Osnabrück  Osnabrück: Wie drei Comedians ihr Publikum zum Lachen bringen wollen

Alexander Hans
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Von Alexander Hans
| 05.11.2025 14:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ammar Abo Esmail kam durch witzige Erfahrungen mit der deutschen Sprache zur Comedy. Foto: Ammar Abo Esmail
Ammar Abo Esmail kam durch witzige Erfahrungen mit der deutschen Sprache zur Comedy. Foto: Ammar Abo Esmail
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In Osnabrück wächst eine Comedy-Szene, die mit offenen Bühnen, Mut und ehrlichem Humor das Publikum begeistert. Drei Comedians zeigen, wie sie die Stadt zum Lachen bringen – und was sie über politische Witze und Grenzen auf der Bühne denken.

Vor drei Jahren startete Ammar Abo Esmail in Osnabrück das Format „Comedy Light“. Die Idee: eine offene Bühne schaffen, auf der jeder auftreten kann – egal, ob Newcomer oder Profi. Was als Experiment begann, wurde schnell zu einem festen Treffpunkt für Comedians und Fans.

„Die Shows trafen sofort einen Nerv“, sagt Esmail. Inzwischen sind mehr als 170 Künstlerinnen und Künstler aufgetreten, einige davon touren mittlerweile bundesweit. Veranstaltungen gibt es auch in Münster, Dortmund und Bremen – Osnabrück ist eine feste Größe geblieben.

Esmail, der aus Syrien stammt und seit zehn Jahren in Deutschland lebt, entdeckte seine Liebe zur Comedy durch alltägliche Missverständnisse mit der deutschen Sprache. Sein Humor ist beobachtend, spontan und nah am Leben. „Ich denke, der Witz sollte in einer unerwarteten Handlung und Geschichte daherkommen“, sagt er. Seine Vorbilder: Chris Tall und Özcan Cosar.

Mareike Richter kommt aus dem Ruhrgebiet. Sie weiß, wie viel Geduld man braucht, um Menschen wirklich zum Lachen zu bringen. „Richtig funktioniert hat es erst beim 20. Auftritt“, erinnert sie sich. Für sie gibt es kein Rezept für den perfekten Witz: „Er muss echt sein – persönlich, ehrlich und gut gespielt.“ Ihre Comedy ist direkt, manchmal rau, aber immer mit Herz. Ihre Vorbilder: Till Reiners und Hazel Brugger.

Niklas Middendorf fand zur Comedy durch eine Rede auf der Hochzeit seines Bruders. Das Lachen der Gäste war der Moment, in dem er merkte: Das will ich öfter erleben. Seitdem steht er regelmäßig auf der Bühne. „Das Wichtigste sind unerwartete Wendungen, ein roter Faden und eine gute Punchline“, sagt er. Seine Comedy beschreibt er als persönlich, nah und fleißig.

Ob Comedy politisch sein sollte, darüber gehen die Meinungen in der Szene auseinander. Esmail greift politische Themen gelegentlich auf, „weil man darüber viele gute Witze machen kann“. Richter will auf der Bühne eine Pause von Politik schaffen – doch ihre feministische Haltung bleibt spürbar. Middendorf meidet politische Inhalte ganz, weil er keine Botschaften vermitteln will.

Auch beim Thema Tabus gibt es keine einheitliche Meinung. Richter meint: „Über alles kann man Witze machen – wenn sie gut sind.“ Esmail und Middendorf sehen Grenzen dort, wo Humor verletzend wirkt. „Wenn ich am Ende unsympathisch wirke, war es zu viel“, sagt Esmail.

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