grünkohlstraußes, der Kette und der Trophäe, die üblicherweise der Vorgänger unter dem Motto „Hoch lebe der Grünkohl“ durchführt, übernahm dieses Mal Torsten Krone. „Der Spielplan der Oberliga Niedersachsen meinte es nicht ganz so gut“, sagte der NFV-Vorsitzende im Kreis Osnabrück. Álvarez hatte ein Spiel mit dem TuS Bersenbrück, bedankte sich jedoch mit einem Schreiben für seine einjährige Amtszeit.

Von der Auszeichnung „Grünkohlkönig“, die bereits seit dem Jahr 2000 im Gasthaus Rothert verliehen wird, habe sein Nachfolger Bartels in Melle mal etwas gehört. „Klingt seltsam, ist für mich aber eine große Ehre, wenn man in diesem Kreis fußballerisch groß geworden ist. Ich muss mich bei den Menschen bedanken, die dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche entspannt und sorgenlos Fußballspielen können und die Gesellschaft zusammenhalten. Ich wäre niemals Sport-Kommentator geworden, wenn das nicht gewesen wäre“, sagte der 60-Jährige in seiner knapp 15-minütigen Danksagung.

Kurioserweise habe er die erste Anfrage 2015 bekommen, die er wegen eines Länderspiels absagen musste. Es war an dem Tag, als in Paris die Terroranschläge waren, die für ihn eine „Grenzbelastung“ gewesen seien. Umso größer war die Freude, dass er nun Zeit hatte, mit alten Wegbegleitern und Mitspielern zu sprechen und die ein oder andere Anekdote hervorzuholen: Über die „überragenden Trainer“ Berthold Wesseler und Siggi Volkmer oder seine sportliche Zeit bei Tura Melle, die er genossen habe.

„Dass Melle Lothar Gans als Trainer verpflichtet hatte, war für mich ein Gamechanger, weil ich ihn an der Bremer Brücke hundertmal an der Linie hoch und herunterlaufen gesehen habe – das war für uns eine Ikone. Ich verfolge immer noch, wie der VfL gespielt hat“, erklärte Bartels. Auch über seinen in Melle zugetragenen Spitznamen „Pizza“ hatte er noch einen Schwank zu erzählen: „Auch wenn Harald Pistorius es geschrieben hatte, dachten alle, weil ich so gerne Pizza esse. Der Grund war aber, dass ich mich furchtbar übergeben habe, nachdem mich meine Teamkameraden abgefüllt haben – in Pizzaform quasi.“

Der Fußball-Kommentator, der die am Abend gesammelten Gelder an das Kinder- und Jugendzentrum Weiden in Köln spenden möchte und von der Gertrud-und-Clemens-Seelmeyer-Stiftung nochmal 3000 Euro überreicht bekam, hat in fast allen Orten des Fußballkreises gespielt. „Nur nicht beim anderen Grünkohlkönig in Grafeld“, sagte Bartels. Er meinte damit Hans Dresmann, der mit 98,6 Prozent der Stimmen und unter großem Applaus ehrenamtlicher Grünkohlkönig und somit Nachfolger von Ulla Middendorf wurde.

„Da habe ich gar nicht mit gerechnet, ich bin etwas schockiert“, erklärte Dresmann, der ein paar Worte und eine Einladung zu seinem Verein an Bartels auf Plattdeutsch richtete. Der langjährige Vorsitzende des SV Grafeld wurde von Krone als „gute Seele des Vereins“ beschrieben, dessen Hauptwohnsitz eigentlich der Sportplatz sei. „Wie gut er seinen Sportplatz überwacht, durfte mal ein Pizzabote erfahren, der eine Abkürzung über den Platz nehmen wollte und das nach seiner Ansage sicher nicht nochmal machen wird“, sagte Krone.

Bartels nahm Dresmanns Worte noch auf der Bühne direkt auf: „Ich komme vorbei und fahre über den Sportplatz wie der Pizzabote“, sagte Bartels mit einem Augenzwinkern, der mit Grafeld den letzten Ort auf der Landkarte des NFV-Kreises Osnabrück abhaken würde – und somit wie Dresmann endgültig ein würdiger, neuer Grünkohlkönig wäre.

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