Hamburg Von der Kinderdrohne bis zur Militärwaffe – Drohne ist nicht gleich Drohne
Kinder steuern sie zum Spaß, Soldaten im Krieg. Drohnen werden in verschiedenen Bereichen eingesetzt. Wie sie sich unterscheiden.
Aktuell beschäftigen militärische Drohnen Deutschland, die EU und die NATO. Gleichzeitig liegen Drohnen wohl auch Ende des Jahres wieder unter Weihnachtsbäumen im ganzen Land. Die Technik dahinter ist sehr unterschiedlich.
Drohnen, mit denen Kinder spielen können, gibt es in diversen Spielzeugläden und in Online-Shops. Diverse Modelle werden für Kinder ab sechs Jahren empfohlen, haben bunt leuchtende Propeller und oft bereits eine Kamera.
Drohnen gelten laut EU-Verordnung dann als Spielzeug, wenn sie dazu bestimmt oder gestaltet sind, von Kindern unter 14 Jahren zum Spielen benutzt zu werden.
Der Begriff „Freizeitdrohe“ ist rechtlich nicht näher bestimmt. Da diese Drohnenart nicht mehr zu den Spielzeugdrohnen zählt, kann je nach Klassifizierung sowohl eine Registrierung als auch ein Drohnen-Führerschein notwendig sein. Drohnenpiloten müssen sich außerdem an die Flugregeln halten.
Laut der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) habe die private Nutzung von Drohnen zahlreiche Vorteile. Vor allem Drohnen-Fotografie ermögliche Winkel und kreative Ergebnisse, die in der konventionellen und in der Hobby-Fotografie nicht möglich seien.
Freizeit- und Hobbydrohnen haben Reichweiten von bis zu 100 Kilometern. Eine Drohne darf jedoch nicht höher als 120 Meter über Grund oder Wasser fliegen und muss in Sichtweite bleiben.
Drohnen werden immer öfter auch gewerblich und für professionelle Zwecke genutzt. Sie finden Einsatz zum Beispiel bei der landwirtschaftlichen Rehkitzrettung, bei der Überprüfung von Windkraftanlagen und Pipelines, sowie bei der Dokumentation von Fortschritten bei Baustellen.
Auch die Feuerwehr sowie Rettungsdienst und Polizei nutzen mittlerweile Drohnen. Bei der Suche nach Vermissten kommen die Geräte häufig zum Einsatz, da sie schnell große Gebiete überfliegen können, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mitteilt. Bei Bränden können mithilfe von Drohnen Glutnester gefunden werden.
„Drohnen sind noch kein Standardeinsatzmittel in Deutschland“, heißt es vom BBK, „Die Entwicklung deutet aber stark darauf hin, dass Drohnen in einem überschaubaren Zeitraum zum Standardeinsatzmittel werden könnten.“
Häufig dienen Drohnen im Militärwesen der Überwachung und Aufklärung. Feindliche Stellungen und kritische Infrastruktur kann so beobachtet werden, ohne, dass sich Personal in die gefährlichen Gebiete begeben muss.
Die Drohnen können Bilder und Videos in Echtzeit liefern, was schnelle Reaktionen ermöglicht. Drohnen fliegen außerdem nicht nur in der Luft. Mittlerweile gibt es auch Unterwasser-Drohnen, die eine Überwachung im Meer möglich machen. Drohnen auf Rädern kommen auch zum Einsatz.
Mittlerweile können Drohnen nicht nur überwachen. Sogenannte Kampfdrohnen können für Luftangriffe und Tötungen eingesetzt werden. Viele von ihnen fliegen autonom, müssen also nicht von Menschen navigiert werden.
Das Auslösen der Waffen muss bei den meisten Drohnen jedoch noch menschlich gesteuert werden, weshalb die Drohnen als „teilautonom“ qualifiziert werden. Sie können potenzielle Ziele aus großer Entfernung erkennen und angreifen – auch mittels Künstlicher Intelligenz (KI).
Militärische Drohnen, vor allem bewaffnete Geräte, haben mit Freizeitdrohnen laut EASA wenig gemeinsam. Sie sind größer und mit einem Gewicht von über 600 Kilogramm erheblich schwerer. Sie können Geschwindigkeiten über 200 km/h erreichen und haben Reichweiten von 3000 Kilometern.