Sieg gegen Holstein Kiel  SpVg-Frauen kämpfen den Favoriten nieder

Helmut Vortanz
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Von Helmut Vortanz
| 27.10.2025 15:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Auricherinnen bejubeln das 2:0 von Dorothea Greulich (Mitte). Foto: Helmut Vortanz
Die Auricherinnen bejubeln das 2:0 von Dorothea Greulich (Mitte). Foto: Helmut Vortanz
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Mannschaft vom Ellernfeld gewinnt das Regionalliga-Topspiel mit 2:0 gegen Holstein Kiel. Das sagte Trainer Stefan Wilts zum überraschenden Erfolg

Aurich - Die zweite Spitzenpaarung in der Regionalliga Nord der Frauen erwartete die Zuschauer am Sonntag im Stadion am Ellernfeld. Mit den ambitionierten Holstein Women (Frauenabteilung des SV Holstein Kiel) trat eine spielstarke Mannschaft an, die neben der U20 des HSV und dem SV Henstedt-Ulzburg zum engen Favoritenkreis auf die norddeutsche Meisterschaft gezählt werden muss. Mit dem 2:0-Sieg bei schwierigen Bedingungen sind die Auricher Frauen wohl endgültig in der Liga angekommen und haben sich in der Spitzengruppe etabliert.

Obwohl der neue Kieler Cheftrainer Stefan Fischer seine Mannschaft in einem Interview zu den spielstärksten der Liga zählte, ist er hinsichtlich der Aufstiegsambitionen eher zurückhaltend. Die Vorstandsetage des Vereins geht da forscher ran: Sie hatte schon für diese Saison die Lizenz für die 2. Frauen-Bundesliga beim DFB beantragt.

Die Auricherinnen wollten mit der gewohnten Kampfkraft dagegenhalten. An der Einstellung hatte es auch im Spiel gegen den spielerisch überlegenen HSV nicht gelegen. Mit etwas mehr Konsequenz kurz vor dem Abpfiff der Partie wäre sogar ein, wenn auch glücklicher Sieg möglich gewesen. Aus einer kompakten Abwehr sollten schnelle und überraschende Gegenstöße die Gegnerinnen verunsichern und Torchancen für die Stürmerinnen generieren.

Frühes Tor hilft der SpVg

Trotz Sturm und Regen pfiff Schiedsrichterin Annika Holtvogt die Begegnung pünktlich vor nur wenigen Zuschauern an. Der Rasen wurde von ihr bei der Begehung zwar für bespielbar erklärt, war aber tief und glitschig und ließ nicht unbedingt ein flüssiges Kombinationsspiel erwarten.

Trainer Stefan Wilts sah eine kompakte Mannschaftsleistung. Foto: Helmut Vortanz
Trainer Stefan Wilts sah eine kompakte Mannschaftsleistung. Foto: Helmut Vortanz

Der Beginn des Spiels war von beiden Seiten eher verhalten. Gegenseitiges Abtasten, ohne wilde Aktionen Richtung gegnerisches Tor. Schon frühzeitig mahnte Cheftrainer Stefan Wilts zu schnelle Ballverluste an. Die Wirkung zeigte sich in der 12. Minute bei einem Ballgewinn im Mittelfeld und einem klugen Pass auf die rechte Seite, der bei Lara Frisch landete. Ein kurzer Blick und schon lupfte sie den Ball gefühlvoll über die herauseilende Torfrau der Gäste zum 1:0 in den Kasten. Die Reaktion kam mit stürmischen Angriffen sofort. Die Auricherinnen wurden in ihrer Hälfte eingeschnürt und mussten nach einem Freistoß um ihre Führung bangen. Das Gegentor wurde jedoch wegen Abseitsstellung nicht anerkannt. Bis kurz vor der Halbzeitpause verlief das Spiel bei zeitweisem Regen und starken Böen ohne zwingende Aktionen auf beiden Seiten. Die sichere Auricher Torhüterin Jule Götz sorgte für einen kurzen Schreckmoment, als sie sich nach einer gelungenen Fußabwehr in die Leiste griff. Auf Rückfrage gab sie jedoch Entwarnung.

Auch der zweite Treffer fällt zu einem günstigen Zeitpunkt

Zufrieden mit dem Auftritt ihrer Mannschaft gingen die Auricher Trainer in die Halbzeitpause, vermerkten jedoch zwei klare Torchancen der Kielerinnen, die glücklicherweise nicht genutzt wurden.

Die zweite Hälfte des Spiels hätte für die Auricher Mannschaft nicht besser laufen können. Nach acht Minuten setzte Ana-Carolin Hoffmann zu einem ihrer gefürchteten Sololäufe an, vorbei an Mann und Maus flankte sie in die gegnerische Box. Dort wartete Dorothea Greulich auf ihre Chance und hämmerte den abgeprallten Ball nach einer direkten Annahme zum vorentscheidenden 2:0 ins Netz.

Toptorjägerin Ann-Carolin Hoffmann glänzte mit einer Vorlage. Foto: Helmut Vortanz
Toptorjägerin Ann-Carolin Hoffmann glänzte mit einer Vorlage. Foto: Helmut Vortanz

Die erwartete Offensive der Holsteiner Frauen blieb dank einer souveränen Abwehrleistung der Gastgeberinnen in den Angriffsversuchen stecken. Im Gegensatz zum Spiel der vergangenen Woche klärte die Defensive gegen die anstürmenden Gegnerinnen mit Konsequenz und beförderte den Ball aus dem Gefahrenbereich. Wenn das nicht klappte, konnte sich die Abwehr auf ihre Torhüterin verlassen.

Cheftrainer Stefan Wilts war nicht nur mit dem Ergebnis, sondern auch mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden: „Der Spielstärke der Holstein Women haben wir eine geschlossene Mannschaftsleistung entgegengesetzt und das Spiel darum auch verdient gewonnen.“

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