Osnabrück Osnabrücker Gypsy Swing-Gitarrist Danny Weiss gestorben
Der Osnabrücker Gitarrist Danny Weiss ist gestorben. Er wurde vor allem in der hiesigen Jazz-Szene geschätzt, war aber auch langjähriges Mitglied des Niedersächsischen Verbands deutscher Sinti e. V.
Ricardo „Danny“ Weiss war ein technisch herausragender Gitarrist, der sein Können aber nie in den Vordergrund stellte. Auf der Bühne und auch daneben brachte ihn wenig aus der Ruhe. Wegen dieser Eigenschaften war er für viele ein Vorbild.
Danny Weiss schien glücklich zu sein, wenn er auf der Bühne saß und seine dicke, bauchige Gitarre vor sich hielt. Er hat mit einigen Musiker aus Osnabrück gespielt und stand mit seinem Vater, dem Geiger und Akkordeonisten Hänschen Weiss, der 1997 verstorben ist, auf internationalen Bühnen. Sie spielten Gypsy Swing, eine feurige Mischung aus Jazz, der Musik osteuropäischer Länder, Bossa Nova und mehr. Die Musik ist durch den Gitarristen Django Reinhardt berühmt geworden. Genre-Größen wie Schnuckenack Reinhard oder Titi Winterstein griffen auf die Dienste Danny Weiss‘ zurück.
Weniger bekannt als seine Errungenschaften als Musiker war seine Tätigkeit als Vorstandsmitglied des Niedersächsischen Verbandes deutscher Sinti e. V. Dessen Präsident Mario Franz schrieb auf der Website des Vereins über ihn: „Er war ein ruhiger, herzlicher Mensch – ein Mann mit starkem Charakter, klaren Werten und großem Verantwortungsbewusstsein. Ein Mann des Wortes, auf dessen Wort man sich verlassen konnte.“
Danny Weiss sei Mitbegründer des Osnabrücker Kulturvereins Maro Dromm sui generis e. V. gewesen, wo er jungen Menschen seine Liebe zur Musik, zur Kunst und zur Kultur der Sinti weitergab, so Franz weiter. Der direkte Nachfahre von Überlebenden des Holocaust sei ein Mann gewesen, der der Kultur der Sinti und Roma über Jahrzehnte hinweg eine unverwechselbare Stimme gegeben hat. Diese Stimme ist nun verstummt. Danny Weiss starb am 22. Oktober an einem Gehirntumor.