Nach Kreisverbands-Gründung  CDU-Fraktionschef Sven Behrens grenzt sich deutlich von der AfD ab

| 05.11.2025 18:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Sven Behrens, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Auricher Kreistag, reagiert mit einer persönlichen Stellungnahme auf die Gründung des neuen AfD-Kreisverbands Aurich-Emden.
Sven Behrens, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Auricher Kreistag, reagiert mit einer persönlichen Stellungnahme auf die Gründung des neuen AfD-Kreisverbands Aurich-Emden.
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Nach der Gründung des AfD-Kreisverbands Aurich-Emden sieht der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion die Parteien der Mitte in der Pflicht – und hat einen Appell an Ratsmitglieder.

Aurich - Mit einer Stellungnahme reagiert Sven Behrens auf die Gründung des AfD-Kreisverbandes Aurich-Emden. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Auricher Kreistag und der CDU-Samtgemeindefraktion in Hage sieht dabei auch seine eigene Partei in der Bundesregierung verantwortlich: „Die CDU und Friedrich Merz haben deutlich gemacht, wofür sie stehen – aber von der jetzigen Bundesregierung wird zu wenig umgesetzt.“ Teile der SPD-Linken würden notwendige Entscheidungen blockieren.

„Die Gründung eines AfD-Kreisverbandes zeigt, dass sich viele Menschen von der Politik nicht mehr mitgenommen fühlen“, sagt Behrens. Das müsse ernst genommen werden. Politik „muss verständlich, nachvollziehbar und wirksam sein“. Er betont: „Eine Normalisierung der AfD wird es mit der CDU nicht geben. Wir stehen für eine eindeutige Abgrenzung – aber auch für den Dialog mit den Menschen, die sich abgewendet haben.“

„Es wird zu viel gerede und diskutiert“

Behrens sieht die demokratischen Parteien der Mitte in der Verantwortung. Viele Bürger hätten das Vertrauen verloren, dass Politik ihre Probleme wirklich löse. „Es wird viel geredet und diskutiert, aber zu wenig umgesetzt. Die Menschen erwarten klare Ansagen und spürbare Veränderungen. Wenn wir das nicht liefern, wird die AfD weiter wachsen – auch auf kommunaler Ebene.“

Behrens warnt davor, die AfD zu unterschätzen. Sie nutze einfache Versprechen, geschickte Wahlkampftaktiken und die sozialen Medien. Sie vermittele Nähe durch Grillfeste, Stammtische oder kostenlose Aktionen und erreiche damit viele. Behrens: „Wir als CDU müssen moderner, direkter und mutiger werden, besonders online. Politik braucht wieder mehr Nähe, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.“

Pauschale Verurteilung von Mandatsträgern weist Behrens zurück

Eine Kritik weist Behrens zurück: „Die pauschale Verurteilung von Politik oder Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern ist falsch. Es gibt viele engagierte Ratsfrauen und Ratsherren – von CDU, FDP, FW, SPD bis hin zu den Grünen –, die sich in der Samtgemeinde Hage, im Landkreis Aurich und weit darüber hinaus, mit großem Einsatz für die Menschen einsetzen. Diese Arbeit verdient Anerkennung und Respekt.“ Behrens ruft zu einer sachlichen und inhaltlichen Auseinandersetzung auf: „Wir müssen die AfD politisch stellen – mit Argumenten, Fakten und klaren Werten.“ Die „Nazikeule“ helfe nicht weiter. Wer Menschen pauschal verurteile, treibe sie in die Arme der Populisten. Behrens: „Nicht alle AfD-Wähler sind Extremisten. Viele wählen aus Enttäuschung oder Protest. Wir müssen ihnen zuhören und zeigen, dass demokratische Lösungen die besseren sind.“

Abschließend richtet Behrens einen Appell an alle Ratsmitglieder: „Gerade auf kommunaler Ebene sollten wir überparteilich, transparent und lösungsorientiert zusammenarbeiten. Die Menschen wollen sehen, dass Politik handelt – nicht, dass sie sich streitet. Wenn uns das gelingt, machen wir die AfD überflüssig. Unser Ziel ist eine sachorientierte Politik mit Herz und Verstand, die Vertrauen in die Demokratie stärkt.“

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