Osnabrück  Der Winter naht – und in Osnabrück beginnt der Kampf um die Fußballplätze

Thomas Wübker
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Von Thomas Wübker
| 30.10.2025 06:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mehrere Mannschaften müssen sich beim TuS Nahne den Platz aufteilen. Das ist kein Einzelfall in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
Mehrere Mannschaften müssen sich beim TuS Nahne den Platz aufteilen. Das ist kein Einzelfall in Osnabrück. Foto: Thomas Wübker
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Der Winter steht vor der Tür, und auf den Fußballplätzen Osnabrücks wird es eng. Bei vielen Vereine mangelt es an bespielbaren Plätzen. Wo sollen die Mannschaften trainieren?

Die Hobbytruppe U89 spielt seit einigen Jahren auf der Anlage des TuS Nahne. Genauer gesagt: spielte. Die Mannschaft setzt sich aus jungen und alten Spielern, Frauen und Männern aus unterschiedlichen Nationen sowie „guten und schlechten Fußballern“ zusammen, wie Heinz Kötter sagt. Der Abteilungsleiter „Freizeitsport“ bei TuS Nahne kickt selbst seit Jahren mit. Nun sei das Team durchs Raster gefallen, sagt Kötter.

Der Kunstrasenplatz, auf dem U89 gekickt hat, wurde an Vereinsmannschaften vergeben, die dort trainieren können. Darunter sind die Damen-Mannschaft der Spielgemeinschaft Holzhausen/Nahne/Schölerberg, die Alten Herren und die A-Jugend vom Rot-Weiß Sutthausen. Dass Teams nicht auf ihren vereinseigenen Plätzen trainieren, ist keine Seltenheit in Osnabrück. Die Mannschaften vom Spielverein 16 trainieren in den Wintermonaten teilweise beim OSC; die vom SV Atter auf dem Kunstrasenplatz der IGS Eversburg.

„Weil der Bedarf so hoch ist, werden Kunstrasenplätze dringend benötigt – vor allem in den Wintermonaten“, sagt Heinz Kötter. Neben den genannten Vereinen trainieren auch der SV Rasensport und Eintracht Osnabrück auf dem Kunstrasenplatz in Nahne. Sie teilen das gesamte Spielfeld in Vierteln auf und spielen dort Fußball. Ein wettkampfähnliches Training kann dort nicht entstehen, so Kötter. „Das ist Wettbewerbsverzerrung.“ Im Landkreis seien die Vereine wesentlich besser ausgestattet, sagt er.

Dass die Vereine im Landkreis besser aufgestellt sind, sagt auch Martin Mühlhan vom SV Hellern. Der Leiter der Fußballabteilung ist für 600 Mitglieder in 34 Mannschaften verantwortlich. Sie teilen sich zwei Rasen- und einen Kunstrasenplatz in E-Jugendgröße. Der Verein besitzt dazu eine eigene Sporthalle und weicht auf die Kunstrasenplätze an der IGS und auf der Illoshöhe aus, der jetzt allerdings kaputt und gesperrt ist.

„Es gibt zu wenig Kunstrasenplätze in Osnabrück“, so Mühlhan. Das schlage sich in der sportlichen Qualität nieder und führe zu Benachteiligungen im Wettbewerb. Als Beispiel führt er die A-Jugend des SV Hellern an. Die steigt im Winter in die Landesliga auf. Trainieren muss sie auf einem Platz in Hasbergen oder auf dem verkleinerten Kunstrasenplatz in Hellern. „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, empört sich Mühlhan.

Im Norden Osnabrücks tragen die Fußballer der Spielvereinigung Haste ihre Spiele aus. Der Verein spielt nicht auf städtischem Grund, sondern hat die Fläche gepachtet. Vor einigen Jahren wurde sie verkleinert, weil die Stadt die Fläche des zweiten Fußballplatzes für den Bau der Spedition Koch abgeben musste, wie Manfred Beker, Leiter der Abteilung Fußball, sagt. Der Verein kann den insgesamt zehn Erwachsenen- und Kindermannschaften genug Platz zum Trainieren und Spielen bieten. „Dafür ist es aber kostenintensiv“, merkt Beker an.

Zurück in den Osnabrücker Süden, zu TuS Nahne und zu einem Happy End. Weil eine Herrenmannschaft des Vereins den Betrieb eingestellt hat, sind nun Zeiten frei geworden. Die U89 kann also wieder dort kicken.

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