Osnabrück  Neuer Kaufland in Osnabrück eröffnet – erste Kundin kam um 5 Uhr, mittags Stau

Corinna Berghahn
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Von Corinna Berghahn
| 13.11.2025 10:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
So sah es im Februar 2020 im Real-Markt aus. Foto: Corinna Berghahn
So sah es im Februar 2020 im Real-Markt aus. Foto: Corinna Berghahn
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Die erste Kundin wartete seit fünf, und pünktlich zur Eröffnung um 7 Uhr am Donnerstag hatte sich bereits eine kleine Menschenmenge vor den Türen des neuen Kauflands in Osnabrück gebildet, am Mittag staut es sich. Wir haben uns im Markt schon einmal umgesehen.

„Sie wollte nicht zu spät kommen“, so erzählt es uns ein Mitarbeiter des neuen Kauflands über die Dame, die bereits seit 5 Uhr am Donnerstagmorgen, 13. Novmber, auf die Eröffnung der neuen Filiale in der Carl-Fischer-Straße im Osnabrücker Stadtteil Fledder wartete. Da dieser Novembermorgen mild ist, habe ihr die Wartezeit bis 7 Uhr auch nichts ausgemacht, vermutet er.

Spätestens um 6.45 Uhr ist sie nicht mehr allein: Zu diesem Zeitpunkt wartet bereits ein ganzer Pulk an Menschen vor den Türen.

Unter ihnen ist auch Kevin Price aus dem Schinkel. „Ich komme extra früh, weil dann sicher noch nicht so viel los ist“, sagt er. „Später am Tag wird es bestimmt voller.“ Er freut sich besonders darüber, dass dm nun wieder eine Filiale in direkter Nähe zum Schinkel hat.

Ein paar Meter vom Eingang entfernt bereiten Huseyin Sahan und Bilal Habaykal ihren Imbiss Hähnchenprinz auf den erwarteten Andrang vor. „Das wird heute stressig“, sagt Sahan – und grinst dabei zufrieden.

Um Punkt 7 Uhr öffnen sich die Türen, und die Kunden strömen herein – nur um gleich im Stau zu landen: Mitarbeiter verteilen Rosen und begrüßen die ersten Besucher persönlich.

Gegen Mittag wurde es dann voll: Die Autos stauten sich von der Schellenbergstraße über die Carl-Fischer-Straße bis hin zum Parkplatz.

Noch bis zum kommenden Samstag wird mit allerlei Aktionen gefeiert, dass sich hier nach Jahren des Stillstandes wieder etwas tut.

Noch vor der Pandemie hatte Real hier im Februar 2020 seine Türen geschlossen – und der Markt wirkte in den Tagen wie die Kulisse eines Endzeitfilms. Über Jahre tat sich nichts, bis im Frühjahr 2025 die Umbauarbeiten begannen.

Der Standort wurde seitdem umfassend energetisch saniert: LED-Beleuchtung, effiziente Kühlmöbel und der Erhalt bestehender Bausubstanz sollen Ressourcen schonen. Auch das Umfeld wurde aufgewertet – mit 400 neu markierten Parkplätzen, einer E-Ladesäule und zusätzlichen Fahrradstellplätzen.

Um all das zu feiern, gab es am Vorabend der Eröffnung einen kleinen Festakt, bei dem auch an die Vergangenheit des Geländes erinnert wurde. „Der Markt war wie ein Dornröschenschloss, überwuchert und verlassen“, sagte Michaela Hammann von Kaufland in ihrer Ansprache. Neun Monate lang sei die Immobilie komplett modernisiert worden – „ein echter Kraftakt“.

Rund 150 bis 200 Handwerker aus fünf Nationen hätten zeitweise gleichzeitig gearbeitet. Entstanden sei ein moderner Markt mit rund 4000 Quadratmetern Verkaufsfläche, während sich die 6000 bleibenden Quadratmeter der Immobilie Mietpartner wie Deichmann, dm und Takko sowie die Bäckerei Schmidt, ein Presse-Tabak-Laden und eine Filiale des Osnabrücker Handyshops Mio Tel teilen.

Auch Marktleiter Dustin Andreessen zeigte sich stolz: „Für mich ist das fast schon eine Herzensangelegenheit“. Seit 13 Jahren arbeitet er bei Kaufland und lebt im Landkreis Osnabrück.

Besonders freue er sich über viele frühere Real-Beschäftigte, die nun wieder Teil des Teams seien: „Die Begeisterung in ihren Gesichtern zu sehen, war unglaublich. Hier steckt viel Herzblut und Einsatz drin.“ Schätzungsweise 15 Prozent seiner Mitarbeitenden hätten bereits zuvor im Real-Markt gearbeitet.

Patrick Brinker, Vertreter des Eigentümers Hauck Aufhäuser Lampe, sprach von einem „beeindruckenden Wandel“. In den vergangenen Jahren sei das Gelände „fast ein Lost Place“ gewesen. Dass die Immobilie nun revitalisiert statt abgerissen wurde, sei auch ein Beitrag zum Klimaschutz: „Mehr CO2 kann man nicht einsparen, als wenn man Bestand erhält und modernisiert.“

Trotz Pandemie, Ukraine-Krieg und gestiegener Zinsen habe man an den Standort geglaubt. „Mit Kaufland haben wir einen starken, langfristigen Partner gefunden“, sagte Brinker. Der Standort sei „ein lebendiger Versorgungsanker für Schinkel“ und Teil der positiven Entwicklung rund um das Magnum-Areal und das Lokviertel.

An diesem Abend vor der Eröffnung wird deutlich: Ohne die städtebaulichen Entwicklungen rund um das Gelände hätte der Stillstand wohl noch länger angedauert. Denn während im Rahmen der Magnum-Pläne die Carl-Fischer-Straße künftig bis in den Hasepark führen soll, ist für das Lokviertel eine neue Brücke über die Gleise vorgesehen. Nun aber ist der Markt offiziell eröffnet – und soll, geht es nach Brinker, zu einem Signal des Aufbruchs für die Stadtteile Schinkel und Fledder werden.

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