Osnabrück  VfL Osnabrück: Kreativspieler Kehl will Lohn für gute Leistung in Cottbus einfahren

Benjamin Kraus
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Von Benjamin Kraus
| 01.11.2025 17:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Warf alles rein - am Ende fehlte nur das Tor: Lars Kehl (rechts) gegen Jesse Tugbenyo (Duisburg). Foto: imago/Herbertz
Warf alles rein - am Ende fehlte nur das Tor: Lars Kehl (rechts) gegen Jesse Tugbenyo (Duisburg). Foto: imago/Herbertz
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Die vielleicht sogar beste Saisonleistung - so war es vielfach zu hören mit Blick auf den VfL Osnabrück nach dem 0:0 im Spitzenspiel gegen den MSV Duisburg. Die Reaktionen und Emotionen nach dem rasanten, aber torlosen Duell.

Lars Kehl, Mittelfeldspieler des VfL: Ich hatte schon das Gefühl, dass der Ball nochmal aufgesprungen ist, bevor ich ihn weit drüberschieße in der zweiten Halbzeit. Der muss natürlich rein, oder zumindest aufs Tor kommen. Unser Matchplan ist super aufgegangen. Gegen den Ball haben wir mit einer Mischung aus tief verteidigen und offensiv anlaufen agiert. Dazu hat uns der Trainer gesagt, dass wir mit dem Ball mutig sein sollen, etwa beim flach hinten rausspiele auch wenn es mal eng wird, wenn Duisburg presst. Wir waren defensiv wie offensiv super drin, hatten viele Torchancen - aber das Thema Effektivität begleitet uns nun halt schon ein bisschen. Aber auch das wird kommen. Bei der Aktion im Strafraum ganz zu Beginn trifft der Duisburger Hahn mich schon am Bein - aber zuvor spielt er den Ball, deswegen ist es zwar schmerzhaft, aber schon vertretbar, dass ich da keinen Elfmeter bekomme. Jetzt fahren wir nach Cottbus, werden auch dort sicher einen guten Matchplan bekommen - und dann bin ich mir sicher, dass wir in der Lage sein werden, dort dreifach zu punkten.

Niklas Wiemann, Defensivspieler des VfL: Als Abwehrspieler macht das schon Spaß auf solch einem nassen Untergrund - wir haben ja auch ein paar gute Ballgewinne eingefahren heute. Jetzt fühle ich mich erschöpft, aber zufrieden, was unsere Leistung angeht. Lukas hat eigentlich nur einen Schuss aufs Tor bekommen und der war auch nicht besonders gefährlich. Wir dagegen hatten viele teils hochkarätige Chancen und auch einige gefährliche Standards. Das Einzige, was wir uns vorwerfen lassen müssen: Wir haben kein Tor gemacht. Aber immerhin spielen wir uns Chancen raus, auch unsere Boxbesetzung ist schon viel besser. Wir haben grundsätzlich die Qualität und werden uns auch in diesem Punkt noch entwickeln. Der nächste Schritt wird kommen - vielleicht ja schon am kommenden Samstag in Cottbus.

Jannik Müller, Abwehrchef des VfL: Bei der Aktion in unserem Strafraum kurz vor der Pause ist die Entscheidung auf Schwalbe beim zweiten Zweikampf sicher richtig - ich treffe ihn gar nicht und er springt über mich drüber. Davor ist es eine 50:50-Szene: Ich spiele zwar minimal den Ball, treffe aber schon ein bisschen noch Symalla, der von hinten kommt. Wobei man auch sagen muss, dass ich schon noch klar zurückziehe, als ich ihn kommen sehe, deswegen bleibt es ein 50:50-Ding - aber klar hatten wir da vielleicht ein wenig Glück. Ansonsten können wir super zufrieden sein mit unserer Leistung, aber weil wir uns nicht belohnt haben, fühlt sich das gerade fast wie eine Niederlage an. Aber das Spiel hat super Spaß gemacht - ich spiele lieber auf so einem schnellen nassen Platz, dazu war die Stimmung super.

Dietmar Hirsch (Trainer des MSV Duisburg): Für uns ist es ein gewonnener Punkt, da müssen wir ehrlich sein. Osnabrück war in der zweiten Halbzeit sehr dominant und stark, in der ersten Halbzeit auch schon in Umschaltsituationen gefährlich. In den ersten 30 Minuten waren wir gut drin, allerdings ohne zwingend zu werden. Aber wir haben mutig Fußball gespielt und Lösungen gesehen. Das hat vielleicht auch viel Kraft gekostet, weil Osnabrück in den Umschaltsituationen so gefährlich war. Ich habe eine wichtige Entscheidung in der 40. Minute gesehen, in der wir vielleicht sogar zwei Strafstöße bekommen können oder sogar müssen, gerade die Situation gegen Simon Symalla war für mich glasklar. Nehmen wir mal an, der Elfmeter geht rein, gehen wir mit einer Führung in die Pause. In der zweiten Halbzeit standen wir tiefer, es wurde ein Kampfspiel auf immer schwerer zu bespielendem Platz. Wir haben zu viele lange Bälle geschlagen und zu wenig Entlastung geschaffen. Osnabrück hat gezeigt, wie gut sie sind, hat dominant gespielt und wir haben mit viel Leidenschaft verteidigt. Den Punkt nehmen wir gerne mit und sind zufrieden.

Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Der Kollege hat es gut zusammengefasst. In der ersten Halbzeit war es sehr ausgeglichen, wir haben zwei, drei gute Umschaltaktionen, kriegen den Ball aber nicht aufs Tor. In der strittigen Szene, die ich jetzt noch nicht gesehen habe, haben wir wahrscheinlich etwas Glück. Die zweite Halbzeit hat mir sehr gut gefallen. Der einzige Vorwurf, den wir uns heute machen müssen, ist, dass wir den Ball nicht aufs Tor bekommen haben. Insgesamt ist es wieder ein Punkt mehr auf unserem Konto, das ist okay. Es hätten auch drei sein können, darüber kann man sich ärgern. Aber mit der Leistung bin ich heute sehr zufrieden.

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