Osnabrück  Wie geht das Osnabrücker Hospiz mit Fragen zur Sterbehilfe um?

Meike Baars
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Von Meike Baars
| 11.11.2025 16:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Spürt in der Gesellschaft eine große Verunsicherung beim Thema Sterbehilfe: Ulrich Barlag, Koordinator der Akademie des Osnabrücker Hospizes. Foto: Denise Matthey
Spürt in der Gesellschaft eine große Verunsicherung beim Thema Sterbehilfe: Ulrich Barlag, Koordinator der Akademie des Osnabrücker Hospizes. Foto: Denise Matthey
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Das Osnabrücker Hospiz begleitet todkranke Menschen auf ihrem Sterbeweg. Doch immer wieder ist die Einrichtung mit Fragen zum assistierten Suizid konfrontiert. Wie sollte sie damit umgehen? Mit einer Tagung gibt das Hospiz Experten Raum.

Das Osnabrücker Hospiz begleitet todkranke Menschen auf ihrem Sterbeweg. „Leben. Bis Zuletzt“: So versteht es seinen Auftrag. Doch immer wieder muss sich das Hospiz mit dem Thema Sterbehilfe auseinandersetzen. „Wir werden mit Fragen zum assistierten Suizid konfrontiert und müssen einen Umgang damit finden“, sagt Hospiz-Geschäftsführerin Doris Homölle. 

Es gebe todkranke Menschen, die über das Thema assistierter Suizid nachdenken, Angehörige treibe es um, Kollegen aus dem Gesundheitswesen stellten Fragen. Seit 2020 beschäftigten ihn diese Fragen verstärkt, sagt Ulrich Barlag, Koordinator der Akademie des Hospizes. In dem Jahr kippte das Bundesverfassungsgericht das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe. 

Allerdings klaffe seitdem eine Lücke, so Barlag. Es sei eine große Verunsicherung zu spüren. Was folge aus dem Recht, sich unterstützt das Leben nehmen zu dürfen, etwa juristisch und medizinethisch? Was bedeutet die Entscheidung für unsere Gesellschaft? 

Das Osnabrücker Hospiz will diesen Fragen Raum geben und widmet ihnen das 2. Osnabrücker Hospiz- und Palliativkolloqium. „Assistierter Suizid – Gibt es ein Ja oder Nein?“ lautet der Titel der Tagung am 18. November im Schloss der Uni.

Wichtig sei ihnen, keine Antwort vorwegzunehmen, sondern alle Sichtweisen zu Wort kommen zu lassen, betonen Barlag und Homölle. Es sei etwa bewusst ein Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben eingeladen. Die Organisation setzt sich für Selbstbestimmung am Lebensende ein und vermittelt in dem Zusammenhang Suizidbegleitungen. Anhand von Fallbeispielen geben andere Experten Einblicke, wie ein Sterben in Würde möglich sein kann.   

Moderieren wird die Tagung Jörg Heckenkamp, Chefarzt am Marienhospital und Vorsitzender des Osnabrücker Hospizvereins. Er spricht beim Thema Sterbehilfe von einem „Spannungsfeld für Mediziner“: Ärzte treten naturgemäß dafür ein, Leben zu bewahren. Wie verhalten sie sich zu dem Wunsch, Leid vorzeitig zu beenden?

Wie stark das Thema Sterbehilfe auf den Nägeln brennt, spüren die Veranstalter der Tagung an der Nachfrage. „Im Nullkommanichts“ seien die 250 Plätze für Teilnehmer ausgebucht gewesen, berichtet Barlag. Sie kämen aus dem Pflege- und Palliativbereich sowie aus der Ärzteschaft. Ehrenamtliche Hospizhelfer seien darunter, aber auch interessierte Laien. Die Tagung habe eine Strahlkraft über die Region hinaus entwickelt, was sich an Interessenten beispielsweise aus dem Ruhrgebiet, Bremen und Ostwestfalen zeige.

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