Hamburg  Kommt das Sexkaufverbot? Frauenrechtsorganisation glaubt nicht daran

Marie Busse
|
Von Marie Busse
| 05.11.2025 18:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner möchte Prostitution in Deutschland am liebsten verbieten. Das sagt die Frauenrechtsorganisation Solwodi. Foto: Imago/Arnulf Hettrich
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner möchte Prostitution in Deutschland am liebsten verbieten. Das sagt die Frauenrechtsorganisation Solwodi. Foto: Imago/Arnulf Hettrich
Artikel teilen:

Die Beratungsstelle Solwodi unterstützt Julia Klöckners Forderung nach einem Prostitutionsverbot. Doch die Organisation zweifelt an einer Umsetzung durch die schwarz-rote Koalition.

Die Frauenrechtsorganisation Solwodi hat den Vorstoß von CDU-Politikerin und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner für ein Sexkaufverbot begrüßt – hält ihn politisch aber für kaum umsetzbar. Sowoldi ist eine Anlaufstelle, die Prostituierten aus der Zwangslage hilft. Klöckner hatte sich für das sogenannte nordische Modell ausgesprochen, das Freier bestraft, Frauen aber straffrei stellt und ihnen Hilfe beim Ausstieg bietet. „Das ist ein wichtiger Schritt, um Frauen besser zu schützen“, sagte Solwodi-Vorsitzende Maria Decker unserer Redaktion.

Decker bezweifelt jedoch, dass die Regierungskoalition diesen Kurs einschlagen wird. „Ich vermute, die Koalition will kein weiteres Streitthema anfassen“, sagte sie. „Es gibt keine Mehrheiten dafür – selbst innerhalb der CDU ist das Thema umstritten, und zwischen CDU und SPD ohnehin. Man scheut solche Konflikte.“

Zugleich forderte Decker einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Prostitutionspolitik. „Man hat mit liberalen Gesetzen versucht, Prostitution aus der Schmuddelecke zu holen. Nach mehr als 20 Jahren hat sich gezeigt, dass das der falsche Weg war.“ Deutschland sei zum Hotspot für Sextourismus geworden, viele Frauen lebten in prekären Verhältnissen. Die Frauen brauchen Alternativen, daher gehören zum Nordischen Modell auch flächendeckende Ausstiegsprogramme, sagte sie. „Das ist nicht billig, aber eine Investition, die sich lohnt,“

Ähnliche Artikel