Osnabrück  Erste Bilanz zur Bombenräumung: So lief die Evakuierung am Sonntag bisher

Noah Schnarre
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Von Noah Schnarre
| 09.11.2025 11:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Lagebesprechung kurz vor dem Abrücken: Die Helfer des THW und der Osnabrücker Feuerwehr überprüften ab 7.30 Uhr Evakuierungsgebiet. Foto: Tobias Saalschmidt
Lagebesprechung kurz vor dem Abrücken: Die Helfer des THW und der Osnabrücker Feuerwehr überprüften ab 7.30 Uhr Evakuierungsgebiet. Foto: Tobias Saalschmidt
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Zum siebten Mal findet am Sonntag, 9. November, eine Bombenräumung im Zusammenhang mit dem Lokviertel statt. 14.250 Menschen mussten ab 7 Uhr ihr Zuhause verlassen. So lief die Evakuierung bis jetzt.

In Osnabrück findet heute erneut eine große Bombenentschärfung statt. 14.250 Menschen mussten im Schinkel, in Fledder und teils in der Osnabrücker Innenstadt bis 7 Uhr ihre Wohnung verlassen. Grund dafür sind vier Bombenverdachtspunkte, die heute untersucht und unschädlich gemacht werden, so die Stadt Osnabrück.

Ab 6 Uhr steuerten Busse aus den betroffenen Stadtteilen das Evakuierungszentrum in der Gesamtschule Schinkel an. Bereits drei Stunden später registrierte die Stadt mehr als 550 Gäste. Hier versorgen vor allem Ehrenamtliche die Betroffenen mit Kaffee, Getränken und Essen. Für Kinder gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten.

Kurz nach halb 8 stand die äußere Absperrung des Evakuierungsgebiets. Von da an kontrollierten Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei und des Ordnungsamts das Gebiet. Dabei kamen auch Drohnen zum Einsatz. Der Polizeihubschrauber blieb dagegen am Boden. Aufgrund des Wetters kam er heute nicht zum Einsatz. Erst wenn das Gebiet vollständig geräumt ist, können die Sprengmeister ihre Arbeit im Lokviertel aufnehmen.

Laut der Polizei Osnabrück verläuft die Evakuierung aktuell nach Plan. „Die Stimmung ist entspannt“, sagt Polizeisprecher Jannis Gervelmeyer im Gespräch mit unserer Redaktion. Vereinzelt seien Personen angetroffen worden, die sich trotz der angekündigten Maßnahme im Gebiet aufhielten. Die Gründe dafür seien vielfältig, von Unkenntnis bis zur totalen Verweigerung.

Ein besonders kurioser Fall: In einem Youtube-Stream verkündete ein junger Mann, dass er seine Wohnung nicht verlassen wolle. Die Polizei traf den Mann in seiner Wohnung an und begleitete ihn aus dem Gebiet. Auf ihn komme nun ein Bußgeldverfahren zu. Das kann ihn zwischen 300 und 5000 Euro kosten. Die überwiegende Mehrheit verhalte sich aber sehr kooperativ, sagt Gervelmeyer.

Ein Großteil des Gebiets ist mittlerweile durchkämmt. Bald wird die Stadt das Gebiet für sicher erklären, erst dann können die Sprengmeister an die Arbeit gehen. Für viele beginnt dann das Warten, Ausharren und Zeit-tot-schlagen. Denn wie lange die Evakuierung andauert, ist noch nicht abzusehen. Auch, weil noch keine Klarheit darüber herrscht, um welche Sprengsätze es sich bei den vier Verdachtspunkten handelt.

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