Osnabrück  Tannenburgstraße in Osnabrück soll zu einer Fahrradstraße werden

Jörg Sanders
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Von Jörg Sanders
| 03.11.2025 11:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Schinkel sind die Wissinger Straße und die Schinkelstraße mit Fördermitteln zu Fahrradstraßen umgebaut worden. Nun soll es auf einem Teilstück der Tannenburgstraße weitergehen. Foto: Benjamin Beutler
Im Schinkel sind die Wissinger Straße und die Schinkelstraße mit Fördermitteln zu Fahrradstraßen umgebaut worden. Nun soll es auf einem Teilstück der Tannenburgstraße weitergehen. Foto: Benjamin Beutler
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Die Tannenburgstraße im Osnabrücker Schinkel soll umgestaltet und nach Möglichkeit zu einer Fahrradstraße werden. Der Stadtentwicklungsausschuss empfahl das Vorhaben am Donnerstag, 30. Oktober, dem Rat.

Hübscher und sicherer soll sie werden – und nach Möglichkeit eine Fahrradstraße: Der Stadtentwicklungsausschuss hat am Donnerstag die Umgestaltung eines Teils der Tannenburgstraße im Osnabrücker Schinkel auf den Weg gebracht. Einstimmig empfahl er das Vorhaben dem Rat, der am Dienstag darüber entscheiden wird.

Die wichtigsten Punkte in Kürze: Konkret geht es um den Abschnitt zwischen den Ost- und Schützenstraße. Dort soll die Straße von aktuell bis zu acht Metern Breite auf 5,50 Meter verschmälert werden. Der Gehweg am Bahndamm wird dafür breiter. Hierzu wird der Parkstreifen auf Bahndammseite Richtung Straße verlegt.

Die heutigen Parkstreifen zwischen den Bäumen sollen weitgehend entsiegelt werden. Geplant sind ferner Sitzbänke und Mülleimer für mehr Aufenthaltsqualität. Die Kreuzungen werden aufgepflastert, um das Tempo aus der Straße zu nehmen.

Denn: Die von der Stadt am 3. September 2024 gemessene v85-Geschwindigkeit lag bei 41 km/h. Das ist die Geschwindigkeit, die von 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge nicht überschritten wurde. Das bedeutet aber auch: 15 Prozent waren noch schneller als 41 km/h. Allerdings gilt in der Straße Tempo 30, und das soll auch so bleiben.

Die Freifläche an der Ecke Wissinger- und Oststraße soll ebenfalls aufgewertet werden. Geplant sind unter anderem Spielgeräte und Sitzbänke.

Zudem möchte die Stadtverwaltung den Teil der Straße zu einer Fahrradstraße machen – als Verlängerung zur Fahrradstraße Schinkel- und Wissingerstraße. Und auch diese soll dann nur noch Anlieger freigegeben werden.

Ob der Abschnitt der Tannenburgstraße zu einer Fahrradstraße werden kann, habe die Verwaltung aber noch rechtlich und planerisch zu prüfen.

Claudia Schiller (CDU) störte sich etwas an den geplanten Aufpflasterungen; denn diese würde eben nicht nur Autofahrer ausbremsen, sondern auch Radfahrern das Lebens erschweren.

Diese Ansicht gab auch Volkmar Seliger (Grüne) zu Protokoll. Er begrüßte ferner, dass die Straße eine „Anlieger frei“-Straße werden solle, so sie denn eine Fahrradstraße wird.

Er bat ein weiteres Mal darum, auch die anderen Fahrradstraßen in Osnabrück auf Anlieger zu beschränken. Zudem müsse das Falschparken geahndet werden, damit die Fahrradstraße funktionieren könne.

Heiko Panzer von der SPD regte noch an, durch gestalterische Elemente das Parken im Kreuzungsbereich und den letzten Metern davor zu verhindern.

Diskutiert wurde noch über das geplante Beibehalten der Rechts-vor-links-Regel – Seliger (Grüne) hinterfragte diesen Aspekt.

Stadtbaurat Thimo Weitemeier erklärte, das sei stets eine Einzelfallentscheidung, denn beides habe ein Für und Wider. Rechts vor links bremse den Kfz-Verkehrs aus. Würde auf der Straße Vorfahrt gelten, hätten eben auch alle Kfz-Fahrer freie Fahrt.

„Dafür haben wir ja die Kissen“, warf Seliger daraufhin ein und meinte die geplanten Aufpflasterungen. Ein Punkt, der den notorisch souveränen Stadtbaurat leicht ins Stocken geraten ließ. Er sicherte zu, die Verwaltung werde diesen Punkt noch mal prüfen.

Die Tannenburgstraße ist Teil einer Veloroute im Radverkehrsnetz der Stadt und führt vom Stadtteilzentrum im Schinkel bis zum Hauptbahnhof.

Die Stadt kalkuliert für die Umsetzung der geplanten Maßnahmen 900.000 Euro ein, die größtenteils aus Fördermitteln des Programms „Sozialer Zusammenhalt“ finanziert werden, sowie weitere 307.000 Euro an „nicht förderfähigen Kosten“.

Am Dienstag, 4. November, entscheidet der Rat über das Vorhaben.

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