Osnabrück Zugunsten kranker Kinder: Selbstportrait von Udo Lindenberg in Osnabrück zu ersteigern
Udo Lindenberg stellt ein selbstgemaltes Bild für eine Auktion zugunsten des Osnabrücker ambulanten Kinderhospizdienstes zur Verfügung. Es gibt auch weitere Dinge zu ersteigern, lange mitbieten kann man aber nicht mehr.
Der am 17. Mai 1946 in Gronau geborenen Udo Lindenberg ist längst nicht nur eine Ikone der deutschen Rockmusik. Seit 1995 greift er auch hin und wieder mal zum Pinsel - und egal ob mit Likör (Lindenberg mischt seine Farben gelegentlich mit bunten Likören) oder Aquarellfarbe gemalt, seine bunten Bilder sind dann heiß begehrt. „Im Juli haben ihn gemeinsame Freunde gefragt, ob er ein Bild für unsere Auktion malen möchte“, berichtet Dirk Sazalowski vom Verein „Angler helfen Kindern“. Der Wahlhamburger habe recht schnell sein okay gegeben und keine zwei Wochen später war das Bild fertig.
„Seit vier Jahren führen wir unsere Auktionen durch und wir lassen uns immer etwas Neues einfallen.“ Der Erlös kommt immer dem Osnabrücker ambulanten Kinderhospizdienst zugute. Über 130.000 Euro Spenden habe der Verein auf diese Weise generiert, verkündet Sazalowski „Wir hatten schon Boxhandschuhe von Axel Schulz, Trikots mit Unterschriften von Fußball-Bundesligavereinen, verschiedene Reisen. Und nun dieses besondere Gemälde von Udo.“
Anders als Lindenbergs sogenannte „Likörelle“, bei denen es sich oft um satirische Darstellungen handelt, die von seiner Liebe zur Freiheit und seinem unermüdlichen Aktivismus zeugen, hat er sich bei der zur Verfügung gestellten 50 mal 60 Zentimeter großen Leinwand mit dem Schriftzug „no Panic“ für Ölfarbe entschieden. Und sich selbst im Portrait entspannt dargestellt: in roten Sakko, mit Hut, schwarzer Fliege und einer Zigarre sowie einem prickelndem Cocktail in der Hand.
Doch keine Panik - denn gerade wegen der Besonderheit der Ölfarbe wird das Kunstwerk auf alle Fälle einen fünfstellige Betrag einbringen. 10.000 Euro und vier Cent lautet aktuell das bislang höchste Gebot eines Schalke-04 Fans. Sazalowski ist sich aber sicher, da geht vielleicht noch etwas. Denn eine Hamburger Galeristin bestätigte ihm einen Sammlerwert von etwa 25.000 Euro.
Der ambulante Kinderhospizdienst unterstützt und begleitet Familien, in denen ein Kind, Jugendlicher oder junger Erwachsener lebensverkürzend erkrankt ist. Insgesamt 43 Familien in Osnabrück und der Region werden momentan im Alltag unterstützt. Die von Heike Bechlem war vor einigen Jahren eine davon. „Mein Sohn war gerade einmal sechs Jahre alt, als ein Gendefekt bei ihm diagnostiziert wurde.“ Für die Mutter brach damals eine Welt zusammen.
Sie suchte zunächst Hilfe im Internet, erfüllte ihrem Sohn noch den Wunsch der Delfin-Therapie, flog mit ihm in die Staaten. Der Befund allerdings war Lebens-limitierend – eine Heilung gab es nicht. Und doch war sie nicht auf den unausweichlichen Tod ihres einzigen Kindes vorbereitet.
„Hilfe fanden wir 2009 bei dem damals gerade erst gegründeten ambulanten Kinderhospiz. Zwei ehrenamtliche Mitarbeiter haben uns zuhause und auch später, über den Tod hinaus, unterstützt wo es nur ging. Das war eine wahnsinnige Entlastung.“ 2011, nach dem Tod ihres Sohnes, nahm Heike Bechlem sich vor, das zurückgeben, was sie selbst in dieser Zeit erhalten hatte. Heute ist die 62-Jährige Botschafterin des Osnabrücker Hospizvereins.
Auch sie hofft, dass noch fleißig auf die insgesamt 21 Objekte bei der Auktion geboten wird. Egal ob für ein Frühstück für vier Personen im Hotel Atlantik in Hamburg, ein Wochenende auf der Insel Hiddensee, einen Trip mit einem international bekannten Bootsangler oder für das Ölgemälde des Panik-Rockers.
Wer mitbieten möchte, hat dazu noch bis zum Abend des 1. Novembers 2025 Zeit. Die Auktion findet auf der Facebook Seite „Angler helfen Kindern“ statt. Für das besondere Bild von Udo Lindenberg ist auch ein anonymes Bieten möglich: Wer nicht namentlich bei Facebook genannt werden möchte, kann unter Nennung seines Namens eine E-Mail an die folgende Adresse senden: auktion@angler-helfen-kindern.de .