Osnabrück  Ausbildungsmarkt im Raum Osnabrück: Rund 190 Lehrstellen sind noch zu haben

Marcus Alwes
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Von Marcus Alwes
| 13.11.2025 09:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Auszubildender im Beruf Metallbauer wird in einem Ausbildungszentrum im Schweißen unterrichtet. Foto: Imago/Rainer Unkel
Ein Auszubildender im Beruf Metallbauer wird in einem Ausbildungszentrum im Schweißen unterrichtet. Foto: Imago/Rainer Unkel
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Das Ausbildungsplatzangebot in Stadt und Landkreis Osnabrück ist offenbar etwas kleiner geworden. Trotzdem gibt es noch einige freie Lehrstellen. Das geht aus einer Bilanz der Agentur für Arbeit und der regionalen Kammern hervor.

Als Kaufmann im Einzelhandel, im Büromanagement, als Garten- und Landschaftsbauer, als Zerspanungsmechaniker oder Elektroniker in der Energie- und Gebäudetechnik: Rund 190 Ausbildungsplätze sind vom Artland bis nach Bad Rothenfelde und von Hasbergen nach Bad Essen augenblicklich noch zu bekommen. Vielleicht ist die Zahl sogar noch etwas höher. Denn offenbar nicht alle Betriebe in der Region Osnabrück melden ihre unbesetzten Lehrstellen an die Agentur für Arbeit.

Tina Heliosch – die Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesbehörde in Osnabrück – rät Suchenden und Anbietern jedenfalls zu Flexibilität. Eine Möglichkeit, einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden, seien Praktika. „Eine Chance für beide Seiten“, hebt Heliosch hervor. „So können Ausbildungssuchende unverbindlich in ein Berufsfeld reinschnuppern. Das Unternehmen kann die potentiellen Azubis abseits von Zeugnisnoten kennenlernen und sich selber präsentieren.“

Anna Brockhoff von der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) und Juliane Hünefeld-Linkermann von der IHK wollen da gar nicht widersprechen. Erstgenannte weiß jedoch zu berichten, dass in den Handwerksbetrieben die Zahl der in diesem Jahr bis zum 30. September abgeschlossenen Ausbildungsverträge leicht angestiegen sei – im Vergleich zu vor zwölf Monaten. Von 1208 auf 1228 Kontrakte, teilt die Geschäftsführerin des Fachbereiches Berufsbildung und Recht bei der HWK beim Blick in die neuesten Statistiken mit.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) meldet dagegen einen leichten Rückgang. Von 2171 auf 2101 Abschlüsse, so Hünefeld-Linkermann. Vor allem im Landkreis Osnabrück sei die Entwicklung rückläufig. Sorgen macht der Leiterin des IHK-Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung außerdem, dass immer mehr Jugendliche „vermehrt eine unqualifizierte Arbeitstätigkeit anstelle einer beruflichen Ausbildung oder eines Studiums anstreben“.

Ebenfalls auffällig im Herbst 2025: Die Zahl der auf dem Ausbildungsmarkt in der Region Osnabrück angebotenen Lehrstellen ist eher geringer geworden. Besetzt sind alle diese Ausbildungsplätze aber noch nicht.

Diejenigen Betriebe, die weiterhin nach Auszubildenden suchen, lädt Hünefeld-Linkermann unter anderem auf das Internetportal meine-ausbildung-in-niedersachsen.de ein. Auch Schulbesuche von Ausbildungsbotschaftern und Informationen auf Lehrstellenmessen biete die IHK als Unterstützung für Firmen an. Dazu Präsenz in den sozialen Medien.

Jugendlichen, die weiterhin einen Ausbildungsplatz suchen, ruft sie zu: „Auch jetzt kann sich eine Bewerbung für dieses Jahr noch lohnen.“ Auf dem Ausbildungsmarkt sei nach wie vor Bewegung, schildert Hünefeld-Linkermann.

Tina Heliosch appelliert zum Abschluss an alle Unternehmen, freie Lehrstellen unbedingt an die Agentur für Arbeit zu melden. Auch wenn nicht jeder Ausbildungsplatz besetzt werde, sei die Erfassung bei der Bundesbehörde wichtig. „Nur so schaffen wir Transparenz über das vielfältige Angebot in der Region“, sagt die Fachfrau.

Und: Auch nicht bei der Agentur gemeldete Ausbildungssuchende können freien Lehrstellen übrigens einsehen. „Dies unterstützt die Unternehmen, Fachkräfte für die Zukunft zu sichern, und jungen Menschen einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben zu ebnen“, so Heliosch.

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