Osnabrück Mehr Platz für Radfahrer auf der Liebigstraße in Osnabrück
Nur ein paar neue Striche mit Wirkung: Die Stadt Osnabrück hat das Radfahren auf der Liebigstraße sicherer gemacht.
Durch neue Markierungen hat die Stadt die Liebigstraße in Osnabrück etwas sicherer für Radfahrer gemacht. Die beidseitigen zu schmalen Schutzstreifen sind Geschichte – sie entsprachen mit maximal 1,25 Metern Breite nicht mehr dem heutigen Standard von mindestens 1,50 Metern.
Und anderthalb Meter ist der neue Schutzstreifen in Richtung Innenstadt breit. Ein 75 Zentimeter breiter Sicherheitstrennstreifen zu den parkenden Autos schützt vor sogenannten Dooring-Unfällen – also Unfällen, bei denen Radfahrer in unachtsam geöffnete Türen geparkter Autos krachen.
Bei einem solchen Unfall war im Dezember 2024 ein Radfahrer schwer verletzt worden. Und vor genau solch einem Unfall an genau dieser Straße hatte der Radentscheid kurz zuvor gewarnt.
Stadtauswärts fehlt am Freitag noch eine Fahrradpiktogrammkette auf der Fahrbahn, die auf Radfahrer aufmerksam machen soll. Beidseitige und breitere Schutzstreifen ließen sich auf der Straße nicht umsetzen – dafür ist sie nicht breit genug.
Für den motorisierten Verkehr ändert sich nichts an der Liebigstraße. Weiterhin gilt in beide Richtungen: Beim Überholen von Radfahrern muss ein Abstand von mindestens anderthalb Metern eingehalten werden.
Der Radentscheid begrüßt in einer Pressemitteilung die neuen Markierungen, wenngleich sie „leider“ erst nach dem Unfall im Dezember kamen. „Es ist gut, dass Radfahrende jetzt nicht mehr durch Markierungen an den Rand gedrängt werden. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Radfahren hier stressig war, wenn Autofahrer links mit viel zu geringem Abstand überholten, während man jedes parkende Auto auf der rechten Seite genau im Blick haben musste“, schreibt Daniel Doerk vom Radentscheid.
Sein Mitstreiter, Christoph Drepper, ergänzt: „Stadteinwärts können Radfahrende nun auf einem breiteren und per Sicherheitsstreifen abgesetzten Schutzstreifen fahren. Leider lässt die Breite der Straße dies nicht auch in stadtauswärtiger Richtung zu. Dort verdeutlichen nun Piktogramme, dass Radfahrende hier gleichberechtigt unterwegs sind. Unterstützen würde diese neue Führung die Ausweitung von Tempo 30 auf die gesamte Liebigstraße.“
Doch es gibt auch Kritik: „Optimal ist die Radverkehrsführung in der Liebigstraße noch immer nicht. Daher würden wir uns Abstandskontrollen der Polizei wünschen, wie sie an der Knollstraße schon durchgeführt wurden.“ Zudem wünscht sich der Radentscheid, die Liebigstraße solle zu einer Fahrradstraße werden. Denn sie ist die Verlängerung des Radschnellwegs an der Schlachthofstraße in die Innenstadt.
Die Gehwege bleiben vorerst, gemessen am heutigen Standard, auf beiden Seiten zu schmal. Mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger ließe sich nur durch den Wegfall der Parkreihen realisieren.