Osnabrück Osnabrücker Trash-Wirt Torsten Edom stand schon als Kind hinter der Theke
Sein Leben lang hat Torsten Edom in der Gastronomie gearbeitet. Seit zwei Jahren führt er das Erbe des Trashs in Osnabrück weiter und ist zum ersten Mal Chef.
Torsten Edom ist gebürtiger Eversburger. Seine Mutter arbeitete in dem Stadtteil im Restaurant Oberle. Sein Vater war außerhalb Osnabrücks tätig. Er betrieb eine „Milchbude“ auf Borkum, erzählt der 44-Jährige. Die Gastronomie wurde Torsten Edom in die Wiege gelegt. Kein Wunder also, dass er schon als Kind in dem Betrieb seines Vaters mithalf.
Mit 18 Jahren führte Torsten Edom seine Kindheitserfahrungen als Erwachsener weiter. Er jobbte hinter der Theke eines Fitnessstudios. Dadurch kam er an Jobs auf privaten Feiern. Richtig angefangen in der Gastronomie hat es aber vor 19 Jahren im Rosenhof, sagt Edom. Eine kurze Zeit hat er dort als Aufbauhelfer und Gläsersammler gearbeitet. Dann konnte er aber recht bald seine Erfahrungen hinter der Theke einbringen.
Im Rosenhof habe er gelernt, wie Gastronomie funktioniert, sagt Torsten Edom. Hinter dem Beruf stecken viel mehr Details als das, was die Gäste am Abend sehen. Und die Arbeit in der Gastronomie ist anstrengend. Auch das hat er in dieser Zeit gelernt.
Zwei Jahre vor seinem Arbeitsantritt im Rosenhof ist er Vater geworden. Weil er nun eine Familie mit ernähren musste, hatte er neben dem Rosenhof einen Job als Werkzeugmacher angenommen, erzählt Torsten Edom. „Viel geschlafen habe ich in dieser Zeit nicht“, sagt er.
2013 ist er zum zweiten Mal Vater geworden und aus Osnabrück nach Ibbenbüren gezogen, erzählt er weiter. Dort hat er kurze Zeit in einer Billard-Bar gearbeitet, ist aber 2016 nach Osnabrück und in den Rosenhof zurückgekehrt. Ein Jahr später hat er im Trash und noch ein Jahr später im Saloon an der Meller Straße angefangen. Und dann kam Corona.
„Die Pandemie war gut für mich“, sagt Torsten Edom erstaunlicherweise. „In drei verschiedenen Läden zu arbeiten, war extrem. Es gab unterschiedliche Abläufe, eine andere Kundschaft – deswegen war Corona wie Urlaub für mich.“ In dieser Zeit hatte er die Muße, darüber nachzudenken, was er mal werden will, wenn „er groß ist“, wie er augenzwinkernd sagt. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, aber irgendwann war es zu viel.“
Nachdem er in der Corona-Zeit in der Werkstatt der Heilpädagogischen Hilfe tätig war, wo er viel Wertschätzung und Dankbarkeit erfahren hat, ist Torsten Edom in die Gastronomie zurückgekehrt. In der Folge intensivierte sich der Kontakt zu Ingo Bollen, der damals das Trash leitete. „Unsere Charaktere sind ziemlich ähnlich gewesen“, sagt Edom. 2023 erlebten das Trash und sein Wirt mehrere Rückschläge. Zunächst sollte der Pachtvertrag nicht verlängert werden, dann verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Ingo Bollen. Im Oktober 2023 starb er an seiner Krebserkrankung.
Nachdem der Schock überwunden war, ist Torsten Edom vom Verpächter des Trash angesprochen worden, ob er die Geschäftsführung übernehmen wolle. Es musste ja weitergehen. Aber Torsten Edom sagte sich: Entweder ganz oder gar nicht. Deswegen ist er heute Unterpächter – so wie Ingo Bollen.
Seine Aufgabe ist es, das Trash und seine Tradition in die Zukunft zu führen, sagt Torsten Edom. Den alten Stil will er fortführen, auch wenn nun eine andere, neue Generation vor der Theke sitzt. Heute finden im Trash mehr Konzerte, Karaoke und Jam Sessions statt.
„Das Trash wird so bleiben, wie es ist.“ Dort sei jede Nationalität willkommen, jedes Alter, jeder Musik-Geschmack – „es ist ein Wohnzimmer für jedermann“, sagt Torsten Edom. Und weil es im Trash so heimelig ist, will er es in diesem Jahr zu Weihnachten festlich gestalten. Aber trashig.