Cottbus VfL Osnabrück siegt im Topspiel in Cottbus: Die Abwehr steht und Badjie trifft
Der VfL Osnabrück hat das Topspiel bei Energie Cottbus mit 1:0 gewonnen und rund 800 lila-weißen Fans einen schönen Reisetag beschert. Zum achten Mal kassierte der VfL kein Gegentor, der eingewechselte Ismail Badjie traf zum Sieg mit dem die Osnabrücker nun punktgleich mit dem Tabellenzweiten der 3. Fußball-Liga sind.
Nach der Partie ging es für die Mannschaft des VfL Osnabrück vor den Gästeblock. Mit 800 Fans feierten dir dort den 1:0-Sieg bei Energie Cottbus, den sie sich zuvor hart erarbeitet hatten. Für die Lila-Weißen war die Stadt in Brandenburg stets ein gutes Pflaster. Die letzten drei Spiele hier gewannen sie stets mit 2:1.
Für den VfL war es das zweite Topspiel innerhalb einer Woche. Und wie schon am vergangenen Samstag als die Mannschaft von Trainer Timo Schultz an der Bremer Brücke 0:0 gegen den MSV Duisburg spielte, trat auch diesmal wieder der Tabellenvierte (VfL) gegen den Zweiten der 3. Fußball-Liga (diesmal Cottbus) an.
Mit Spannung hatten die Fans beider Lager auf die Aufstellung geblickt. Die größte Frage vor der Partie: Wird Tolcay Cigerci von Beginn spielen? Der Einsatz von Energies Topspieler war wegen eines grippalen Infektes fraglich. Für die Startelf reichte es nicht, immerhin stand der 30-Jährige aber im Kader des Tabellenzweiten.
VfL-Trainer Timo Schultz wechselte nur auf einer Position: Im defensiven Mittelfeld startete Fridolin Wagner für Kevin Wiethaup, der zuletzt zweimal in Folge in der Startelf gestanden hatte. Ansonsten setzte Schultz auf die Mannschaft, die in der vergangenen Woche gegen den MSV gespielt hatte.
Schon in der ersten Minute tauchte der VfL das erste Mal im Strafraum der Gastgeber auf. Niklas Wiemann eroberte den Ball in der gegnerischen Hälfte, passte ihn zu Lars Kehl, der von der linken Seite in der Mitte Robin Meißner fand. Der Stürmer des VfL kam allerdings nicht gut zum Schuss. Dennoch: Es war ein erstes Signal, dass sich der VfL (17 Saisontore bis dato) gegen offensivstarke Cottbuser (30 Tore) nicht nur aufs Verteidigen konzentrieren wollte.
Energie gab den ersten Schuss in der 8. Minute ab. Der ehemalige Osnabrücker Erik Engelhardt, der im vergangenen Winter zurück zu seinem Ex-Klub gewechselt war, zog aus etwa 15 Metern ab. Sein Schuss wurde allerdings von Wiemann zur Ecke geblockt.
Drei Minuten später schickte Bjarke Jacobsen Meißner. Der VfL-Stürmer hatte erst leichte Probleme bei der Ballmitnahme und wurde bei seinem Schuss von zwei Gegenspielern bedrängt. Sein Schuss war so kein Problem für FCE-Torwart Marius Funk. Viele Chancen gab es in den folgenden Minuten nicht. Nach einer Freistoßflanke kam Wiemann (28.) völlig frei im Strafraum der Cottbuser zum Kopfball, legte diesen aber quer, statt ihn aufs Tor zu bringen. Ein Schuss von Meißner (40.) wurde geblockt, ein Versuch von Frederik Christensen ging drüber. Cottbus kam nur noch einmal vor der Pause im Strafraum der Osnabrücker zum Schuss.
Nach einer Ecke blockte Energies Axel Borgmann in der Luft den Ball mit dem Arm. Ein klares Handspiel, doch Schiedsrichter Florian Lechner entschied sich gegen einen Elfmeter. Der VfL war die aktivere Mannschaft, wie schon gegen Duisburg - doch auch diesmal, zumindest bis zur Pause, ohne Erfolg.
In der Halbzeit brachte Cottbus‘ Trainer Claus-Dieter Wollitz seinen Topspieler Cigerci in die Partie - und damit auch jede Menge Energie. Die Gastgeber spielten deutlich offensiver, druckvoller und zielgerichteter. In der 55. Minute kam der VfL zu einem Eckball, den Jannik Müller allerdings über das Tor köpfte. Die Osnabrücker kamen nach der Pause vor allem durch Standards in den Strafraum der Cottbuser.
Beinahe wären sie allerdings in Rückstand geraten. Völlig frei kam Cigerci rechts im Strafraum zum Schuss aus etwa sechs Metern. Der Ball ging am linken Pfosten vorbei. Nach einem Konter zog Ex-VfL-Spieler Henry Rorig aus ähnlicher Position ab. Diesmal parierte Osnabrücks Torhüter Lukas Jonsson mit dem Fuß. Der Tabellenzweite drückte, doch der VfL machte das Tor. Nach einem Einwurf auf der linken Seite, setzte sich Meißner gut durch, sah in der Mitte den eingewechselten Ismail Badjie und fand ihn mit einem tollen Pass genau zwischen zwei Cottbuser Spielern hindurch. Der 20-Jährige erzielte sein drittes Saisontor und feierte den Treffer zum 1:0 (74.) anschließend mit Meißner vor dem Gästeblock, in dem rund 800 Osnabrücker mitjubelten.
Fast hätte es kurz darauf das 2:0 gegeben - eher ungewollt. Eine Flanke von Meißner rutschte ab und ging gefährlich ans Lattenkreuz. Kurz darauf kam Cottbus in gefährlicher Position zu einem Freistoß. Doch Cigerci zog diesen über das Tor. Energie drückte auf den Ausgleich. Der VfL kam vor allem über den schnellen Badjie immer wieder zu entlastenden Situationen und zeigte, wieso er aktuell die beste Abwehr der Liga stellt. In Cottbus spielten die Osnabrücker am 14. Spieltag zum achten Mal in dieser Saison „zu Null“.
Dank des Sieges kletterte der VfL in der Tabelle der 3. Liga auf den dritten Platz. Dort stehen die Osnabrücker nun punktgleich mit Energie auf Platz zwei und dem Vierten, RW Essen. Es geht eng zu an der Spitze. Und für den VfL war es nicht das letzte Topspiel in diesem November. Nach der Länderspielpause in der kommenden Woche, empfangen die Lila-Weißen erst den FC Ingolstadt, danach geht es zum SC Verl, dem nächsten Team aus der oberen Tabellenregion.