Osnabrück „Ein irres Erlebnis“ für die Kinder: Warum an der Bremer Brücke ein Amateurspiel stattfindet
Ein Kreisklassen-Jugendspiel unter Profi-Bedingungen: Die jungen Fußballer der SG Rasensport/Sutthausen II und des VfB Schinkel duellieren sich am Samstag unter dem Stadiondach der Bremer Brücke. Warum die zwei Amateurvereine beim VfL Osnabrück zu Gast sind.
In der Kabine der Profis umziehen, mit seinen Teamkollegen an der Bremer Brücke einlaufen und seinen eigenen Namen auf der lila-weißen Anzeigetafel sehen: Davon träumen viele junge Fußballer aus der Region, für rund 30 Spieler von zwei Osnabrücker Amateurvereinen wird dieser Traum nun Wirklichkeit. Die B-Jugendspieler der SG Rasensport/Sutthausen II und des VfB Schinkel bestreiten am Samstag (16 Uhr) ihre Partie in der 1. Kreisklasse vor einer ungewohnten Kulisse – und zwar im Stadion des VfL Osnabrück.
So ungewöhnlich diese Umstände sind, umso schöner ist der Sinn und Zweck dieser Aktion: Hintergrund war das 125-jährige Vereinsjubiläum des VfL Osnabrück im vergangenen November, das mit einer Gala im Alando Ballhaus gefeiert wurde und bei dem die Gäste Geld für den guten Zweck spenden konnten. Bei der Auktion kamen 22.350 Euro zusammen, die an das Netzwerk „Sport vernetzt“ verteilt wurden, zu dem auch die Osnabrücker Ballschule (BaKoS) gehört.
Ein Hauptpreis war unter anderem ein Spiel für einen Amateurverein an der Bremer Brücke mit der Rundumbetreuung durch den VfL. „Da habe ich mit einem Kollegen drauf geboten und den Zuschlag erhalten“, sagt Kai Schaupmann, dessen Firma „Johann Wolfgang Fischer GmbH“ für Sanitär-, Heizung-, Klima- und Klempnertechnik den Spendenbetrag leistete. Er war jahrelang Jugendbetreuer beim SV Rasensport und begleitete diesen Jahrgang, der nun von Holger Klekamp und Marion Vocke trainiert wird, bis zur Bezirksliga-Meisterschaft in der C-Jugend im Sommer.
„Aus der Verbundenheit mit dem SV Rasensport und der jahrelangen Jugendtätigkeit wollte ich den Jungs ein Erlebnis bieten. Zudem wollten wir dem Spendenempfänger etwas Gutes tun“, erklärt Schaupmann. Die Länderspielpause und ein gut gelegter Spielplan machen dieses besondere Jugendspiel nun möglich. Die Spieltagsbeauftragten der Lila-Weißen stellen das Event auf die Beine: Bereits knapp 500 kostenlose Eintrittskarten wurden verteilt. Rund um die geöffnete Nordtribüne bietet das VfL-Team wie an den normalen Spieltagen in der 3. Liga ein Catering an, wobei die Erlöse an das Netzwerk „Sport vernetzt“ gespendet werden.
„Der VfL hat nur einen Aufwand, aber keinen monetären Ertrag. Die Breitensportvereine sind die Basis des VfL. Mit der Aktion drückt der VfL die Wertschätzung aus und trägt damit auch ein wenig die gesellschaftliche Verantwortung für Osnabrück“, sagt Schaupmann. Der ehemalige Jugendbetreuer nimmt in seinem Umfeld eine große Vorfreude wahr und spricht von „leuchtenden Kinderaugen“, in die er bei der Bekanntgabe der Aktion geschaut habe.
„Unterm Strich ist es ein normales Ligaspiel, aber uneigentlich ist es für beide Mannschaften ein irres Erlebnis – das erfüllt sie mit Stolz“, betont er. Anstatt einer Handvoll Menschen an der Seitenlinie des Amateurplatzes werden am Samstag nun ein paar hundert Zuschauer für eine ungewöhnliche Atmosphäre auf der Tribüne der Bremer Brücke sorgen – und den großen Traum Realität werden lassen.