Osnabrück Dance Company Osnabrück startet Millionen-Projekt mit Niederländischen Institutionen
Die Tanzsparte am Theater Osnabrück setzt sich groß und grenzübergreifend in Szene: Für das Projekt „No Border Land“ erhält die Dance Company gemeinsam mit zwei Institutionen in Arnheim Zuschüsse in Höhe von einer Million Euro.
Die Dance Company des Theaters Osnabrück baut bereits vorhandene Arbeitskontakte mit dem Theater aan de Rijn und der ArtEZ University für Künste, beide in Arnheim, zu einem umfangreichen Kulturaustausch aus. Dafür gibt es Geld: Im Rahmen des „Interreg VI-Programms Deutschland-Niederlande“ erhält das Projekt No Border Land eine Millionen Euro von der Europäischen Union, der Staatskanzlei Niedersachsen, der Provincie Gelderland und weiteren Institutionen. Das Theater Osnabrück selbst beteiligt sich mit 215.000 Euro an dem Projekt; insgesamt stehen so 1,4 Millionen Euro zur Verfügung.
Der Tanz genießt beim Osnabrücker Publikum seit Jahren hohes Ansehen, was sich in hohen Auslastungszahlen niederschlägt. Und opulente Tanzprojekte spätestens seit der Ära Nanine Linnings (2009-2012), überregional geschätzte Rekonstruktionen historischer Choreografien der Ausdruckstänzerin Mary Wigman in der Ära Mauro de Candia/Patricia Stöckemann (2012-2021), die hochkarätigen Tanzgalas, Tanztreffen oder Gastchoreografen. Die etatmäßig eher kleine Sparte versteht es immer wieder attraktive Highlights zu setzen.
Schon seit einem Jahr arbeitet die Osnabrücker Dance Company mit dem Theater aan de Rijn und der großen ArtEZ University in Arnheim zusammen. Daraus ist die Idee entstanden, sich dem hochkomplexen und extrem zeitaufwändigen Verfahren des EU-Antrags zu stellen, so Intendant Ulrich Mokrusch und Britta Horwath von der Tanzleitung bei einer gemeinsamen Pressekonferenz im Theater. Die Europaförderung für die Dreier-Kooperation beginnt ab sofort und endet 2028.
Die 1,4 Millionen Förderung setzen sich aus 714.318 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln aus der Niedersächsischen Staatskanzlei, der für Arnheim zuständigen Provinz Gelderland und der drei Projektpartnern zusammen.
Nichts weniger als einen gemeinsamen Kulturraum zwischen den beiden Städten Osnabrück und Arnheim und deren Umgebung wollen die drei Partner mithilfe dieser finanziellen Ausstattung erschaffen. Denn obwohl beide Orte nur rund zwei Autostunden voneinander entfernt liegen, stehen offenbar die Staatsgrenzen einem Austausch und Kennenlernen im Weg. Das soll nun anders werden, Bürger und Tänzer sollen auf die Suche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gehen. Interviews, Ausstellungen, Workshops und begleitende Vermittlungsformate soll es geben. Dazu eine Stadtjury aus beiden Städten, die sich mit den Projekten auseinandersetzen, neuartige Tanz- und Kunstprojekte besonders für ein junges Publikum, Erlebnisräume und Spielstätten über die Theater- oder Universitätsmauern hinaus.
Besondere Highlights der sechs Projektsäulen: Die Dance Company und ArtEZ-Studierende entwickeln ein Tanzstück über Mythos und Realität Europa. Das Theater aan de Rijn wiederum und die Dance Company setzen sich in einer Produktion mit der niederländischen und deutschen Kolonialgeschichte auseinander. Ein Höhepunkt werden zwei gemeinsame Festivals sein, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten sowohl in Arnheim, als auch in Osnabrück für das Jahr 2027 geplant sind.
Der Tanz soll solche neuen Kulturräume öffnen, weil seine Sprache international ist. Vorhang auf also für noch tiefere Einblicke in Kultur und Mentalität unserer holländischen Nachbarn.