Osnabrück Arbeiten gestartet: Liebigstraße in Osnabrück wird sicherer für Radfahrer
Nach einem Unfall mit einem schwer verletzten Radfahrer im Dezember vergangenen Jahres wird die Liebigstraße in Osnabrück in dieser Woche sicherer für den Radverkehr.
Die Liebigstraße in Osnabrück wird sicherer für Radfahrer: Die Stadt hat die Schutzstreifen am Dienstag entfernen lassen. Dafür kommen neuen Markierungen.
Die Liebigstraße ist im Abschnitt Schlachthofstraße bis Nonnenpfad die Verlängerung des Radschnellwegs Osnabrück-Belm gen Innenstadt. Am Dienstagvormittag wurde mit der Beseitigung der beidseitigen Schutzstreifen begonnen.
Stadteinwärts wird es einen neuen und anderthalb Meter breiten Schutzstreifen sowie einen 0,75 Meter breiten Sicherheitstrennstreifen zu den parkenden Autos geben, erklärt Stadtsprecher Simon Vonstein auf Anfrage.
Damit wird der Schutzstreifen etwas breiter als der vorherige. Allerdings war im Stadtentwicklungsausschuss noch von einem zwei Meter breiten Schutzstreifen gesprochen worden.
„Da die Straße nicht breit genug ist, um dies (einen Schutzstreifen, Anm. d. Red.) auch in stadtauswärtiger Richtung umzusetzen, wird es dort eine Piktogrammkette geben“, so Vonstein weiter. Sie soll auf Radfahrer aufmerksam machen.
Wo geparkt werden darf, werden die Fahrradpiktogramme mit einem Abstand von anderthalb Metern auf der Fahrbahn aufgebracht, ansonsten sind es 1,25 Meter.
Am Donnerstag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und vermutlich weniger als 50.000 Euro kosten.
Die vorherigen Schutzstreifen auf der Liebigstraße waren maximal 1,25 Meter breit und entsprachen nicht mehr dem heutigen Standard.
Überdies führten sie direkt an den parkenden Autos vorbei – ohne jeglichen Abstand. Damit drohte stets die Gefahr sogenannter Dooring-Unfälle – also Unfälle, bei denen Radfahrer in unachtsam geöffnete Türen geparkter Autos krachen.
So geschehen im Dezember 2024: Ein Autofahrer hatte die Tür seines geparkten Autos geöffnet, ein 26-jähriger Radfahrer fuhr gegen diese und wurde schwer verletzt. Vor genau solchen Unfällen auf genau dieser Straße hatte der Radentscheid erst kurz zuvor gewarnt.
Nach dem Unfall beschloss die Politik auf Antrag der Gruppe Grüne/Volt sowie der SPD, die Straße sicherer für Radler zu machen.
Zudem habe der Kfz-Verkehr den vorgeschriebenen Mindestabstand von anderthalb Metern beim Überholen von Radfahrer an der Straße nicht eingehalten, argumentierten Grüne und SPD in ihrem damaligen Antrag zur Liebigstraße.
Daten des Messprojekts Open Bike Sensors stützen diese Aussage: Demnach wurde der Mindestabstand im Abschnitt Schlachthofstraße bis Sandbachstraße in 78 Prozent der Fälle unterschritten.
Daher gab es auch schon vor den jetzigen Arbeiten Kritik an der Wiedereinführung des Schutzstreifen auf einer Seite. Autofahrer würden diesen ständig zum Befahren nutzen, monierte Volkmar Seliger von den Grünen im Februar dieses Jahres.
Das ist übrigens nur erlaubt ist, wenn etwa Gegenverkehr das erfordert.
Zudem bliebe das Problem des zu geringen Abstandes beim Überholen von Radfahrern auf Schutzstreife bestehen, so Seliger weiter. Daher: „Schutzstreifen schützen gar keinen“, resümierte er im Februar dieses Jahres im Ausschuss.
Perspektivisch soll die Liebigstraße zu einer Fahrradstraße werden.